Dass Tim Freihöfer im deutschen Kader für die Europameisterschaft fehlt, kann Bob Hanning überhaupt nicht nachvollziehen. Der Chef der Füchse Berlin kritisierte die Entscheidung von Bundestrainer Alfred Gislason scharf. Dieser wiederum erklärte im ZDF, warum er statt Freihöfer auf Rune Dahmke setzt.
"Ich habe diesmal sehr viel Wert auf die Abwehr gelegt. Und Dahmke ist von allen Linksaußen wahrscheinlich der beste Abwehrspieler und hat auch ziemlich viel Erfahrung", begründete der Isländer.
Insgesamt sei die Nominierung der Außenspieler aufgrund der großen Auswahl sehr schwierig gewesen. Neben Dahmke fährt Lukas Mertens als zweiter Linksaußen mit zur EM in Dänemark, Norwegen und Schweden.
Dahmke war schon Teil der Europameister 2016
Offensive Argumente können jedenfalls nicht für Dahmke gesprochen haben. Der Kieler steht aktuell in der Bundesliga bei gerade mal 18 Treffern, Freihöfer hat für die Füchse dagegen schon 61 Tore erzielt.
Siebenmeter-Schütze Freihöfer hat sogar deutlich öfter getroffen als Mertens, der beim SC Magdeburg auf 45 Liga-Treffer kommt. Zudem spielen Freihöfer und Mertens - anders als Dahmke - regelmäßig in der Champions League, wo Freihöfer ebenfalls schon bei 33 Toren steht.
Für Dahmke allerdings sprach neben seiner Defensivstärke vor allem seine große Turniererfahrung. Anders als der 23-jährige Freihöfer hat der 32-jährige Dahmke etliche Großturniere in der Vita stehen. Der Linksaußen gehörte bereits 2016 zu dem Aufgebot, das sensationell in Polen den EM-Titel gewonnen hatte. Auch Gislason kennt er aus vielen Jahren der Zusammenarbeit beim THW Kiel bestens.