Aus Rotterdam berichtet Felix Buß
"Das heutige Spiel war sehr ausgeglichen und hart umkämpft, und genau das gefällt uns, wir brauchen so etwas am Ende", meinte Katrine Lunde nach dem 23:20-Finalsieg gegen Deutschland zu ihrer vierten goldenen WM-Medaille. Für Norwegen ist es insgesamt die fünfte - und das 18. Mal Gold bei deinem Großturnier. Die 45-Jähre, die an diesem Sonntag zum letzten Mal im Tor stand, hat davon 13 Stück mit errungen.
Norwegen ist seit der Jahrtausendwende das Siegen gewohnt. Speziell, seit Lunde 2004 in den Kader kam und direkt Europameisterin wurde, gibt es eine wahre Medaillenflut. Diese Serie ist auch deswegen wahr geworden, weil Norwegen jeden Gegner wertschätzt und nicht selbstgefällig vom Halbfinale ausgeht. Trainer Ole Gustav Gjekstad machte das zuletzt deutlich, als er die Leistung der Deutschen im Halbfinale gegen Frankreich würdigte.
Lunde "war zum Glück so gut wie immer"
"Ich denke, es war ein sehr harter Kampf in der Abwehr, wir mussten hinten kompakt stehen und Katrine (Lunde, Anm. d. Red.) war zum Glück so gut wie immer", bilanzierte Eli Raasok, die Nummer zwei im norwegischen Tor bei diesem Turnier. "Es war wirklich schwer, in so einen klaren Zweikampf zu kommen, aber es hat funktioniert", war die 29-Jährige froh, dass sich Norwegen am Ende gegen Deutschland durchsetzen und Gold erringen konnte.
"Ich war gespannt zu sehen, wie stark Deutschland ist", meinte Emilie Hovden. "Es war körperlich anstrengend", bilanzierte sie das Endspiel. "Aber man muss es bis zum Ende durchziehen, dann gewinnen wir", verwies die Rechtsaußen-Spielerin, die beim letzten WM-Gold 2021 für Norwegen debütierte, auf den großen Finalspiel-Erfahrungsschatz der Skandinavierinnen, während die DHB-Auswahl zuletzt bei der EM 1994 um Gold spielte.
"Ich finde, Deutschland hat wirklich gut gespielt", meinte Nora Mörk. "Ich hatte ein richtig hartes Spiel erwartet. Es ist schwer, in so ein Finale zu gehen, wenn alles so gut gelaufen ist", verwies sie auf die Siegesserie Norwegens bei dieser WM. Die kleinste Differenz hatte vor dem Finale neun Tore betragen."Wir sind einfach unglaublich dankbar und stolz, es wieder ins Finale geschafft zu haben, wie wir aufgetreten und die Goldmedaille gewonnen haben."
"Die Abwehr hat sich den A... aufgerissen - und auch Katrine (Lunde) mit über 40 % Fangquote", sieht Mörk den Schlüssel zu WM-Gold in der Defensivleistung. Die Phase vor und nach der Halbzeitpause hatte die DHB-Auswahl dabei einen knappen Vorsprung gekostet, weil Norwegen starke 40 Minuten spielte. Mörk lobte auch MVP Henny Reistad: "Manchmal ist sie auch nur ein Mensch. Aber trotzdem war sie am Ende entscheidend."
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