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Absolute Mehrheit: Hassan Moustafa weiter IHF-Präsident

kicker

Der Ägypter Hassan Moustafa bleibt Präsident des Handball-Weltverbands IHF. Der 81-Jährige, der aufgrund seines Führungsstils und langen Amtszeit in der Branche "Pharao" genannt wird, setzte sich bei der Wahl in Kairo deutlich gegen seine drei Gegenkandidaten durch. Von den insgesamt 211 Mitgliedsverbänden waren nach Angaben der IHF 176 beim Kongress anwesend, wobei jeder Verband über eine Stimme verfügte.

Beim IHF-Kongress in Kairo erhielt Hassan Moustafa nach Informationen von handball-world bei der Wahl des Präsidenten des Handball-Weltverbandes 129 der Stimmen und damit einen Anteil von 73,3 Prozent der insgesamt 176 stimmberechtigten Mitglieder. Die drei Kontrahenten aus Europa waren deutlich abgeschlagen.» Ergebnisse IHF-Wahl 2025: Präsident, Exekutivkommitee und Gremien

Der Slowene Franjo Bobinac konnte mit 24 Stimmen (13,64 Prozent) noch die meisten Gegenstimmen hinter sich bringen, knapp dahinter folgte der vom DHB unterstützte Deutsche Gerd Butzeck mit 20 Stimmen (11,36 Prozent). Der Niederländer Tjark de Lange wurde nur von drei Personen (1,7 Prozent) gewählt.

Wie im Livestream zu beobachten war, kam es während der Wahl zu Problemen mit dem Votingsystem sowie der Internetverbindung. Die Abstimmung wurde um mehrere Stunden verschoben, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

"Sowohl Format und Ablauf der Wahl als auch das Ergebnis sind schmerzhaft", so der bei der Wahl unterlegene Kandidat Gerd Butzeck. "Ich wünsche dem Handball inständig, dass es trotz des beschlossenen Stillstands alsbald Fortschritte gibt. Davon hängt die Zukunft unseres Sports ab."

"Der Ablauf des Kongresses war eine Farce und dem internationalen Handball unwürdig, weil es alleine vier Stunden dauerte, bis die Technik der Wahl funktionierte", kritisierte DHB-Präsident Andreas Michelmann. "Wie zu erwarten, war das Verfahren nicht fair: außer Dr. Moustafa hatte am Vortag des Kongresses kein Kandidat die Chance, sich bei den Treffen der Kontinentalverbände zu präsentieren."

Vorstandsboss Mark Schober, der gemeinsam mit DHB-Präsident Michelmann in Kairo vor Ort war, fügte an: "Das Ergebnis diese Wahl müssen wir respektieren, aber das System One-Nation-One-Vote mit 176 stimmberechtigten Nationalverbänden ist ein Hindernis für die Entwicklung jedes Weltsports."

Frankreich auf Seiten von Moustafa

Während sich Europa nicht hinter einem Gegenkandidaten versammeln konnte, hatte Frankreichs Präsident Philippe Bana bereits im Vorfeld seine Unterstützung für Hassan Moustafa angekündigt. Der französische Handball-Verband sprach in einer Pressemeldung davon, dass durch die Wiederwahl die "Kontinuität" gesichert sei.

Philippe Bana wurde im Anschluss zum Vizepräsidenten gewählt. "Ich danke den Verbänden für ihr Vertrauen und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Präsident Hassan Moustafa und dem gesamten Exekutivkomitee", erklärte der französische Vertreter im Anschluss. Er hatte in seinem Programm die digitale Transformation, den Dialog mit den Verbänden und die Chance Olympia 2028 als Prioritätsthemen genannt.

"Handball hat alle Voraussetzungen, um eine der wichtigsten Sportarten des 21. Jahrhunderts zu werden. Nun liegt es an uns, ihm die nötigen Werkzeuge an die Hand zu geben, um dieses Ziel zu erreichen: eine starke digitale Präsenz, eine moderne Marke und ein gestärktes Wirtschaftsmodell", so Philippe Bana, der anfügte: "Die nächsten vier Jahre werden entscheidend sein."

Bana erhielt 108 Stimmen, der von Gerd Butzeck unterstütze Bahrainer Ali Eshaqi 68. Alle weiteren IHF-Exekutivmitglieder wurden ohne Gegenkandidaten einstimmig gewählt: Anna Rapp (Schweden) bleibt Schatzmeisterin, Narcisa Lecusanu (Rumänien) Exekutiv-Mitglied. Als einziger Deutscher in den IHF-Gremien bleibt Dietrich Späte Vorsitzender der Methoden- und Trainerkommission.

Erstmals seit 2009 Gegenkandidaten

Die Internationale Handballföderation wurde in ihrer jetzigen Form am 12. Juli 1946 in Kopenhagen gegründet und hat aktuell ihren Sitz in Basel. In 79 Jahren hatte die IHF bislang lediglich fünf Präsidenten. Moustafa steht dem Weltverband seit dem Jahr 2000 vor, wurde nun zum sechsten Mal schon wiedergewählt.

Erstmals seit 2009 hatte der Afrikaner Gegenkandidaten, weil viele seiner Kritiker um die Zukunft des Sports und den olympischen Status fürchten. Dieses Ziel erreichte er bislang nicht. Es sind fast jährlich die gleichen Nationen, die Großturniere ausrichten - und gewinnen.

Bei den Statutenänderungen wurde ein Antrag Griechenlands mit über 70 Prozent zugestimmt, dass es für Führungspositionen innerhalb der IHF eine Altersgrenze geben wird. Sollte diese entsprechend umgesetzt werden, könnte Hassan Moustafa in vier Jahren nicht mehr antreten.

"Ich verspreche, dass ich Tag und Nacht arbeiten werde, um unseren Sport in jeder Ecke der Welt zu promoten. Gemeinsam können wir viele Dinge erreichen. Wir haben einen tollen Sport, aber wir müssen zusammenarbeiten", appellierte unterdessen der 81-jährige Moustafa nach seiner Wiederwahl an die Mitgliedsverbände.