Auf die Vorbereitung kommt es an, gerade für einen eher ruhigen Seitenlinien-Vertreter wie Alvaro Arbeloa und in einem Stadion wie dem Bernabeu. "Bei Castilla muss ich nicht einmal meine Stimme erheben, damit man mich hört. Hier auf einem lautstarken Spielfeld ist es schwierig", sagte der ehemalige Trainer der zweiten Mannschaft vor seiner Heimpremiere am Samstag gegen Levante (14 Uhr). "Meine Hauptaufgabe ist es, während der Woche mit den Spielern zu sprechen, damit sie klar wissen, was sie zu tun haben."
Das wussten beim Pokaldesaster in Albacete (2:3) einige offenbar nicht. Die Königlichen ließen beim Zweitligisten fast alles vermissen, vor allem im spielerischen Bereich. Vorne ideenlos, hinten anfällig, wenig Struktur, viele Fehler, so präsentierte sich Real in Spiel eins nach Xabi Alonso.
Dauerthema Vinicius Junior
Arbeloa war danach bemüht, die Wogen zu glätten - und musste schnell lernen, dass jedes Wort aus seinem Mund nun ein ganz anderes Gewicht hat. Das Lob für Vinicius Junior nach dem Schiffbruch in Albacete ("Das ist der Vinicius, den ich sehen will") sorgte beispielsweise für einige Irritationen.
Wenig verwunderlich, dass er auch am Freitag darauf angesprochen wurde. "Ich habe Vini für seinen Einsatz gedankt, weil ich weiß, woher er kommt und wie viel Mühe er sich gegeben hat", relativierte der 42-Jährige ein wenig. "Er hat nicht aufgehört, sich durchzusetzen, den Ball zu fordern - das macht einen Anführer aus, und das ist es, was ich von Vinicius brauche und was ich in ihm sehen möchte."
Mbappé steht zumindest im Kader
Vinicius Junior wird diesen Worten zufolge auch gegen Levante in der Startelf stehen, während es der zuletzt verletzte Kylian Mbappé immerhin in den Kader geschafft hat. Auch Jude Bellingham wird mit dabei sein, der Engländer müsse "einer der Anführer der Mannschaft sein", betonte Arbeloa. Nicht zur Verfügung steht hingegen der nach wie vor angeschlagene Rodrygo, der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist noch ungewiss.
Gegen den Tabellen-Vorletzten von La Liga sollte das vorhandene Personal aber natürlich ausreichen, um nach zwei Niederlagen in Folge wieder den richtigen Weg einzuschlagen. Laut Arbeloa wird dabei auch das Stadion eine bedeutende Rolle spielen. "Ich verstehe, dass die Fans verletzt und enttäuscht sind, aber ich werde sie bitten, ihre Spieler zu unterstützen. Die großen Erfolge wurden erzielt, als das Bernabeu hinter seinen Spielern stand", weiß Arbeloa aus seiner jahrelangen Zeit als Aktiver im Dress der Königlichen nur allzu gut. Er verstehe zudem, "dass nach einem Schuldigen gesucht wird, aber ich arbeite daran, Lösungen zu finden".
Doch Arbeloa weiß auch genau, wie die Uhren in Madrid ticken, und das im wahrsten Sinne des Wortes. "Wir Trainer brauchen das, was wir nicht haben - und zwar Zeit. Aber ich brauche nichts, die Umstände bringen mich nicht zum Zittern oder zum Zweifeln", erklärte er. "Ich schlafe sehr gut. Macht euch keine Sorgen um mich."