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Wirtz erklärt seinen Stotterstart: "Der Trainer hat eine Vermutung"

kicker

Ein mickriger Assist im verlorenen Community Shield, null Scorerpunkte in Premier und Champions League - und jetzt nicht mal mehr Stammspieler: Als Florian Wirtz im Derby gegen den FC Everton (2:1) zuletzt erstmals nur auf der Bank saß, konnte man das leicht als nächsten Tiefschlag interpretieren. Hatte Liverpools Trainer Arne Slot fürs Erste etwa schon die Geduld mit seinem 125-Millionen-Euro-Neuzugang verloren?

Von wegen, es war eher Ausdruck des Gegenteils. In einem der "intensivsten Spiele, das wir zu spielen haben", setzte Slot in seinem Dreiermittelfeld lieber auf das Meister-Trio und damit neben Ryan Gravenberch und Alexis Mac Allister auf Dominik Szoboszlai, "der die Intensität der Premier League und dieses Programms mehr gewohnt ist als Florian". Genau die macht Wirtz nämlich nach wie vor zu schaffen.

"Ich habe letztens mit dem Trainer darüber gesprochen und er hat eine Vermutung geäußert, woran es liegen kann, dass ich noch nicht so in die Situation komme, in die ich normalerweise komme - also dass ich das Spiel schnell mache mit einem Dribbling oder einem Pass", berichtet Wirtz in einem Interview, das Sky Sport News am Donnerstagabend ausstrahlen wird. "Er meinte, dass es daran liegen kann, dass wir viel pressen und ich viel laufe."

In den Laufstatistiken sei er "immer oben mit dabei", aber: "Dafür brauche ich viel Kraft und Energie. Wenn ich dann den Ball habe, dann fehlt mir vielleicht ein bisschen was." Doch Schritt für Schritt, "indem ich mehr Spiele mache, fitter werde", werde er dahinkommen, dass "ich, wenn ich den Ball habe, auch fit und erholt genug bin, dann Gas zu geben".

"Ich will das gar nicht die ganze Zeit hören: 'Gib dem Zeit, gib dem Zeit'"

Einerseits will Wirtz endlich zeigen, warum Liverpool für ihn den Transfer-Rekord brach (den wenig später Alexander Isak an sich riss). "Ich will das gar nicht die ganze Zeit hören: 'Gib dem Zeit, gib dem Zeit'", sagt er angesichts der bislang milden Öffentlichkeit, zu der gewiss auch Liverpools Siegesserie beiträgt. Und "natürlich hätte ich mir auch gewünscht, dass ich schon ein Tor gemacht hätte oder schon ein bisschen Scorerpunkte gesammelt hätte".

Andererseits vertraut Wirtz, der mit seinem Wechsel ja "bewusst den schwierigeren Schritt gewählt" hatte, wie er im großen kicker-Interview verriet, weiterhin voll seinen Fähigkeiten. "Egal, was irgendwer sagt, ich bleibe cool", versichert er. "Aber bis man richtig irgendwo ankommt und eingelebt ist und mit allem vertraut ist, kann es einfach eine Zeit dauern und die gestehe ich mir auch zu. Ich hoffe einfach, dass es irgendwann so weit ist, dass ich mich dann auch richtig wohl und zu Hause und bereit fühle."

"Das hatte ich noch nicht so oft in meiner Karriere"

Manchmal gebe es einfach Phasen, "in denen vielleicht nicht alles für dich läuft, das hatte ich tatsächlich noch nicht so oft in meiner Karriere. Wenn ich es überstanden habe - das ist jetzt vielleicht hart gesagt, weil ich nicht schlecht spiele, sondern die Scorerpunkte einfach noch nicht da sind - wird das schon irgendwann kommen und dann ist auch alles gut." Tatsächlich kreierte in Liverpools bisherigen Liga-Auftritten nur Cody Gakpo (10) mehr Chancen als Wirtz (9).

"Wir müssen ihm nicht beibringen, wie man Fußball spielt", betont auch Slot, "er muss sich nur an das Intensitätsniveau der Premier League anpassen." Am Samstag (16 Uhr, LIVE! bei kicker) bei Crystal Palace dürfte er die nächste Chance von Beginn an bekommen. Beim 2:1-League-Cup-Sieg gegen Southampton am Dienstag stand Wirtz wie Mo Salah & Co. nicht im Kader - so wie es sich für einen Schlüsselspieler gehört.