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Zyperns neue Macht: Der Aufstieg von Bayern-Gegner Pafos

kicker

Die Provinz Pafos ist weltweit berühmt für die griechische Göttin der Schönheit und Liebe, Aphrodite, die laut antiker Mythologie hier dem Meer entstieg. Die Stadt Pafos wurde international bekannt, als sie 2017 europäische Kulturhauptstadt war. Und der Fußballklub Pafos FC? Der war bis vor Kurzem selbst national eher für politische Statements - so trägt er im Wappen den Kopf von Evagoras Palikaridis, einem berühmten zyprischen Freiheitskämpfer gegen die britische Kolonialherrschaft - als für sportliche Erfolge bekannt. Doch das hat sich in den vergangenen zwei Jahren drastisch geändert. Der junge Klub hat sich seit seiner Gründung 2014 rasant zur neuen Fußballmacht der Insel entwickelt und den Rest der zyprischen Konkurrenz recht deutlich distanziert.

Nach der Fusion der beiden finanziell angeschlagenen lokalen Vereine AEK Kouklia und AE Paphos folgte anfangs eine Achterbahnfahrt zwischen 1. und 2. Liga und drei Jahre später schließlich die Übernahme des Klubs durch die Firma "Total Sports Investments", die außerdem den FC Riga, Rodina Moskau sowie United FC Dubai kontrolliert. Deren Gründer, der milliardenschwere russische Unternehmer Sergey Lomakin, ist seitdem der starke Mann bei Pafos, sein Partner Roman Dubov (ein in Ungarn geborener Russe, der mittlerweile die britische Staatsbürgerschaft besitzt) fungiert als seine rechte Hand und Vorstandsvorsitzender des Klubs.

Mit ihnen begann eine neue Ära. Sie investierten in Steine und Beine. Neue, hochmoderne Trainingsanlagen wurden gebaut, Datenanalysen in alle Entscheidungsprozesse integriert, von der Spieler- und Talentsuche bis hin zur medizinischen Reha, die Trainerstäbe personell erweitert und professionalisiert und bei der Jugendarbeit Kooperationen eingegangen mit international bekannten Klubs wie Atalanta Bergamo, Udinese, Chelsea, Watford, dem FC Sevilla und dem FC Porto. Der sportliche Fortschritt blieb jedoch zunächst noch aus, die ambitionierten neuen Eigentümer waren zu ungeduldig, heuerten und feuerten die Trainer des Profiteams in unschöner Regelmäßigkeit. Unter die Top 6 kam Pafos nicht.

Das änderte sich erst 2023 mit der Verpflichtung des international eher unbekannten Spaniers Juan Carlos Carcedo als neuer Trainer und des Italieners Cristiano Giaretta (zuvor bei Udinese tätig) als neuer Sportdirektor. Das Duo stellte dank durchdachter Kaderplanung gemeinsam mit den beiden Leitern der Scouting-Abeilung, dem Brasilianer Pedro Henrique und dem Portugiesen Rodolfo Vaz, sowie mittels eines Budgets zwischen 15 und 20 Millionen Euro ein schlagkräftiges Team, vor allem bestehend aus ausländischen Profis, zusammen.

Remis beim CL-Debüt

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Es begann ein scheinbar unaufhaltsamer Triumphzug voller Premieren. 2024 wurde als erster Titel überhaupt der Pokal gewonnen, gefolgt vom Einzug ins Achtelfinale der Conference League beim umjubelten Europacup-Debüt und schließlich dem ersten Meistertitel 2025 bis nun hin zur erstmaligen Teilnahme an der Ligaphase der Champions League. Pafos blieb in der Qualifikation gegen die stärker eingeschätzten Teams Maccabi Tel Aviv, Dynamo Kiew und Roter Stern Belgrad unbesiegt. Zuletzt hatte mit APOEL Nikosia vor acht Jahren ein zyprischer Klub die Gruppenphase der Königsklasse erreicht.

Als Pafos am 17. September sein erstes Spiel bei Olympiakos Piräus bestritt (0:0), war auch David Luiz mit dabei - wenn auch nur 33 Minuten lang, dann musste der Champions-League-Sieger von 2012 verletzt ausgewechselt werden. Die mittlerweile 38-jährige brasilianische Innenverteidigerlegende mit einer großen Vergangenheit bei Benfica Lissabon, Chelsea, Paris Saint-Germain und Arsenal wurde kurzfristig verpflichtet. Das zeigt die neue internationale Attraktivität des Klubs, der nun neben Kapital, Netzwerk und Know-how auch über sportliche Wettbewerbsfähigkeit verfügt.

Was noch fehlt, sind zum einen mehr zyprische Eigengewächse im Kader, denn obwohl die U 19 dreimal in Serie Meister war, stehen mit Torwart Neofytos Michail und Linksverteidiger Kostas Pileas nur zwei Einheimische im Kader. Und zum anderen ein neues, eigenes Stadion. Die Heimarena Stelios Kyriakides entspricht nicht den UEFA-Kriterien, deswegen muss international in Limassol (rund 70 Kilometer entfernt) gespielt werden. Dort steigt nun am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker), wenn der FC Bayern zu Gast ist, das erste große Highlight.