Diese Nachricht ist der erste Hammer im neuen Handball-Jahr: Anstatt wie geplant bis zum nächsten Sommer zu warten, trennt sich die TSV Hannover-Burgdorf schon jetzt von Trainer Christian Prokop. Der eigentlich erst für die nächste Saison verpflichtete Juan Carlos Pastor übernimmt sofort.
Das bestätigten die Niedersachsen am heutigen Montag (5. Januar). "Wir haben bis zuletzt an die bestehende Konstellation geglaubt. Mit den Eindrücken in der Situation zum Jahreswechsel sind wir allerdings zu dem Schluss gekommen, dass wir mit einem Festhalten an der Konstellation zu keinem guten Ende gelangen können", wird Sven-Sören Christophersen in einer Vereinsmitteilung zitiert.
Der Sportliche Leiter der "Recken" blickt auf die anstehende Rückrunde: "Wir haben immer betont, dass wir zu einem sauberen Abschluss kommen wollen, der auch den gemeinsamen Jahren und Erfolgen mit Christian gerecht wird. Diesen Zeitpunkt haben wir nun bereits erreicht, auch um in der Winterpause einen strukturierten Übergang zu ermöglichen."
Prokop selbst äußerte sich dazu dort nicht.
Prokops Äußerung kam nicht gut an
Die Entscheidung, sich vorzeitig vom Trainer zu trennen, beruht auf intensiven Überlegungen der Verantwortlichen des Bundesligisten. Nach Informationen von handball-world war es intern etwa gar nicht gut angekommen, dass Prokop sich nach dem Remis in Leipzig Ende November vieldeutig zur bevorstehenden Trennung geäußert hatte.
Während der Klub wenige Tage zuvor von einer "einvernehmlichen" Trennung im kommenden Sommer berichtet hatte, deutete der Ex-Bundestrainer am Dyn-Mikrofon an, dass er gerne weitergemacht hätte. "Natürlich kann sich jeder seine Meinung dazu bilden", sagte der 47-Jährige.
Worte, die Interpretationsspielraum ließen. Zudem stagnierte nach erfolgreichen Vorjahren die sportliche Entwicklung in dieser Saison. Schon der Start war holprig verlaufen: Von den ersten sieben Bundesliga-Spielen hatte man fünf verloren.
Resultate, die nach starken Vorjahren unter Prokop für Fragezeichen sorgten. In der vergangenen Saison hatten die Niedersachsen unter Christian Prokop sogar lange um die Meisterschaft mitgespielt. In dieser Spielzeit aber erlebte das Projekt einen Einbruch.
Prokop fehlte schon zuletzt
Wegen Erkrankungen verpasste Prokop zudem mehrere Spiele. Unter seinem Vertreter Heidmar Felixson blieb die Mannschaft ungeschlagen. Prokops große Verdienste um den Klub sind unbestritten, aber jetzt wollte man offenbar einen frühzeitigen Neustart.
Und so übernimmt also Juan Carlos Pastor früher als geplant. Seine größte Zeit erlebte der Spanier als Nationaltrainer: 2005 holte er mit seinem Heimatland den WM-Titel. Auch in den Jahren danach feierte der 57-Jährige beachtliche Erfolge, etwa mit dem ungarischen Spitzenklub Pick Szeged.