Auf den Tag genau ein Jahr vor dem 1:1 in der Regionalliga West beim Wuppertaler SV hat der aktuelle Spitzenreiter Sportfreunde Siegen zuletzt ein Ligaspiel verloren (0:3 gegen den ASC 09 Dortmund). Sogar schon 17 Monate liegt die jüngste Auswärtsniederlage des ehemaligen Zweitligisten zurück (1:3 bei den Sportfreunden Lotte, ebenfalls noch in der Oberliga Westfalen). Kein Wunder, dass Wuppertals Sportlicher Leiter Gaetano Manno (43) nach dem Punktgewinn gegen den Ligaprimus von einem "gefühlten Sieg" sprach.
Schließlich hatten die Bergischen nach dem Siegener Führungstreffer durch einen von Dustin Willms (26) verwandelten Foulelfmeter bis in die Schlussphase 1:0 geführt, ehe Fritz Kleiner (22) mit dem späten Ausgleich seinem Team zumindest noch ein Remis bescherte. In den letzten Minuten war der WSV dem Siegtreffer dann sogar näher.
Punkt für die Moral
Noch drei Tage zuvor hatte das Team von Trainer Sebastian Tyrala (37) bei der zweiten Mannschaft des SC Paderborn 07 eine 1:6-Klatsche kassiert. Daher sprach der Ex-Profi denn auch von einer "guten Reaktion" seiner Mannschaft: " Wir nehmen den Punkt für die Moral gerne mit."
Zwar fiel der Wuppertaler SV durch das Unentschieden wegen der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem SV Rödinghausen und dem Bonner SC wieder auf einen Abstiegsplatz zurück. Dennoch verbreitet ebenso wie Trainer Tyrala ("Wir sehen, dass die Qualität so langsam zurückkehrt") auch Sport-Chef Manno große Zuversicht: "Zum einen haben wir eine sehr junge Mannschaft, die sich im Laufe der Saison entwickeln wird. Zum anderen hat man gegen Siegen gesehen, dass sich unsere personellen Möglichkeiten verbessern."
So konnte der WSV im Gegensatz zu einigen vorherigen Partien wieder einen kompletten 20-Mann-Kader aufbieten. Außerdem kamen unter anderem mit Dominic Duncan (26) und Jeff-Denis Fehr (31) zwei gestandene Neuzugänge, die zwischenzeitlich mit Muskelfaserrissen für einige Partien ausgefallen waren, diesmal von der Bank und halfen mit, die drohende Heimniederlage noch abzuwenden.
Klassenverbleib als Ziel
Obwohl mit Semir Saric (28/Entzündung im Knie), Dildar Atmaca (22/Muskelbündelriss), Subaru Nishimura (22/Mittelfußbruch), Alwin Weber (22/Knie-Operation nach Meniskusriss) sowie dem langzeitverletzten Muhammed Bejdic (20/Kreuzbandriss) noch einige Spieler "auf Eis" liegen, sieht Manno den WSV grundsätzlich gut genug aufgestellt, um zumindest den Klassenverbleib zu sichern. "Trotz aller Probleme sind wir in der Liga absolut konkurrenzfähig. Das haben wir in sieben von neun Saisonspielen unter Beweis gestellt", findet der Sportliche Leiter und sieht die beiden deutlichen Niederlagen gegen den SV Rödinghausen (0:5) und eben in Paderborn (1:6) als Ausnahmen. "Wir wissen, dass so etwas passieren kann, wenn wir nicht an unsere 100 Prozent kommen. Umso wichtiger ist es, immer mit vollem Fokus bei der Sache zu sein."
Weil einige Spieler nach zwei Englischen Wochen in Folge "auf dem Zahnfleisch gehen" ist, Manno froh, dass vor den beiden bevorstehenden schweren Auswärtsspielen bei den Sportfreunden Lotte (27. September) und beim 1. FC Bocholt (3. Oktober) jeweils zwei normale Trainingswochen anstehen. Trotz der Favoritenstellung der beiden Gastgeber traut Manno dem WSV auch dort Erfolgserlebnisse zu. "In dieser Liga kann wirklich jeder jeden besiegen, das zeigen die Ergebnisse an jedem Spieltag. Deshalb müssen wir keine Angst haben. Wenn wir unsere Basics auf den Platz bringen, dann können wir auch in Lotte und Bocholt etwas holen", ist der Ex-Profi überzeugt.