Für David Späth ist Hannover immer eine Reise wert. Hier begann für den damaligen U21-Nationaltorhüter die erfolgreiche Gold-Mission bei der Heim-WM der Junioren 2023, in der Stadt am Maschsee löste er mit dem deutschen A-Team 2024 auch das Olympia-Ticket. Nun sollen für den Silbermedaillengewinner der Spiele von Paris aller guten Dinge drei werden: Am Sonntag treffen sich in Hannover die Auserwählten von Bundestrainer Alfred Gislason zum Start in die EM-Vorbereitung.
Er freue sich "auf die Jungs", sagte Späth auf der Webseite des Deutschen Handballbundes (DHB), "jetzt haben wir wieder viel gemeinsame Zeit" - im Idealfall bis zum 1. Februar, dann steigt im dänischen Herning das Endspiel um Europas Krone.» Der Spielplan der EM 2026
Schweres Programm
Doch bei dem am 15. Januar beginnenden Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen müssen die Sinne im deutschen Team bereits ab der ersten Sekunde geschärft sein, die Auslosung meinte es nicht gut mit Gislason und seinen Spielern.
"Man braucht immer Vollgas - und dieses Mal umso mehr", kommentierte Kapitän Johannes Golla, der wie seine Mitstreiter zwischen Bundesliga-Pflichten und Nationalmannschafts-Aufgaben immerhin rund eine Woche ausspannen durfte.» Warum Deutschland auf eine Mini-EM-Vorbereitung setzt
Österreich, Serbien und Spanien sind die namhaften Vorrundengegner im dänischen Herning, in der Hauptrunde werden dann neben Olympiasieger und Weltmeister Dänemark noch Titelverteidiger Frankreich, der WM-Vierte Portugal und Co-Gastgeber Norwegen als Gegner erwartet.
Schon die drei Auftaktgegner könnten "bei einer guten Leistung jeder Mannschaft gefährlich werden, auch uns", sagt Golla: "Ich bin aber optimistisch, weil wir von Anfang an wissen, um was es geht, weil es schon nach dem ersten oder zweiten Spiel eine Ausgangslage geben kann, die man am Ende nicht mehr reparieren kann."
Zwei Tests im Vorfeld
Mut machen die Erinnerungen an Olympia 2024 in Paris. Damals gewann Deutschland zum Auftakt gegen Schweden, "wir nehmen uns auch jetzt vor, mit einer guten Leistung ins Turnier zu starten und dann in den Flow zu kommen", so der Kapitän.
Helfen sollen auch die beiden Tests gegen "Angstgegner" Kroatien. Gegen den WM-Zweiten spielt Deutschland am 8. Januar in Zagreb und am 11. Januar in Hannover. Mit diesem Gegner habe sich das DHB-Team in den vergangenen Jahren schwergetan, räumt Golla ein: "Wir haben einige Spiele in verschiedenen Wettbewerben verloren, deswegen ist es super, dass wir solche Härtetests dann vor dem Turnier haben, um zu wissen, wie es um uns steht."
Am 13. Januar wird dann wie bei der WM 2025 - die ernüchternd im Viertelfinale endete - Quartier im dänischen Silkeborg bezogen. Für Späth ist das ein Vorteil. "Das ist schon wie eine Routine. Im gleichen Hotel und der gleichen Halle wie im Vorjahr zu sein, tut immer gut", betonte der Herausforderer von Torwart-Routinier Andreas Wolff. "Ziel ist das Halbfinale", sagte Gislason im SID-Interview in aller Deutlichkeit. Das würde viel gemeinsame Zeit für Späth und Co. bedeuten.
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