Wahrscheinlich liegt der Begriff des Powerranking im US-Sport begründet. Es bewertet die aktuelle Stärke einer Mannschaft: Stülpt man diese Leistungsrangliste über die Regionalliga Südwest, steht der FC-Astoria Walldorf aktuell ganz oben. Sieben Punkte aus der zurückliegenden englischen Woche, davor gab es noch einen Sieg und ein Remis: Die Serie der Astorstädter ist beeindruckend und besser als jede der anderen 17 Regionalligisten. Die variable 3-5-2-Formation sorgt bislang nicht nur für sehenswerten Fußball, sie liefert darüber hinaus regelmäßige Punktgewinne und ist folglich die optimale Kombination, die sich jeder Fan wünscht.
"Ganz ehrlich ist es nicht so einfach zu erklären", sagt Andreas Schön und muss dabei ein wenig schmunzeln. Er ergänzt: "Wir machen im Moment einfach wenig Fehler und schaffen es so, die engen Spiele für uns zu entscheiden." Bestes Beispiel ist der 1:0-Sieg gegen den FSV Frankfurt vor einer Woche, als eine durchschnittliche Leistung dank eines kompromisslosen Defensivverhaltens für den Dreier genügte. Einen Wunsch für die kommenden Partien schiebt Schön hinterher und sagt: "Wir müssen schauen, dass wir den Lauf möglichst lange fortsetzen."
Drittes Kind und A-Lizenz
Der Cheftrainer des FCA hat momentan allen Grund zur guten Laune. Vor zwei Wochen ist der 36-Jährige zum dritten Mal Vater geworden, diese Woche absolvierte er am DFB-Campus in Frankfurt den letzten Lehrgang seiner A-Lizenzausbildung; Anfang November steht die Abschlussprüfung an.
Am Freitag endet die Woche mit dem Heimspiel gegen den SV Eintracht Trier 05 - und dann könnten die Walldorfer zumindest über eine Nacht vom fünften auf den dritten Rang nach oben klettern. Anpfiff ist um 19 Uhr im Dietmar-Hopp-Sportpark.
Ein Spaziergang zu drei Punkten wird das aber mitnichten. Trier ist selbst formstark, hat drei der vergangenen vier Spiele gewonnen und als Achter lediglich einen Punkt weniger als der FCA. Dessen Coach konstatiert: "Ich erzähle nichts Neues und nichts Überraschendes, wenn ich sage, dass es mal wieder eine ganz enge Partie wird, in der Kleinigkeiten entscheiden werden."
Umbau in der Defensive
Schön und seine Trainerkollegen Tim Wagner sowie Patrick Vogelbacher sind gezwungen, in der Defensive die nächste Umbaumaßnahme vorzunehmen. Neben den Langzeitverletzten Roman Hauk und Bennet Schieber fehlt am Freitag mit Emilian Lässig ein weiterer potenzieller Innenverteidiger gelbgesperrt. Es kann gut sein, dass neben Dennis Egel und Maik Goß der 19-jährige Sommerneuzugang Marvin Mutz eine neue Chance in der Startformation bekommt. Eine andere Variante wäre, Lennart Grimmer von der rechten "Schiene" nach hinten in die Dreierkette zu beordern. Viel passieren darf nun aber nicht mehr in der Defensivreihe.
Wahrscheinlich nur noch gegen Trier muss Felix Kendel aussetzen. Der Angreifer hat sich im Abschlusstraining vor Kassel einen einfachen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen. Diese Verletzung ermöglichte Jacob Collmann den ersten Einsatz von Beginn an. "Jacob hat sich das verdient, und deshalb hat es mich besonders für ihn gefreut, dass er sich selbst dafür belohnt hat", sagt Schön zum gelungenen Startelfdebüt des 24-Jährigen, das er mit einem Doppelpack krönte.
Der in der Breite qualitativ stark besetzte Kader ist ein weiteres Puzzleteil, um den derzeitigen Walldorfer Höhenflug zu erklären. "Wir haben eine sehr gute Bank, von der du immer wieder gefährliche Leute bringen kannst", sagt Frank Fürniß. Der Geschäftsführer Sport ist glücklich über die Verpflichtungen und hofft, "dass es weiter so gut funktioniert. Aber dafür müssen wir dranbleiben."