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"Weltklasse-Vorlage": Boccaccio sorgt für Oldenburgs nächsten Derby-Wahnsinn

kicker

Das größte Lob des Abends erhielt Julian Boccaccio am Samstagabend von Stefan Emmerling. Die Vorlage des Oldenburgers zum 2:1-Siegtreffer in Minute 90.+3 bezeichnete Emdens Coach als "Weltklasse". Als Boccaccio tief in der Nachspielzeit an den Ball kam, ließ er mit einer geschmeidigen Drehung zunächst Emanuel Adou und Tobias Steffen aussteigen, ehe er im Strafraum an Jarno Janssen vorbeizog und Janek Siderkiewicz ins Leere grätschen ließ. Dabei behielt Oldenburgs Nummer 10 die Übersicht und legte den Ball für Moses Otuali auf, der spät das frenetisch gefeierte Tor zum Derbysieg erzielte.

"Ich habe gesehen, dass zwei auf mich zukommen und dachte mir, dass ich in der letzten Minute mit Risiko da durchgehe", verriet Boccaccio im Anschluss. "Dann habe ich versucht, am Ersten vorbeizugehen. Das hat geklappt. Dann kam der nächste Emder mit vollem Tempo. Da dachte ich mir: 'Okay, nimm den Haken!' Und dann habe ich gesehen, dass Moses komplett blank ist und habe ihn rübergelegt." Der Stürmer schoss den Ball aus kurzer Distanz ins Tor - und sorgte für Ekstase bei den VfB-Fans im Marschwegstadion.

"Ein schweres Spiel"

Binnen weniger Wochen war Boccaccio nun bereits zum zweiten maßgeblich daran beteiligt, dass der VfB spät ein Derby für sich entscheiden konnte. Im Pokal-Viertelfinale gegen den SV Meppen verwandelte er in Minute 120.+2 einen indirekten Freistoß zum 3:2-Siegtreffer. Gegen die Emder lieferte er nun eine überragende Vorlage. Zuvor war es allerdings nicht unbedingt der Tag des 25-Jährigen. "Für mich war es ein schweres Spiel gegen einen wirklich guten Gegner", räumte Boccaccio ein. Genie und Wahnsinn liegen bei ihm oftmals nah beieinander.

So genial die Vorlage für Otuali auch war, so leichtsinnig sind auch immer wieder einige seine Aktionen. Nach einem seiner Fehlpässe eröffnete sich in der 55. Minute für die Emder eine gute Umschaltsituation, die David Schiller letztlich aber nicht nutzen konnte.

Dario Fossi verglich Boccaccio aufgrund der örtlichen Nähe zu Bremen im Anschluss mit Spielern wie Diego oder Johan Micoud. "Wir wissen, dass Jule in meinem System nicht der prädestinierte Achter ist, der nach hinten rennt, grätscht oder die Bälle verteidigt", erläuterte der Trainer der Oldenburger. "Wir wissen auch, dass er Dinge macht, die vielleicht nicht zu 100 Prozent sauber sind. Aber wir wissen auch, was er gut macht und die letzte Aktion ist einfach super."

Für Boccaccio war es bereits die neunte Vorlage in dieser Saison. Viermal hat er selbst getroffen. Pro Partie kommt er in dieser Saison also durchschnittlich auf eine Torbeteiligung. Einen Freifahrtschein, so Fossi, habe Boccaccio in Anbetracht der Mängel in der Defensivarbeit bei ihm nicht, doch wisse die Mannschaft eben auch, wie groß sein Einfluss im Offensivspiel ist. Ermal Pepshi, Torschütze zum 1:1, bezeichnete Boccaccio im Anschluss "als einen brutal guten Unterschiedsspieler".

Fossis klare Worte

Dank Boccaccios Geistesblitz konnten die Oldenburger die Tabellenführung verteidigen. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war Fossi aber keineswegs einverstanden. "Das Spiel hat mir zugesetzt", betonte er. Die erste Halbzeit bezeichnete er gar als "bodenlos". Ebenso haderte er damit, dass eine Mannschaft zunächst erneut in Rückstand geriet. "Ich möchte gerne einen größeren und schnelleren Fortschritt sehen", so Fossi. "Wir können viel besser Fußballspielen."