Im vierten Jahr nach dem Umzug des Final4 des DHB-Pokal nach Köln wird es den vierten Sieger geben - ein deutliches Indiz für die Unberechenbarkeit dieses Handball-Wettbewerbs. Von den drei früheren Siegern hatten die Rhein-Neckar Löwen und der THW Kiel erst gar nicht nach Köln, der SC Magdeburg musste in einem packenden Halbfinale gegen den Bergischen HC nach Siebenmeterwerfen seine Hoffnungen begraben. Der Außenseiter traf im Endspiel am Sonntag auf die Füchse Berlin - blieb in der ersten Final-Teilnahme aber ohne Chance. Die Füchse Berlin holten nach 2014 ihren zweiten DHB-Pokal.» In der Galerie: Das sind die DHB-Pokalsieger seit 2000
Rückblick 2025: TW Kiel schlägt wieder zu
2025 baute Handball-Rekordsieger THW Kiel seinen Vorsprung in der ewigen Siegerliste des DHB-Pokal aus: Nach einem in der Verlängerung gewonnenen Halbfinal-Krimi mit zwischenzeitlichem Fünf-Tore-Rückstand gegen die Rhein-Neckar Löwen setzte sich der THW Kiel im Endspiel gegen die MT Melsungen durch - auch dank starker Deckungsreihen stand es zur Pause lediglich 10:9.
Im zweiten Abschnitt stieg die Trefferzahl - und auch die Anzahl der Paraden von Andreas Wolff, so dass Patrick Wiencek nach dem 28:23 bei seinem letzten Spiel im DHB-Pokal die Trophäe in die Höhe recken konnte.
Für die MT Melsungen war es nach der Pleite im Vorjahr gegen den SC Magdeburg die zweite Final-Niederlage in Folge. Im Halbfinale hatten sich die Hessen gegen HBW Balingen-Weilstetten durchgesetzt, der als erster Zweitligist seit über 20 Jahren beim Final4 am Sonntag einen Sieg im Spiel um den dritten Platz gegen die Rhein-Neckar Löwen mit der Arena feierte.
Rückblick 2024: Höchster Finalsieg in diesem Jahrtausend
Der SC Magdeburg hat sich beim Final4 um den Handball-Pokal am 14. April 2024 den dritten Titel im DHB-Pokal geholt - hinzu kommen vier Erfolge im FDGB-Pokal. Die MT Melsungen wartet unterdessen auch nach der zweiten Final-Teilnahme weiter auf den ersten Erfolg. Das 30:19 war dabei der deutlichste Erfolg in diesem Jahrtausend, lediglich 1998 hatte der THW Kiel einen noch größeren Vorsprung im Finale.
Die SG Flensburg-Handewitt scheiterte bereits im Halbfinale überraschend an Melsungen und steht weiter bei vier Siegen im DHB-Pokal. Die Füchse Berlin, die sich gegen Flensburg im Spiel um den dritten Platz geschlagen geben mussten, bleiben bei einem Pokalsieg.
Rückblick 2023: Überraschung nach Siebenmetern
Den zweiten Sieg im DHB-Pokal feierten im Vorjahr die Rhein-Neckar Löwen: Im zweiten Siebenmeterwerfen der Final4-Geschichte krönte sich die Mannschaft von Sebastian Hinze im April 2023 nach 2018 zum zweiten Mal zum Handball-Pokalsieger. Der SC Magdeburg verlor nach starker Aufholjagd in der Verlängerung unterdessenzum zweiten Mal, nach dem 31:32 im Jahr 2015 gegen Flensburg, ein Pokalfinale im Siebenmeterwerfen.
Ein drittes gab es zuvor 1992, damals allerdings noch nach Hin- und Rückspiel, wobei TuSEM Essen sich gegen Flensburg durchgesetzt hatte. Mit dem Erfolg der Rhein-Neckar Löwen bleibt es unterdessen bei siebzehn verschiedenen Vereinen, die sich seit 1975 in die Siegerliste des DHB-Pokals eintragen konnten.
Rekord-Pokalsieger THW Kiel
Der THW Kiel hat unterdessen auch weiter den Status als Rekordsieger im DHB-Pokal: 13 Gewinne im Handball-Pokal haben die Norddeutschen zu Buche stehen, die sich in diesem Jahr im Viertelfinale gegen die Füchse Berlin geschlagen geben mussten.
Neben der SG Flensburg-Handewitt steht auch der TBV Lemgo Lippe weiter bei vier Erfolgen. Der VfL Gummersbach ist mit fünf Titeln weiterhin der zweiterfolgreichste Klub. Die Oberberger konnten den Pokal allerdings zuletzt 1985 in die Höhe stemmen, Flensburg-Handewitt triumphierte zuletzt 2015, Lemgo 2020. Wie Lemgo und Flensburg steht auch Großwallstadt bei vier Siegen im DHB-Pokal, der letzte Erfolg stammt aus dem Jahr 1989.
Den vierten Titel hatte sich der TBV Lemgo Lippe für die Spielzeit 2020 im Jahr 2021 mit einem 28:24 gegen die MT Melsungen geholt - nach dem die Pokalsaison 2021 aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Für die MT setzte es 2024 dann die zweite Finalniederlage, Magdeburg konnte im achten Endspiel den dritten Sieg feiern.
Der TBV Lemgo Lippe hingegen hat eine Serie von vier Siegen bei fünf Finalteilnahmen: Nur 1999 mussten sich die Lipper in einem Endspiel Rekordsieger Kiel geschlagen geben. Die SG Flensburg-Handewitt hat hingegen dreizehn Endspiele bestritten, stand von 2011-2017 gleich siebenmal in Folge in der letzten Partie des Wettbewerbs. Den Rekord hält hier auch Kiel mit 15 Endspielen - 12 davon wurden gewonnen.
Titelträger FDGB-Pokal Handball
Vor der Wiedervereinigung wurde in der DDR parallel zum DHB-Pokal der FDGB-Pokal - die Abkürzung steht für Freier Deutscher Gewerkschaftsbund - im Handball ausgespielt. Er wurde zum ersten Mal 1971 vergeben, Premierensieger war BSG Chemie Premnitz, das auch die folgenden zwei Auflagen gewann.
Diese fanden bis 1976 noch ohne die DDR-Oberligisten statt, der SC Magdeburg nahm so 1977 erstmals teil und gewann sogleich die erste Auflage. Im Finale unterlegen war der TSC Berlin, der auch die folgenden drei Finals sowie 1985 und in der letzten Auflage 1991 zwei weitere verlieren sollte. Trotz 6 Endspielteilnahmen blieb der Verein so ohne Titel. Rekordsieger ist der SC Empor Rostock mit sieben Erfolgen, der SC Magdeburg und ASK Vorwärts Frankfurt folgen mit je vier. Die letzte Auflage 1991 gewann der HC Preußen Berlin.