Er ist nicht zufrieden. Das betont Jonas Wind gleich mehrfach in den knapp fünf Minuten, die er nach der Wolfsburger Niederlage in Dortmund (0:1) spricht. Der Stürmer ist nicht zufrieden mit dieser erneuten VfL-Pleite gegen die Borussia, aber auch die persönliche Situation gibt dem Dänen zu denken. Und so betont er: "Natürlich bin ich nicht zufrieden, wenn ich auf der Bank sitze. Heute war es besser mit 20 Minuten, aber ich bin nicht zufrieden."
Wind wurde am Sonntagabend in der 73. Minute ins Spiel gebracht, am 2. Spieltag (1:1 gegen Mainz) kam er erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Eine Nebenrolle für den Mann, der vor nicht allzu langer Zeit noch zu den Wolfsburger Unterschiedsspielern gehörte. Aktuell hat er im VfL-Sturm im Konkurrenzkampf mit Mohammed Amoura und Dzenan Pejcinovic die Jokerrolle inne - wenn überhaupt.
„Ich hoffe, dass es ein offener Kampf ist.“ (Jonas Wind über die Konkurrenzsituation im Wolfsburger Sturm)
"Ich hoffe, dass es ein offener Kampf ist", sagt Wind und deutet zumindest einen leisen Zweifel an. "Ich habe meine Qualität, Mo und Dzenan sind auch gute Spieler. Wir sind unterschiedlich." Der Däne betont: "Wenn das Team mich braucht, bin ich bereit."
Seine aktuelle Rolle ist freilich erklärbar: Wochenlang hatte er in der Vorbereitung mit Problemen am Hüftbeuger gefehlt, Schritt für Schritt arbeitet er sich zurück. Trainer Paul Simonis lobte zuletzt die Qualitäten des 26-Jährigen, betonte aber auch: "Er muss noch einiges an Arbeit investieren, denn das ist noch nicht das Niveau, das wir erreichen wollen."
Zu wenig: Nur vier Ballkontakte in rund 20 Minuten
In Dortmund konnte Wind die rund 20 Minuten Einsatzzeit nicht nutzen, um sich näher an die Startelf heranzuspielen. Lediglich vier Ballkontakte sind verzeichnet, der Stürmer war schlicht kein Faktor im Wolfsburger Spiel. Das muss er jedoch schnell ändern, damit sein großes Ziel in Erfüllung geht. "Im Sommer ist die WM, da will ich mit meiner Nationalmannschaft dabei sein."
Das geht nur über Leistungen in Wolfsburg. Oder ab Januar, wenn das Wechselfenster wieder öffnet, bei einem anderen Klub. Nicht wenige hatten zuletzt schon mit dem Abschied des Stürmers, der im Januar 2022 für zwölf Millionen Euro vom FC Kopenhagen gekommen war, gerechnet, jedoch tat sich nichts. "Ich weiß nicht, warum es nicht geklappt hat", sagt Wind nur dazu.
Wechsel im Winter? "Ich will keine Überschrift liefern"
Wie geht es nun weiter? Wechselt er im Winter? Bei der Frage nach seiner Zukunft weicht der Angreifer aus: "Ich will keine Überschrift liefern", sagt er und deutet damit an, dass er nicht aussprechen kann, was in seinem Kopf los ist. "Wir werden sehen, was passiert."
Klar ist: Wind muss sich steigern, muss Leistung bringen. Einerseits, um sich in Wolfsburg seinen Platz zu erobern. Andererseits, um sich auf dem Transfermarkt ins Schaufenster zu schießen und so auch bei Nationaltrainer Brian Riemer in Position zu bringen. Er kenne seine Qualität, betont Wind immer wieder. Nur muss er sie auch zeigen.