Im Laufe seiner aktiven Karriere hat Bas Dost einiges erlebt - darunter etwa die Triumphe im DFB-Pokal 2014/15 sowie im Supercup in der Folgesaison mit dem VfL Wolfsburg, für den der 1,96 Meter große Mittelstürmer zwischen 2012 und 2016 insgesamt 48 Tore in 117 Pflichtspielen erzielte. Allen voran den 29. Oktober 2023 wird der Niederländer jedoch auf ewig in Erinnerung behalten.
In der Nachspielzeit des Duells von Alkmaar und Nijmegen, für das Dost seit August 2023 gespielt hatte, war der damals 34-Jährige ohne gegnerische Einwirkung am Mittelkreis kollabiert und daraufhin regungslos auf dem Rücken liegen geblieben. Schnell eilten Sanitäter und medizinische Betreuer zur Hilfe, um dem Angreifer - wie sich im Nachhinein herausstellen sollte - das Leben zu retten.
Im Juni platzt der Traum vom Comeback
Nach zahlreichen Untersuchungen war schließlich eine Herzmuskelentzündung als Ursache für den Zusammenbruch ausgemacht worden, die "verschiedene Ursachen haben und schwerwiegende Folgen nach sich ziehen" kann, wie Dost bereits wenige Tage nach dem Unglück selbst erklärt hatte. Über eineinhalb Jahre hatte er im Anschluss mit jener Herzmuskelentzündung zu kämpfen gehabt - selbst das Fangenspielen im Garten mit seinem Sohn sei zu gefährlich gewesen.
Den Traum, wieder auf den Platz zurückzukehren, gab Dost, dem zwischenzeitlich ein Defibrillator eingesetzt worden war, dennoch nicht auf. Im April dieses Jahres war er wieder ins Mannschaftstraining der NEC Nijmegen eingestiegen, bis er "im Juni einen Anruf vom Kardiologen erhielt. Bei einem Training war etwas festgestellt worden", blickte Dost im Gespräch mit dem Algemeen Dagblad auf den Moment zurück, der "alles verändert hat" und ihn nach zweiwöchiger Bedenkzeit letztlich dazu bewog, seine Karriere endgültig zu beenden.
„So möchte man nicht mit dem Fußball aufhören.“ (Bas Dost)
"Man erschrickt sich zu Tode, wenn man hört, dass man einen Herzstillstand hatte. So möchte man nicht mit dem Fußball aufhören. Das möchte man selbst entscheiden. Schade, dass ich das nicht tun konnte", führte der Niederländer aus.
Gegenüber seinen Rettern, die er im Rahmen der Reportage erstmals persönlich treffen konnte, verspürt Dost derweil auch zwei Jahre später große Dankbarkeit: "Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich ihnen bin", erklärte er von Angesicht zu Angesicht. "Ohne sie wäre ich nicht mehr da. Vielen Dank, dass sie mein Leben gerettet haben."
Neben seiner Zeit in Wolfsburg ging der ehemalige Stürmer in der Bundesliga zwischen 2019 und 2021 auch für Eintracht Frankfurt auf Torejagd (43 Spiele, 15 Tore). Für die niederländische Nationalmannschaft lief er in 18 Pflichtspielen auf, verbuchte allerdings nur einen Treffer bei einem Testspielduell mit Wales im Jahre 2015.