Deutschlands EM-Auftaktgegner Österreich hat irritiert auf die harte Kritik des deutschen Handball-Nationaltorhüters Andreas Wolff am eigenen Spielstil reagiert. "Ich hoffe, er weiß selber, dass die Wortwahl nicht die richtige war. Wenn jetzt noch der letzte Spieler Motivation gebraucht hat, soll er sich nochmal das Video anschauen, dann sind die letzten Prozentpunkte da, um 100 Prozent zu geben", konterte ÖHB-Keeper Constantin Möstl vor dem Aufeinandertreffen an diesem Donnerstag (20.30 Uhr/ARD/Dyn) bei Sport1 und betonte beim Medientag in Silkeborg: "Wir spielen einfach unseren Stiefel runter und schauen, was rauskommt."
Mit Blick auf das Überzahlspiel Sieben-gegen-Sechs hatte Wolff den Spielstil der Österreicher als "unattraktiv" und als "Anti-Handball" beschrieben und von einer "Hässlichkeit" im Angriffsspiel gesprochen. "Es geht eher um die Wortwahl. Teils war es schon nicht richtig, wie man über den Gegner spricht. Aber es ist uns wirklich scheißegal. Wenn es zum Sieg hilft, ist es mir wurscht", befand Möstl weiter.
"Es hat ein wenig Zündstoff gegeben", erklärt Österreichs Kreisläufer Tobias Wagner, der mit einem Kampfgewicht von 125 Kilogramm zu den Schwergewichten des Turniers zählt. "Österreich gegen Deutschland ist immer ein großes Duell, zumal es zuletzt immer ein knappes Duell war. Wir wollen den Bock umstoßen und das Spiel gewinnen." Wolffs Aussagen geben der Partie "ein bisschen Brisanz extra" und der Frankreich-Legionär sieht als Erfolgsrezept "ganz viel Sieben-gegen-Sechs spielen."
"Haben keine Extra-Motivation gebraucht"
"Wir haben keine Extra-Motivation gebraucht und sie trotzdem bekommen", sagt Österreichs Linksaußen Sebastian Frimmel. Wolff habe es "etwas zu scharf formuliert", doch "im Kern hat er nicht unrecht". Der Szeged-Legionär betont: "Man hätte es respektvoller formulieren können."
Auch Deutschlands Spielmacher Juri Knorr empfand Wolffs Aussagen als "ziemlich offensiv". Das spiegele nicht das wider, was die Österreicher in den vergangenen Jahren gemacht hätten und wie sie sich entwickelt hätten. "Ich denke, Andi wollte damit eigentlich ausdrücken, dass er höchsten Respekt hat vor dem österreichischen Handball. Vielleicht wollte er auch ein Warnsignal an unsere Mannschaft schicken, denn wir haben uns in den vergangenen Spielen sehr schwergetan", befand Knorr.
"Für mich war das ein Kompliment für unser Sieben-gegen-Sechs. Wir haben Deutschland schon ein, zweimal damit geärgert", erklärte Lukas Herburger von den Füchsen Berlin. Kiel-Legionär Bilyk erzählte, im gemeinsamen Hotel in Silkeborg, eine halbe Autostunde von Herning entfernt, bereits mit Wolff "darüber gelacht" zu haben, gab aber auch zu: "Ein Sportlerherz trifft das trotzdem. Ich glaube, wir werden morgen dementsprechend darauf reagieren."
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