Neunmal hat Ole Werner schon eine Mannschaft auf ein Spiel gegen den FC Bayern München vorbereitet. Seine Bilanz? Abgesehen vom DFB-Pokal-Coup mit Holstein Kiel (6:5 im Elfmeterschießen 2022/21 in der 2. Runde) und einem überraschenden 1:0 mit Ex-Klub Werder in der Allianz-Arena am 21. Januar 2024 äußerst düster.
Genauer: 1:6, 1:2 0:4, 0:5 und 0:3 mit Bremen und nun mit seinem neuen Team RB Leipzig nach einem 0:6 am 1. Spieltag ein 1:5 an diesem 18. Spieltag zum Bundesliga-Rückrundenstart.
Das Bittere dieses Mal war aber, dass die Sachsen gut hineingekommen waren und lange Zeit verdient 1:0 geführt hatten. Selbst FCB-Coach Vincent Kompany musste nach dem Spiel bei Sky zugeben: "Die haben uns richtig Probleme gemacht in der ersten Halbzeit, waren klar die bessere Mannschaft. Es fühlte sich an, als wären sie doppelt so gut wie wir."
Raum: "Wir haben den Kopf verloren"
Letztlich war es aber noch komplett in die andere Richtung gegangen. Weil RB ein paar weitere Chancen auch wegen des starken Manuel Neuer nicht genutzt und defensiv vor allem gegen den alles überstrahlenden Münchner Joker Michael Olise (drei Vorlagen, ein Tor) schlecht ausgesehen hatte.
Dementsprechend fiel Werners Fazit zweigeteilt aus: "Wir haben in der ersten Halbzeit eine nahezu perfekte Leistung gezeigt. Einzig die Effektivität im Abschluss hat gefehlt - wir hätten zur Pause höher führen müssen." Und dann? Die Einschätzung des Leipziger Trainers gegenüber der ARD: "Wir hatten bis zur 80. Minute die Chance, etwas mitzunehmen oder sogar zu gewinnen. Wenn du dir solche Chancen gegen die Bayern erspielst, musst du einfach höher führen. Nach dem 1:3 sind wir aber in einen offenen Schlagabtausch gegangen, das ist nicht das, was wir vorhatten." Hier könne man gegen diese FCB-Qualität nur schlecht aussehen - "so war es dann auch".
"Das Ergebnis heute hat zwei Gesichter", analysierte David Raum im Anschluss. "Die ersten 70 Minuten waren gut von uns, wir haben mutig gespielt, hohe Ballgewinne gehabt und Torchancen herausgespielt. Am Ende bekommen wir trotzdem eine klare Niederlage zu Hause. Das darf uns so nicht passieren, wir müssen das kritisch analysieren." Der RB-Kapitän präzisierte: "Wir haben dann den Kopf verloren, da müssen wir uns klar an die eigene Nase packen."
Nicolas Seiwald konnte dem nur beipflichten: "Wir haben am Ende unsere Struktur verloren. Wir haben nur noch offensiv gedacht und das kannst du gegen die Bayern nicht. Am Schluss sind wir ein bisschen zerfallen, das darf uns nicht passieren."