Das Topspiel im Viertelfinale zwischen den Füchsen Berlin und dem THW Kiel wurde seinem Namen gerecht. Eine umkämpfte Partie mit ständigen Führungswechseln endete schließlich mit 32:30 für die Berliner. Kiels Rechtsaußen Lukas Zerbe war nach Abpfiff entsprechend bedient: "Ich fühle gerade eigentlich nur pure Leere. Wir haben uns viel vorgenommen vor dem Spiel. Wir wollten unbedingt so ein Topspiel auch mal für uns entscheiden."
Der zehnfache Torschütze haderte im Dyn-Interview besonders mit der Abschlussquote seiner Mannschaft: "Ich glaube, das ist so ein bisschen der einzige Unterschied, den wir uns heute vorwerfen müssen." Ganz anders sah die Gefühlslage auf Berliner Seite aus. Tim Freihöfer war noch völlig im Freudentaumel: "Ich kann mich nur an die letzten fünf Minuten erinnern, an mehr nicht", gestand er.
Freihöfer entscheidet das Spiel
Der Linksaußen erzielte 30 Sekunden vor dem Ende vom Siebenmeterstrich das 31:29 und sorgte so für die Entscheidung. Besonders nach der frischen Nicht-Berücksichtigung für die Nationalmannschaft war diese Coolness bemerkenswert. "Meine Familie und meine Freundin haben mir extrem viel Halt gegeben in den letzten Tagen, damit ich heute so eine Leistung abrufen konnte", erklärte er.
Eine starke Leistung zeigte auch einmal mehr Mathias Gidsel, der besonders die Schlussphase an sich riss. "Wir sind echt stolz, dass wir das geschafft haben. Aber ich finde auch, dass wir Glück hatten oder vielleicht auch besser in der Entscheidungsphase waren", gestand der Welthandballer bei Dyn. So sei es aber "immer mit Pokalspielen. Es ist immer knapp und entscheidet sich immer im letzten Moment", findet der Däne.
Gidsel, der mit neun Toren bester Berliner Schütze war, hat seit einiger Zeit mit Schulterbeschwerden zu kämpfen, die jedoch jeden Tag besser würden. Bis Jahresende haben die Füchse noch drei Bundesligaspiele vor der Brust. Trotz der guten Genesung sieht Gidsel ein: "Ich glaube, ich und meine Schulter freuen uns ein bisschen auf die Januarpause."