Das ging schnell, im wahren Wortsinn. Am Sonntag machte Adam Daghim nach seiner Einwechslung in Dortmund (0:1) sein zweites Bundesligaspiel, direkt sprintete der Däne in den Spitzenbereich der Liga. Mit 35,75 km/h war der 19-Jährige der schnellste Profi des 4. Spieltags und insgesamt der drittschnellste Spieler dieser noch jungen Saison. "Ja", sagt der Wolfsburger Last-Minute-Neuzugang, "ich bin wirklich schnell."
In jeglicher Hinsicht. Mit 17 debütierte er für Aarhus in der dänischen Superliga, mit 18 absolvierte er im Trikot von RB Salzburg sein erstes Champions-League-Spiel, vor drei Monaten heiratete der 19-Jährige seine Frau, mit der er gemeinsam nach Wolfsburg kam.
"Ich hatte das Gefühl, bereit für eine höhere Liga zu sein"
Auch hier war Tempo gefragt. "Mein Plan war, den Verein zu wechseln", berichtet Daghim. "Wolfsburg war dran, wir haben gesprochen - am Ende ging es schnell. Ich hatte das Gefühl, bereit für eine höhere Liga zu sein. Hier kann ich meine Schnelligkeit und Qualitäten auf Top-Niveau zeigen." In beiden Spielen seit seinem Wechsel kam der Däne mit palästinensischen Wurzeln als Joker zum Einsatz.
Schnell kann es nach seinem Geschmack weitergehen, im Wolfsburger Angriff kann Daghim alle Positionen spielen, auf dem Flügel aber fühle er sich besonders wohl. Als seine Vorzüge bezeichnet er "Schnelligkeit, Direktheit, körperliche Präsenz und mein Eins-gegen-eins".
Nun strebt er die Startelf an, sein erstes Bundesligator würde ihm auch gefallen. Vielleicht ja schon am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen RB Leipzig? Er würde sich selbst damit beschenken, am Sonntag wird der dänische U-21-Nationalspieler 20 Jahre jung.
Daghim, der in einem Kopenhagener Stadtteil geboren wurde und dessen großer Bruder Ahmed für den FC Kopenhagen gespielt hat, will weiter Gas geben und hat dabei auch die A-Nationalmannschaft im Blick. Die WM im kommenden Jahr sei ein Traumziel, dem er, so die Hoffnung, in Wolfsburg ein Stückchen näher kommt.
Schließlich spielt er jetzt mit fünf dänischen Nationalspielern in einem Team, darunter mit Rekordnationalspieler Christian Eriksen. Nationalcoach Brian Riemer wird permanent nach Niedersachsen schauen. "Er hat alle Spieler im Blick", hofft Daghim, der sich zeigen will.
Gegen Köln sah Daghim defensiv schlecht aus
Jedoch bekam er zu Beginn auch schon seine Grenzen aufgezeigt. Beim Debüt gegen Köln (3:3) ließ ihn Gegenspieler Said El Mala schlecht aussehen, bevor er den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich vorbereitete. "Niemand ist perfekt", weiß Daghim, "jeder kann lernen. Ich will mich in der Offensive und Defensive weiterentwickeln."
Gerne im Eiltempo. Wolfsburgs Neuer mit der Nummer 11, die er wegen seines Idols Neymar, der sie unter anderem in Paris und Barcelona trug, gerne genommen hat, hat sich im internen Highspeed-Ranking mit 35,75 km/h zumindest mal direkt an Position eins gesetzt. Vor dem bisherigen Schnellsten Mohammed Amoura (34,86 km/h).
Amoura oder Daghim? "Ich bin einen Tick schneller"
Wer ist schneller? "Ich", sagt Daghim lächelnd. "Nach den Statistiken vom letzten Spiel würde Mo das wohl auch zugeben. Er ist sehr schnell, vor allem in der Beschleunigung - aber ich bin einen Tick schneller." In Österreich sei er in der vergangenen Saison 36,9 km/h gelaufen - da ist also noch ein bisschen Luft nach oben.