Vor der Partie hätte man Sprüche wie "Derbys schreiben ihre eigenen Geschichte" belächelt. Schließlich führt der SC Magdeburg die Tabelle an, Leipzig steht am anderen Ende. Doch die Gäste aus Sachsen zeigten einen engagierten und disziplinierten Auftritt und verloren am Ende nur mit einem Tor. "Es tut unglaublich weh, wir kämpfen uns da wieder rein, aber am Ende machen wir so einen Passfehler", sagte ein enttäuschter Matej Klima, der mit neun Toren überragte, im Dyn-Interview nach der Partie.
Beim Stand von 29:28 für den SCM eroberte Leipzig in den letzten Sekunden tatsächlich noch einmal den Ball, der Gegenstoß-Pass auf Linksaußen Tom Koschek landete aber im Seitenaus. "Das darf uns natürlich nicht passieren", ärgerte sich Klima, "aber ich glaube, wenn ich das so sagen darf, das gehört ein bisschen zu unserer jetzigen Situation, dass da halt diese dummen Fehler passieren."
Das letzte Aufbäumen des SC DHfK war jedoch sinnbildlich für ihre starke Leistung: "Wir laufen Tempo und ich glaube, das war unsere Stärke vor ein, zwei, drei Jahren, wo wir viel Tempo gelaufen sind. Ich glaube, das passt zu uns, weil die Mannschaften machen gegen uns nicht so viele Fehler und wenn die sie machen, müssen wir die auch bestrafen", erklärte Klima.
Wiegert: "Es sind wieder zwei Punkte"
Der SC Magdeburg feierte am Ende etwas schmeichelhafte zwei Punkte. "Weil wir es einfach nicht gut gemacht haben heute", erklärte Trainer Bennet Wiegert. "Das muss man einfach so sagen."
"Wir spielen heute eine gute erste Halbzeit, haben aber auch da schon ein, zwei Dinge, die wir verbessern können. Nach der Pause wird unser Angriff das Problem. Wir machen technische Fehler, laden Leipzig zu Gegenstößen ein, sodass sie die zweite Halbzeit verdient gewinnen. Dann kommt Druck auf und wir sind nicht clever genug, um das früh für uns zu entscheiden", so Wiegert in seiner Analyse.
"Leipzig hat es in der zweiten Halbzeit besser gemacht als in der ersten, ist sensationell aus dem Puschen gekommen", lobte er bei Dyn und fügte an: "Ich weiß, dass das hier ganz, ganz schnell in einem Punktverlust enden kann. Weil in der zweiten Halbzeit war es doch mehr Krampf als Glanz."
"Aber es gibt keinen Grund, enttäuscht zu sein. Es sind wieder zwei Punkte und darüber freuen wir uns", so Wiegert weiter. Der gebürtige Magdeburger wurde zusätzlich zu seinem zehnjährigen Trainer-Jubiläum geehrt. Er sei jedoch "etwas überfordert mit der Situation. Jetzt fühlt es sich auch so ein bisschen an, als ob ich gehe. Ich habe noch vor, ein bisschen zu bleiben", scherzte der 43-Jährige.
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