Pele Wollitz vollführte nach nervenaufreibender Nachspielzeit in Regensburg nach dem erlösenden Abpfiff wilde Freudentänze, und die mitgereisten Fans des FCE stürmten auf den Rasen des Jahnstadions, um ihren Lieblingen nah zu sein. "Nie mehr 3. Liga", sangen sie alle zusammen im Jubelrausch, euphorisiert, nach einer Durststrecke von zwölf Jahren bald wieder Zweitliga-Fußball sehen zu können.
Lemke findet es "unbeschreiblich"
Euphorisiert war natürlich auch Sebastian Lemke: "Ich kann es nicht in Worte fassen. Ich gönne es den Menschen, wenn hier 8000 Menschen runtergekommen sind", freute sich der Präsident. "Wir wollten die Lausitz stolz machen, und wenn man sich das hier auf dem Rasen anschaut, ist es gelungen. Es ist unglaublich, was wir die ganze Saison über gemacht haben. Das ist unbeschreiblich. Wir brennen heute Cottbus ab", blickte der Vereinsboss bei MagentaSport auf die Feierlichkeiten voraus.
„Es ist ein besonderer Tag. Ein Traum, der in Erfüllung geht.“ (Marius Funk)
"Es ist ein besonderer Tag. Ein Traum, der in Erfüllung geht. Es ist aber auch der verdiente Lohn für die Mannschaft", zog auch Marius Funk nach dem von ihm wegen des großen Fan-Supports tituliertem "Heimspiel" ein schnelles Saisonfazit. Der Torhüter war mitverantwortlich dafür, dass Energie als Sieger vom Platz ging. Der beim VfB Stuttgart gehandelte Keeper parierte bei der letzten Aktion der Partie einen Elfmeter von Jahn-Angreifer Florian Dietz und verhinderte damit den späten Ausgleich - danach brachen alle Dämme.
Für die Führung beim SSV - und letzten Endes auch die Entscheidung - hatte Jannis Boziaris gesorgt, dessen sehenswerter Fernschuss im Winkel einschlug und damit Cottbus auf Kurs Richtung 2. Liga brachte (28.). Aus der war Energie 2014 letztmals abgestiegen und hatte sich von 2016 bis 2018 sowie von 2019 bis 2024 sogar in der viertklassigen Regionalliga wiedergefunden.
In Gefahr wäre der direkte Aufstieg des FCE auch nicht gewesen, wenn Regensburg noch der Ausgleich gelungen wäre. Gefahr hätte vor allem von Duisburg gedroht, das bei der Tordifferenz im Falle eines Sieges den Lausitzern nahe hätte kommen können. Doch der Aufsteiger musste sich mit einem 1:1 gegen Viktoria Köln begnügen und Rot-Weiss Essen, das spät mit 3:2 in Ulm gewann, den Relegationsplatz überlassen.
Wollitz wieder entspannt, Cigercy planungssicher
Wollitz hatte seine Fassung dann relativ schnell wiedergefunden. "Ich bin noch relativ entspannt, bei mir kommt das immer etwas später", meinte der 60-Jährige. Später, nach der Rückkehr? Den Feierlichkeiten, die Tolcay Cigerci schon in Planung genommen hat, wird sich der Trainer wohl kaum entziehen. "Cottbus wird definitiv abgerissen, heute und die ganzen nächsten Tage", kündigte der beste Scorer (17 Tore, 16 Assists) sehr konkret das Vorhaben an. Und ergänzte damit die Ankündigung seines Präsidenten.