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Romero nach Niederlage "froh, dass die Jungs jetzt enttäuscht sind"

kicker

"Ich bin stolz, wie die Mannschaft gearbeitet hat", erklärte Iker Romero im Rückblick auf das Duell von Österreich gegen Deutschland zum Auftakt der Handball-EM. "Der Wille, alles war da. Sie haben 60 Minuten gekämpft und daran geglaubt. Wir haben richtig gut gedeckt, hatten ein gutes Tempo und waren in jeder Situation fokussiert", so der ÖHB-Coach in seiner Analyse.

"Wenn du gegen Top-Mannschaften wie gegen Deutschland gewinnen willst, muss alles klappen und du brauchst ein wenig Glück. Deutschland war in gewissen Situationen einen Tick besser als wir", erläuterte Romero, warum es am Ende doch nicht zu einer Überraschung gegen das DHB-Team wie beim 22:22 vor zwei Jahren reichte.

"Wir können uns immer weiterentwickeln und das werden wir auch. Ich bin froh, dass die Jungs jetzt enttäuscht sind, denn das ist der Weg, um sich weiterzuentwickeln", fügte Romero an und richtete bereits am Donnerstagabend den Blick nach vorne: "In zwei Tagen haben wir jetzt ein erstes Finale." Denn am Samstag gegen Spanien steht die ÖHB-Auswahl unter Druck - nur die beiden besten Teams der Gruppe kommen in die Hauptrunde.» 24 Mannschaften, 2 Gruppenphasen: Der Modus der Handball-EM 2026

Das Duell präsentierte sich im Vorfeld von seiner brisanten Seite. Zweimal hatte die ÖHB-Auswahl den Deutschen in den jüngsten vier Pflichtspielen ein Remis abgetrotzt, für Extramotivation sorgte zu Wochenbeginn DHB-Goalie Andreas Wolff mit seiner Aussage, Österreich spiele "Anti-Handball".

Dazu hatte Rot-Weiß-Rot am Vormittag eine Hiobsbotschaft erreicht: Defensivspezialist Michael Miskovez musste nach einer am Sonntag im Test gegen Slowenien erlittenen Rippenverletzung aus dem Kader gestrichen und durch Emanuel Petrusic ersetzt werden.» mehr zur Verletzung von Michael Miskovez

Defensive stark, Offensive mau

Die ÖHB-Abwehr war aber ohnehin kein Sorgenkind, sie unterband das schnelle deutsche Spiel immer wieder erfolgreich - dennoch stand ein 4:1 auf der Anzeigetafel. Das war vor allem den offensiven Mühseligkeiten geschuldet, erst mit dem 2:4 durch Sebastian Frimmel wurde es besser. Österreich stellte auf das in den vergangenen Jahren erfolgreich praktizierte 7:6-Überzahlspiel um und arbeitete sich peu a peu bis auf 6:6 (18.) zurück.

Danach schlichen sich aber einige Ungenauigkeiten ein, manche davon nutzten die Deutschen eiskalt aus. Fünf Minuten vor der Pause lagen Wolff und Co. erstmals mit vier Treffern vorne (11:7) und brachten diesen Vorsprung auch in die Pause. Die ÖHB-Auswahl blieb nach Wiederbeginn dran, kam auf 11:13 (36.) heran, lag aber ebenso schnell wieder in alter Distanz zurück (16:12/39.). Das 17:12 (39.) nach einem der - insgesamt zu oft unterlaufenden - technischen Fehler im Angriff brachte Deutschland dann sogar das erste Fünf-Tore-Plus.

Österreich, zum Teil auch nicht mit Glück gesegnet, warf die Flinte weiter nicht ins Korn. Wieder kam man auf drei Tore heran (20:17/44.) und ließ die Equipe von Trainer Alfred Gislason nicht richtig davonziehen. Im Gegenteil: Im Finish hieß es plötzlich wieder 24:26 und 25:27 (55.). Als der an diesem Abend wieder starke Wolff bei 25:28 dann einen Siebenmeter von Frimmel parierte (58.), war die Partie aber gelaufen.

Wagner: "Jetzt müssen wir Samstag gewinnen"

"Wir waren leider in entscheidenden Momenten nicht kaltschnäuzig genug. Das war ein bisschen ein Problem", erklärte Tobias Wagner, der die deutsche Deckung am Kreis immer wieder beschäftigte und zwei Treffer erzielte. "Mit meiner eigenen Leistung bin ich nicht zufrieden, aber ein Riesenkompliment an die Mannschaft, wie wir heute über sechzig Minuten gekämpft haben. Das war beeindruckend und es hat Riesenspaß gemacht."

"Wir spielen über 60 Minuten eine überragende Abwehr. Das war phänomenal. Das wäre der Schlüssel zum Sieg gewesen. Die Abwehrreihen haben heute definitiv dominiert. Potenzial haben wir wahrscheinlich im Abschluss, und unser Konterspiel können wir eine Spur verbessern, aber dafür waren wir noch nie berühmt.", erklärte Wagner am Donnerstag nach dem Spiel und fügte an: "Wir brauchen uns jetzt offiziell vor niemandem verstecken."

Das gelte auch für das nächste Spiel, so Wagner gegenüber dem Pressedienst des ÖHB. "Jetzt müssen wir am Samstag gewinnen. Da gibt´s kein Wenn und Aber und das ist unser Ziel. Jetzt dürfen wir noch zwei Stunden traurig sein, aber dann muss der Blick nach vorne gehen. In weniger als 48 Stunden spielen wir unser wirkliches Finale gegen Spanien."

"Wir haben jetzt zwei Finalspiele", betonte auch Iker Romero mit Blick auf die Partien gegen Spanien und Serbien. Ähnlich äußerte sich Lukas Hutecek. "Es war ein gutes Spiel mit einem guten Kampf von uns. Unser Ziel hat sich nicht geändert, wir wollen in die Hauptrunde." Goalie Constantin Möstl sprach von einer verdienten Niederlage. "Wir waren auf jeden Fall die schlechtere Mannschaft heute."

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