Die Österreicher zeigten eine couragierte Leistung gegen Frankreich, die den letzten EM-Titel holten. Fünfzig Minuten lang waren die beiden Mannschaften auf Augenhöhe. In der Schlussphase konnten sich die Franzosen dann auf die Leistung von Charles Bolzinger verlassen, der im Anschluss auch zum besten Spieler des Spiels gewählt wurde. Am Ende unterlag die ÖHB-Auswahl nur knapp mit 34:29.
"Ich bin nicht zufrieden, ich bin unglaublich zufrieden", zeigte sich Cheftrainer Iker Romero nach Spielende glücklich mit der Leistung seines Teams. Und das zurecht. Auch wenn das Spiel nach rund drei Minuten mit einer Schrecksekunde begann: Beim ersten Treffer Frankreichs zum 1:2 machte Elias Kofler ein paar Schritte Richtung Mittellinie, legte sich dann am Boden und kam nur mit Hilfe vom Feld. Eine Diagnose ist noch offen.
Österreich hält lange mit
Die rotweißrote Deckung stellte die Franzosen um Superstar Dika Mem, der 2027 in die Bundesliga kommen wird, die gesamte Partie über vor Probleme, wodurch Frankreich sich keinen echten Vorsprung erspielen konnte. Erst in der 44. Minute legte der Europameister erstmals mit vier Treffern vor. Der Ball prallte von der Querlatte auf die Ferse von Leon Bergmann und von dort zum 24:20 ins Tor.
Mit einem Doppelschlag gelang es Österreich nur wenig später den Abstand wieder auf zwei Tore zu verkürzen. In der 53. Minute brachte Lukas Hutecek sein Team sogar auf 27:28 heran und der Pfosten rettete Frankreich beim Konter von Sebastian Frimmel vor dem zu diesem Zeitpunkt mehr als verdienten Ausgleich.
Stattdessen zeigte sich Frankreich in der Schlussphase etwas effizienter und setzte sich 34:29 durch. Die Niederlage sorgte dennoch für zufriedene Gesichter im rotweißroten Lager, denn man hatte gegen Frankreich jene Reaktion gezeigt, die man nach der Niederlage gegen Tschechien im vorherigen Testspiel unbedingt aufs Feld bringen wollte.
Iker Romero zufrieden
"Wir haben gekämpft, hatten den Willen und die Leidenschaft. Da war heute alles dabei, was es gegen eine der besten Mannschaften der Welt braucht. Für einen Sieg muss da natürlich alles klappen, aber wir hatten bis zum Schluss die Chance auf die Sensation und haben über 60 Minuten alles gegeben. Einfach überragend", so Romero nach der Niederlage.
Auch Sebastian Frimmel bezeichnete den Auftritt seiner Mannschaft als "sehr solide". "Wir haben jetzt noch ein Testspiel. Wenn wir da noch einen Schritt machen können, bin ich sehr zuversichtlich für die EM", schaut der 30-Jährige voraus.
Das Ergebnis unterstreicht nochmal die Herausforderung, die mit der "Monstergruppe" A auf die deutsche Nationalmannschaft zukommt. Die weiteren Vorrunden-Gegner der DHB-Auswahl sind Serbien und Spanien.
Kader DHB-Gegner: Österreich, Serbien, Spanien
Frankreich - Österreich 34:29 (18:16)
Österreich: Bergmann (15 P.), Möstl; Hutecek (9), Nigg (4), Mahr (3), Bozovic (3), Frimmel (3), Bilyk (3), Herburger (1), Paulnsteiner (1), Damböck (1), Wagner (1), Petrusic, Moser, Belos, Zivkovic, Kofler, Miskovez
Frankreich: Kieffer (3 P.), Bolzinger (7 P.), Desbonnet (1 P.); Y. Lenne (3), Minne (5), Bos (1), Prandi (2), M. Richardson (4/2), Mem (3), Tournat (4), Fabregas (1), Descat (5/4), Kounkoud (2), Peleka, Nahi (2), Konan, Zaepfel, Briet (2)
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