Alfred Gislason dürfte in den vergangenen Tagen und Wochen wieder viel vor dem Bildschirm gehockt haben. Wenn der detailverliebte Bundestrainer nicht gerade in den Bundesliga-Hallen unterwegs war, sichtete er Spiele und Spieler am heimischen PC oder Fernseher.
Am heutigen Mittwochvormittag (17. Dezember, 11 Uhr) also wird der Isländer nun sein Geheimnis lüften, welche Profis es in das Aufgebot für die Europameisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen geschafft haben. handball-world hat im Vorfeld einen Blick auf die einzelnen Positionen und ihre Kandidaten geworfen.
Tor
Hier wird Gislason wohl am wenigsten überlegt haben. Das Duo Andreas Wolff und David Späth überzeugt nicht nur in der Bundesliga Woche für Woche mit starken Leistungen, sondern ist auch in der Nationalmannschaft seit langem eingespielt und gesetzt. An den beiden führt aktuell kein Weg vorbei.
Kreis
Auch auf dieser Position dürfte Gislason die Auswahl relativ leicht fallen. Kapitän Johannes Golla ist gesetzt, Jannik Kohlbacher als offensive Variante ebenfalls seit Jahren fester Bestandteil der DHB-Auswahl. Spannend ist, ob der aktuell verletzte Justus Fischer es in den Kader schafft. Der Kreisläufer der TSV Hannover-Burgdorf hat zwar schon selbst Entwarnung gegeben, aber es wird knapp. Alternativen wären Aron Seesing (Bergischer HC) und Tim Zechel (SC Magdeburg).
Linksaußen
Hier wird es schon deutlich komplizierter. Lukas Mertens von Champions-League-Sieger SC Magdeburg hat seinen Platz wohl sicher. Doch dann ist die Frage, wer noch mitkommt.
Gute Chancen dürfte Tim Freihöfer haben, der U21-Weltmeister von 2021 spielt bei den Füchsen Berlin Woche für Woche auf höchstem Niveau. Die deutlich erfahrenere Variante dagegen wäre Rune Dahmke, den Gislason noch aus alten Kieler Zeiten kennt und der schon etliche Großturniere erlebt hat. Zudem wird Dahmke nachgesagt, dass er für das Teamklima wichtig sei.
Rechtsaußen
Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Schafft es Timo Kastening zurück in die DHB-Auswahl? Vertraut Gislason einem Youngster wie Mathis Häseler? Bekommt Patrick Groetzki auf seine alten Tage nochmal eine unverhoffte Chance im Nationalteam? Sicher ist wohl nur, dass Lukas Zerbe gesetzt ist. Dahinter bleibt es spannend, wer die Alternative zum Kieler sein wird.
Linker Rückraum
Auf dieser Position hat Gislason eine große Auswahl an hochveranlagten Spielern. Julian Köster ist gesetzt, Marko Grgic ebenfalls. Zudem dürfte wie schon zuletzt Miro Schluroff dabei sein - auch weil der Gummersbacher auf der halbrechten Position aushelfen kann.
Und dann ist die Frage, was der Bundestrainer mit den weiteren Kandidaten für diese Position macht: Sebastian Heymann, Moritz Sauter, Matthes Langhoff oder Tom Kiesler spielen ebenfalls eine gute Saison und haben Chancen. Das Problem: alle wird Gislason nicht mitnehmen können.
Rechter Rückraum
Die "Problem-Position", wie Gislason sie nannte. Denn anders als im linken Rückraum hat der 66-Jährige hier nicht viele Alternativen. Gesetzt ist lediglich Renars Uscins. Wer es neben ihm in den Kader schafft, ist völlig offen.
Kommt Routinier Christoph Steinert trotz persönlich durchwachsener Saison beim HC Erlangen zurück? Überrascht Gislason mit Routinier Kai Häfner, der eigentlich schon aus dem Nationalteam zurückgetreten ist? Oder setzt er auf Franz Semper? Diese drei dürften die naheliegenden Alternativen zu Uscins sein, ansonsten könnten auch Nils Lichtlein oder Schluroff zur Not dort spielen.
Zentraler Rückraum
Der eben schon angesprochene Lichtlein ist hier ebenso gesetzt wie Juri Knorr. Beide bringen unterschiedliche Profile mit und ergänzen sich seit einiger Zeit gut im Nationalteam. Zudem sind sie mit ihren Vereinen regelmäßig auf dem allerhöchsten Niveau unterwegs. Luca Witzke ist durch seinen verletzungsbedingten Ausfall keine Alternative.