Erfolgreichste Werferinnen der DHB-Talente war Farrelle Njinkeu mit sechs Treffern. Bereits am gestrigen Freitag schlug die deutsche Nationalmannschaft Polen in Stralsund deutlich mit 39:23.
"Nach ausgeglichenen ersten 15 Spielminuten wurden wir immer stabiler, haben immer besser verteidigt und haben eine gute Qualität erreicht", sagte Nordmeyer nach der Partie. "Auch durch unsere Wechsel gab es keinen Bruch im Spiel. Dass wir heute im zweiten Spiel die 40-Tore-Marke knacken, ist sehr gut. Das war eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung."
Nordmeyer wechselt durch
Vor prächtiger Kulisse in Neubrandenburg (Nordmeyer: "Die Kulisse und Atmosphäre war sehr beeindruckend. Das fing bei der Hymne an und ging bis den Standing Ovations in der letzten Minute") wechselte Nordmeyer seine Starting 7 im Vergleich zum Vortag durch.
Trotz auch in der Anfangsphase guten Verteidigung, gehörte den Polinnen vor allem mit Blick auf das eigene Torkonto die Anfangsphase. Eine schnelle 3:0- sowie 5:2-Führung war die Folge, auch begünstigt durch Ballverluste und Fehlwürfe der deutschen Offensive.
Je länger die ersten 30 Minuten liefen, desto mehr fand aber die deutsche Offensive ins Spiel, auch die Defensive wurde immer stabiler. Die in der Anfangsphase vor allem offensiv aktive Lara Däuble, Kim Ott sowie Alissa Werle vom Siebenmeterpunkt sorgte für einen erstmaligen Ausgleich nach zehn Minuten (5:5). Die erste deutsche Führung besorgte Farrelle Njinkeu nach 17. Spielminuten (9:8).
Auch die erste polnische Auszeit nach 20 Minuten konnte den deutschen Aufwind und Druck auf beiden Seiten der Platte nicht brechen. Ein abschließender 8:1-Lauf der DHB-Auswahl sorgte für eine 18:11-Führung zur Pause.
Deutschland bestimmt Partie
Nach der Pause sah das Publikum in Neubrandenburg ein gleiches Bild. Die deutsche U20 bestimmte die Partie, verteidigte weiterhin - auch im gegen sieben Feldspielerinnen der Polinnen - sehr stark und fand auch offensiv immer wieder Lücken.
Diese Stabilität ließ den Vorsprung immer mehr anwachsen. Hannah Gutzeit sorgte nach 40. Minuten für eine erstmalige zehn-Tore-Führung (25:15). Die deutschen Talente blieben spielfreudig, begeisterten die über 2.000 Fans in Neubrandenburg mit ihrem Spiel. Kim Ott war es, die den 40. deutschen Treffer erzielte, Lotta Christansen setzte Sekunden vor dem Abpfiff mit dem 41:23 den Schlusspunkt - der Sieg im Jahresabschluss war perfekt.
"Geht um Qualität und Weiterentwicklung"
Mit dem neuerlichen Erfolg gegen die polnische Auswahl baute die DHB-Auswahl ihre beeindruckende Siegesserie aus: Zehn Siege in Serie gab es für die Mannschaft von Bundestrainer Christopher Nordmeyer - darunter auch der 34:27-Sieg gegen Spanien im Finale der EHF EURO im Sommer, der die DHB-Talente zu Europameisterinnen krönte. Nordmeyer: "Wenn man im gesamten Kalenderjahr nur ein Spiel verliert, Europameister wird und das Jahr so souverän beendet, kann man von einem goldenden Jahr sprechen."
Der Blick der deutschen Nationalmannschaft geht aber bereits zum Jahresabschluss bereits in Richtung 2026 und der Weltmeisterschaft im kommenden Sommer. "Es geht vor allem um Qualität und Weiterentwicklung, denn die anderen Nationen entwickeln sich auch weiter. Wir wollen nachlegen und sind dafür bereit. Das zeigen auch so Spiele wie die letzten beiden gegen Polen. Die Spielerinnen sind hungrig und wollen alle unbedingt zur WM", lobte Nordmeyer abschließend.
Deutschland - Polen 41:23 (18:11)
Deutschland: Merle Muth, Lena Lindemann 1; Hannah Gutzeit 1, Elies Mertens 3, Farrelle Alicia Njinkeu 6/3, Aida Mittag 2, Chiara Lavinia Rohr 5, Ruslana Litvinov 3, Lotta Christiansen 1, Lara Däuble 5/2, Aylin Bornhardt 5, Anna Rudolf 1, Alissa Werle 1/1, Tabea Frank 1, Marlene Tucholke 3, Kim Ott 3
Polen: Kinga Berent, Marta Wrzesinska, Michalina Machnio 3, Maria Mazurkiewicz 6/4, Lena Kepka 2, Julia Grzesista 1, Oliwia Pawlowska 3, Maja Schlabs 4, Joanna Kalbarczyk, Natalia Gardian 2, Emilia Szymanska, Maria Biesaga, Hanna Szczotka, Maria Pentek, Zofia Chwojnicka 2, Marta Czachor
Zuschauer: 2376 (Jahnsportforum, Neubrandenburg)Schiedsrichter: Fedtke / WienrichStrafminuten: 2 / 8