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"Wir wollen uns oben festbeißen": Burghausen auf dem Weg zum Titelkandidaten

kicker

Auf Rang 4 hat sich der SV Wacker Burghausen in der Regionalliga Bayern positioniert. Doch nicht nur in der Tabelle, sondern auch auf dem Platz weist die Mannschaft von der Salzach die Attribute eines Spitzenteams auf: starke Spieler, Qualität auf allen Positionen, klare Spielweise, Flexibilität, gute Organisation, stabile Abwehr, gefährlicher Angriff, Mentalität, Siegeswillen, Teamgeist, Druckresistenz, gute Strukturen und ein breiter Kader - alles wichtige Faktoren, um im Titelkampf ein Wörtchen mitzureden.

"Wir wollen uns oben festbeißen, dranbleiben und dauerhaft punkten", gibt sich Kapitän Christoph Schulz ambitioniert - es ist die Linie, die mittelfristige Vorgabe des Vereins, der spätestens 2030 im bezahlten Fußball zurück sein möchte. Aber nein - ein Top-Team bringt Trainer Lars Bender derzeit nicht auf den Rasen. Noch nicht. Aber es gibt starke Phasen. Der Weg stimmt.

Benders Ziel: Auch an schlechten Tagen punkten

"Erst einmal geht es darum, dass du die Spiele gewinnst. Und wenn du die Leistung nicht so abrufen kannst oder dein bestes Spiel machst, geht es auch immer darum, dass du deine Punkte sammelst. Das ist der Mannschaft gelungen", kommentiert der Coach und ist zumindest über das Ergebnis, den knappen, hart erkämpften Erfolg gegen die "Schwabenritter" aus Augsburg zufrieden.

Es habe einerseits schon bessere Auftritte gegeben, wie zuletzt bei der SpVgg Bayreuth, als Wacker sehr gut, sehr stimmig spielte - und siegte. Es sei, so Bender, andererseits aber auch klar gewesen, dass diese Aufgabe nicht einfach werde würde, "jeder schaut auf die Tabelle und denkt, das wird ein Selbstläufer. Ein Trugschluss." Tatsächlich präsentierten sich die Gäste sehr griffig, zeigten eine sehr gute Spielanlage - und hatten sehr gute Chancen.

„So haben wir den Gegner wieder ins Spiel gebracht. Das darf uns einfach nicht passieren.“ (Christoph Schulz über das schnelle 1:1 nach der Pause)

"Wir haben bereits in der ersten Hälfte zwei, drei Aktionen zu viel zugelassen. Bei den eigenen Momenten, als sich die Partie für uns entwickelt hat, waren wir dagegen zu inkonsequent und hätten noch dominanter auftreten müssen", fand Bender, "und dass wir vor allem nach der Pause daran anknüpfen, aktiver als der Gegner zu bleiben."

Gerade mal 24 Sekunden vorbei. Wacker nicht auf der Höhe, nicht wach - 1:1. "So haben wir den Gegner wieder ins Spiel gebracht. Das darf uns einfach nicht passieren", ärgert sich Kapitän Christoph Schulz. Und der Burghauser Coach? Ebenfalls ungehalten über den unnötigen Gegentreffer und die schläfrigen zehn Minuten danach, "wir hatten da keine Energie, keine Intensität."

Die Oberbayern fanden nach dem Zwischentief trotzdem zurück in die Spur. Die Entscheidung brachten schließlich die Einwechslungen von Denis Ade, Noah Müller und Timothee Diowo. Viel frischer Wind. "Wir haben den Impuls mitgenommen und den Treffer gemacht", sagte Bender und bewies mit den Hereinnahmen eine glückliche Hand. Er kann sich also auf seine Bank verlassen. Die Kaderbreite und -tiefe - ebenfalls ein Faktor für Top-Teams. Eine Qualität, die Burghausen hat. Genauso wie die beeindruckende Heimstärke - sechs Spiele, fünf Siege, ein Unentschieden, 16:5-Tore.

Bald wird Klarheit darüber herrschen, wie weit Wacker wirklich ist, wenn es gegen den drittplatzierten FC Würzburger Kickers oder Tabellenführer SpVgg Unterhaching geht. Bender denkt noch nicht so weit und hofft, dass es zunächst bei der SpVgg Greuther Fürth II und dann gegen den FC Memmingen weitere Entwicklungsschritte gibt, "dass die Vorgaben soweit verinnerlicht werden, dass sie auch immer abgerufen werden - und nicht nur punktuell." Um wieder ein Stück mehr eine Spitzenmannschaft zu werden. Das Potenzial dafür ist jedenfalls da.