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"Absolutes Monster": Wer ist Tom Kiesler?

kicker

"Ich bin Tom Kiesler und ich bin Gummersbacher durch und durch", so stellt sich der Abwehrspezialist in der neuen Serie "Meisterlich" auf dem YouTube-Kanal der Daikin HBL vor, welche die Liga zum 60-jährigen Bestehen gestartet hat.

"Mein Urgroßvater hat damals für den VfL gespielt. Er ist in der ersten fotografisch festgehaltenen Mannschaft drauf. Von daher fließt da schon lange VfL-Blut in meinen Adern." Vor 100 Jahren wurde das Foto von Anton Kiesler und seinen Teamkollegen aufgenommen, Vater Martin ist aktuell als Geschäftsführer im Vorstand des Hauptvereins.

Seit 2010 trägt Kiesler das Handball-Trikot des VfL Gummersbach, wurde in der Jugend unter anderem auch vom heutigen Potsdam-Coach Emir Kurtagic gefördert und galt seinerzeit als einer der wurfstärksten Rückraumshooter seines Jahrgangs.

HBL-Debüt 2019 in Flensburg

"Mit dem Alter wuchs der Wunsch, dass man Teil der Profimannschaft vom VfL sein möchte. Es ist ein tolles Gefühl, dass man als Profi in der Schwalbe-Arena auflaufen darf", so Kiesler. Seinen ersten offiziellen Erstliga-Einsatz hatte er am 18. April 2019 beim Auswärtsspiel in Flensburg.

Seit der Saison 2019/20 gehört Kiesler zum festen Profi-Kader. Der Ligaverband weist aktuell in acht Spielzeiten 91 Partien in der Daikin HBL sowie 71 Partien in der 2. Handball-Bundesliga aus.

Kieslers Vertrag läuft noch bis 2030. "An guten Tagen ist er ein Weltklasse-Abwehrspieler und ein Aushängeschild unseres Vereins", so sein Trainer beim VfL, Gudjon Valur Sigurdsson.

Wolff begeistert über "absolutes Monster"

"Kiesler ist sehr variabel und flexibel in seinem Spiel. Er kann so gut wie alle Innenblock-Positionen spielen, egal ob in einer defensiven oder offensiven Abwehr. Das könnte sehr wertvoll für uns sein", hatte Bundestrainer Alfred Gislason im Vorfeld der Länderspiele gegen Island gesagt.

Obwohl das Duo Kiesler/Golla nur drei Trainingseinheiten gemeinsam hatte, funktionierte das deutsche Deckungszentrum nahezu reibungslos. "Wir haben uns gut abgestimmt", meinte Tom Kiesler in Richtung Golla: "Ein paar Kleinigkeiten kann man sicher noch verändern, aber es hat gut geklappt."

Richtig ins Schwärmen geriet tatsächlich Keeper Andreas Wolff, dem die Abwehr "ausgesprochen gut" gefallen hatte: "Tom Kiesler hat ein fantastisches Debüt für uns gegeben. Tom ist ein sehr guter Eins-gegen-eins-Spieler mit einem sehr guten Verständnis fürs Block-Torwart-Spiel." Der EM-Held von 2016 adelte Kiesler später noch als "absolutes Monster, was die Abwehr angeht".

Abstieg als Karriere-Boost

"Das ist eine coole Geschichte, dass wir einen Gummersbacher als Leistungsträger in der Bundesliga haben", freut sich VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler, der schon 2022 betont hatte: "Er ist das perfekte Beispiel dafür, wie man es auch als Eigengewächs mit viel Fleiß und Arbeit in die erste Mannschaft schaffen kann."

Der erstmalige Abstieg des Traditionsvereins war möglicherweise auch der Karriere-Boost für Kiesler. "In der 2. Liga hatten wir noch zehn oder elf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader. Das ist heute deutlich schwieriger", so Christoph Schindler.

"Wenn die Jungs aus die U19-Bundesliga kommen und direkt in die Senioren-Bundesliga gehen - dieser Sprung ist eigentlich nicht zu machen", sagte Schindler.

Rückschläge durch Verletzungen

Auf der anderen Seite wurde die Entwicklung aber auch immer wieder durch Verletzungen ausgebremst. Eine im September 2023 erlittene Meniskusverletzung wurde erst im Sommer 2024 operiert und fiel anschließend neun Monate aus.

Am 7. März 2025 feierte der 24-Jährige dann sein langersehntes Comeback. Doch schon in seinem zweiten Spiel kassierte Kiesler eine Blaue Karte und war für die Partie gegen Wetzlar gesperrt.

Nach nicht einmal sechs Wochen folgte der nächste Schock: Im Training hatte sich der Rückraumspieler den Mittelfuß gebrochen. Die Saison war für Kiesler also vorzeitig beendet, auch das mögliche Länderspiel-Debüt verzögerte sich.

"Es ist halt Leistungssport, nicht Gesundheitssport, da passieren solche Sachen. Man kann ja nicht mehr machen, als das zu akzeptieren und weiterarbeiten, damit man halt eben schnell wieder zurückkommt", hatte das Gummersbacher Eigengewächs seinerzeit gesagt.

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