Aus Rotterdam berichtet Merle Klingenberg
2014 debütierte Xenia Smits in der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Elf Jahre später belohnte sich die 31-Jährige nun mit der Silber-Medaille. Direkt nach Abpfiff verspürte die Rückraumspielerin "natürlich Trauer, dass wir es nicht geschafft haben. Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch super stolz. 20:23 gegen Norwegen in einem Finale zu verlieren, ist okay", so die Rechtshänderin.
"Es ist natürlich nicht das, was wir wollen und das war nicht das Ziel, aber wir haben wirklich über das ganze Turnier performt. Wir haben ganz viele Menschen begeistern können mit der Art und Weise, die wir dieses Turnier gezeigt und abgeliefert haben", erläuterte Smits ihr Gefühlschaos und betont: "Es ist eine Medaille, da haben wir super lange drauf hin gefiebert und der Stolz wird denke ich schon sehr schnell da sein."
Ganz abstreifen konnte die Rückraum-Linke das 'Was wäre, wenn' allerdings nicht: "Zwischendurch haben wir eine Gold-Medaille verloren, weil es heute ein Spiel war, wo es auch möglich war. Ich glaube nicht, dass wir schlechter waren, sondern dass wir wirklich gezeigt haben, dass wir da mithalten können." In der ersten Hälfte führte Deutschland zeitweise mit zwei Toren. In die Kabine ging es mit einem 11:11.
"Das hat nicht das Spiel wieder gespiegelt"
Nach dem Seitenwechsel übernahm Norwegen dann allerdings das Kommando und setzte sich auf bis zu drei Treffer ab. "Am Anfang der zweiten Halbzeit haben wir in der Abwehr ein bisschen passiver gestanden, haben dann die Zweikämpfe nicht mehr so geführt, wie wir es in der ersten Halbzeit getan haben", analysierte Smits den Knackpunkt.
Schließlich endete die Partie mit 20:23. In den acht Spielen zuvor hatte Norwegen immer mindestens 31 Treffer erzielt und nie mit weniger als neun Toren Unterschied gewonnen. Dennoch resümiert Smits: "Ich würde im Nachhinein schon fast sagen, dass drei Tore zu viel waren. Das hat nicht das Spiel wieder gespiegelt".
Wenn es nach der 31-Jährigen geht, wären maximal ein, zwei Treffer Unterschied durchaus drin gewesen. "Es ist Meckern auf ganz, ganz hohem Niveau, aber wir hätten uns eigentlich auch absolut ein Unentschieden verdient. Aber mit drei zu verlieren, ist okay. Am Ende muss man dann auch auf die Risiken eingehen, um dann noch was aufzuholen. Aber es war für ganz, ganz viele Handballfans ein super Spiel", so Smits.
Wenn es nach DHB-Präsident Andreas Michelmann geht, ist das Halbfinale der neue dauerhafte Anspruch. Auch Smits geht mit dieser Zielstellung mit. "Wir wollten schon seit Jahren ins Halbfinale. Von dem Ziel werden wir auch nicht abweichen. Wir wollen als Team Deutschland absolut immer um Medaillen mitspielen. Das heißt dann nun mal Halbfinale."
Der Blick in die Zukunft lässt hoffen: "Die neue Generation, die da kommt und die Konstellation, die wir jetzt haben, ist noch jung und frisch. Also kann auch einiges passieren in den nächsten Jahren", so Smits, die hofft, "dass wir da wirklich nachhaltig sehr viel geschaffen haben, dass wir wirklich Vorbilder geworden sind für ganz, ganz viele Mädels.
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