So hat man Juri Knorr selten erlebt. Sichtlich gefrustet über die aus seiner Sicht zu geringe Spielzeit stellte sich der Spielmacher der DHB-Auswahl nach dem Dämpfer gegen Serbien vor das ARD-Mikrofon. "Natürlich brodelt es in einem auf der Bank, wenn man da draußen sitzt und nicht helfen kann", sagte der 25-Jährige.
Zwar hatte der Profi vom dänischen Topklub Aalborg Handbold erstmals bei dieser Europameisterschaft von Beginn an spielen dürfen, zufrieden stimmte ihn das angesichts der 27:30-Pleite gegen die Serben aber wenig überraschend nicht. Im Gegenteil: Im zweiten Durchgang durfte Knorr dann nicht wie erhofft mithelfen, die Niederlage abzuwenden.
Knorr kritisiert auch den Bundestrainer
Dabei hatte er in der 58. Minute eigentlich sogar den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Doch ausgerechnet ein Aussetzer von Bundestrainer Alfred Gislason verhinderte das Tor von Knorr. Weil der Isländer zu früh auf seinen Auszeit-Knopf gedrückt hatte, zählte der Treffer nicht.
Im letzten Vorrundenspiel gegen Spanien muss nun ein Sieg her, um noch den Einzug in die EM-Hauptrunde zu schaffen. "Wir werden es nicht alleine schaffen. Wir werden es nicht schaffen, wenn Leute 60 Minuten durchspielen", sagte Knorr. Auch das eine deutliche Kritik an der aus seiner Sicht offenbar nicht richtigen Personalpolitik vom Bundestrainer.
"Wir haben gute Phasen und dann haben wir wieder Angst, und da weiß ich nicht, warum", sagte er weiter. "Trotzdem müssen wir uns jetzt aufraffen und an unsere Stärke glauben."
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