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Wolf verrät Nürnberger Erfolgsgeheimnis: "Nur dann kann man Spiele gewinnen"

kicker

Mit dem Schlusspfiff brachen alle Dämme. Die Nürnberger Spieler schrien ihre Freude in den Fürther Nachthimmel, verwandelten sich in ein Jubelknäuel, das sich nach seiner Entwirrung vor dem gut gefüllten FCN-Fanblock aufbaute und mit den mitgereisten Anhängern ausgelassen feierte. "Derbysieger, Derbysieger", schallte es durch den Ronhof. Die Rot-Schwarzen genossen den 2:1-Auswärtssieg beim grün-weißen Nachbarn in vollen Zügen. Schnell machte ein Jubelbild des kompletten Kaders aus der Kabine in den sozialen Netzwerken die Runde.

Wurden die Aufeinandertreffen der Nürnberger und Fürther U 23 in der Vergangenheit meistens als normale Partien heruntergespielt, machte Club-Coach Andreas Wolf keinen Hehl daraus, dass "ein Sieg im Derby immer etwas Besonderes ist. Es ist genauso ein Derby wie bei den Profis. Wenn man jahrelang für den 1. FC Nürnberg spielt, dann sind die Spiele gegen Fürth immer speziell - und Siege im Ronhof sowieso."

Die mehr als 800 Zuschauer, unter ihnen auch FCN-Profi-Trainer Miroslav Klose, verliehen der Partie einen würdigen Rahmen, den die Nürnberger Spieler nutzten, um eine Kostprobe ihrer guten Form zu zeigen. Das Wolf-Rudel präsentierte in den ersten 60 Minuten einen reifen Vortrag, ließ das Kleeblatt kaum zur Entfaltung kommen und schlug durch Erik Porstner und Piet Scobel zweimal eiskalt zu.

Lob für FCN-Keeper Lisewski

Mit dieser Phase war auch Wolf äußerst zufrieden: "Hier waren wir sehr griffig und haben uns einige gute Chancen herausgespielt." Einziger Makel: "Wir hätten den Deckel früher drauf machen müssen." In der Folge überließ man dem kleinen Kleeblatt immer mehr das Feld und konnte sich aus dem Dauerdruck kaum noch befreien. Der Fürther Anschlusstreffer war fast schon die logische Folge.

Danach löste sich der FCN aber wieder aus der Umklammerung und ließ nicht mehr viel zu. Für die stabile Abwehrleistung fand Wolf ebenso lobende Wortewie für seinen Keeper Robin Lisewski. Der 1,95-Meter-Hüne brachte die Fürther Angreifer mit seinen Paraden schier zur Verzweiflung. Der ehemalige Dortmunder, der seit Saisonbeginn den Nürnberger Kasten hütet, hat sich schnell zum Rückhalt entwickelt, der Ruhe ausstrahlt, Situationen antizipiert, aber auch mit starken Reflexen und Paraden glänzt. Sehr zur Freude seines Trainers, der seinen Schlussmann wertschätzt: "Robin hat eine sehr gute Ausstrahlung, die den Jungs Sicherheit gibt. Er hat uns heute im Spiel gehalten und spielt bisher eine starke Runde."

Mit den jüngsten Leistungen knüpft die junge Nürnberger Mannschaft wieder an den starken Saisonauftakt an, als sie mit fünf Siegen in Folge startete. Die beiden zwischenzeitlichen Niederlagen in Unterhaching (0:3) und gegen die DJK Vilzing (1:3) ließen eine aufkeimende Krise befürchten. Wolf ließ sich von den beiden Negativerlebnissen indes nicht verunsichern: "Wichtig war, dass wir unseren Weg konsequent weitergehen. In den ersten fünf Spielen war auch nicht alles perfekt. Da hatten wir auch Glück, dass wir uns hart erarbeitet haben. In Unterhaching waren wir in der ersten Halbzeit das bessere Team, was aber nicht gereicht hat. Gegen Vilzing waren wir nicht auf der Höhe. Aber das gestehe ich den Jungs auch mal zu."

Das Erfolgsrezept, mit dem sein Team den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden hat (zuletzt ein Remis und zwei Siege), ist kein Geheimnis: "Wir gehen in jedem Spiel als Mannschaft ans Limit. Nur dann kann man Spiele gewinnen." Mit dieser Einstellung geht man auch in die nächste Partie am Samstag gegen den FV Illertissen. Und dann beabsichtigen die Youngsters den nächsten Sieg einzufahren - was der eigenen Profi-Abteilung vor gut einem Monat in der ersten Runde des DFB-Pokals ja bekanntlich nicht geglückt ist.