Nach der EM ist vor der Nations-League-Finalrunde - und wieder geht es gegen Frankreich. Die DFB-Frauen treffen am 24. und 28. Oktober in Hin- und Rückspiel auf den Gegner, den sie Mitte Juli in der Schweiz auf dramatische Weise im EM-Viertelfinale besiegt haben.
Für die neuerlichen Duelle mit dem Nachbarn berief Bundestrainer Christian Wück am Dienstag 23 Spielerinnen - und hatte bei manchem prominenten Namen eine schwierige Entscheidung zu treffen.
Dass Lena Oberdorf erstmals seit Juli 2024 wieder als vollwertiges Kadermitglied dabei ist, hatte sich schon im Vorfeld angedeutet. Im Zuge ihrer Rückkehr denkt Wück auch über eine Systemumstellung vom 4-2-3-1 zu einem 4-3-3 nach.
Giulia Gwinn, die sich nach einer Innenbandverletzung zuletzt über Teilzeiteinsätze beim FC Bayern wieder an ihre volle Fitness herantastete und am Wochenende in Wolfsburg erstmals wieder über 90 Minuten auf dem Platz stand, wurde von Wück nominiert.
Neben Oberdorf und Gwinn ist auch Abwehrspielerin Bibiane Schulze Solano nach ihrem Kreuzbandriss zurück, für Athletic Bilbao war sie in der spanischen Liga bereits zum Einsatz gekommen.
Erstmals berufen sind Torhüterin Laura Dick von der TSG Hoffenheim, Abwehrspielerin Camilla Küver vom VfL Wolfsburg sowie Shekiera Martinez von West Ham United, die zuletzt für die U-23-Nationalmannschaft im Einsatz waren.
Freigang trotz Formtief dabei
Laura Freigang befand sich zum Saisonstart im Formtief und ist dennoch dabei. Ihre Vereinskollegin Nicole Anyomi, die Top-Scorerin der Bundesliga-Saison 2024/25, steht erstmals seit Oktober 2024 wieder im Aufgebot. Kurz vor der EM wollte Wück sie berufen, die Stürmerin sagte damals aber wegen Knieproblemen ab.
Weil Giovanna Hoffmann mit einem Kreuzbandriss und Vivien Endemann mit einer Muskelverletzung ausfällt, ist die Auswahl in der Offensive in der vergangenen Woche spürbar ausgedünnt worden. "Wir mussten verletzungsbedingt einige Änderungen im Kader vornehmen, was zugleich die Chance für neue Spielerinnen bietet, sich auf höchstem Niveau zu beweisen", sagte Wück am Dienstag.
Stammtorhüterin Ann-Katrin Berger fehlt wegen einer Knieverletzung. Mit ihr und der nominierten Kathrin Hendrich möchte der Bundestrainer während der Abstellungsperiode über ihre Zukunft im Nationalteam sprechen. Sara Däbritz war hingegen in der vergangenen Woche aus der DFB-Elf zurückgetreten.
Zudem fehlen die beiden Innenverteidigerinnen Sophia Kleinherne (VfL Wolfsburg) und Rebecca Knaak (Manchester City). Kleinherne befindet sich nach einer Oberschenkelverletzung weiterhin im Aufbautraining. Auch Knaak hat nach ihrer Meniskusverletzung bislang noch keine Spielpraxis sammeln können.