handball-world: Platz drei nach der Hinrunde, nur einen Punkt hinter Flensburg - und auch die habt Ihr geschlagen. Nach der überragenden Hinrunde muss die Vorfreude auf die Rückrunde mit Lemgo riesig sein.
Florian Kehrmann: Wir haben eine sehr gute Hinrunde gespielt, ja. Wir hatten viele Höhepunkte und ganz wenige Misserfolge. Entscheiden ist für mich aber auch, wie wir aufgetreten sind.
Die Art und Weise hat den Lemgoer Fans mindestens genauso viel Spaß gemacht wie der Blick auf die Tabelle …
Kehrmann: Das ist richtig. Bei uns ist in der Mannschaft - aber auch darüber hinaus im Verein und im Zusammenspiel mit unseren Fans - etwas entstanden. Die Stimmung ist sehr gut und uns hat eine Euphoriewelle getragen.
Euphorie allein erklärt aber nicht Platz drei. Was macht Ihr besser als die Konkurrenz?
Kehrmann: Unser Prunkstück ist sicher unsere sehr stabile Sechs-null-Abwehr. Und im Angriffsspiel sind wir sehr flexibel und können jeden Gegner überraschen, das ist sicher auch ein Plus. Ansonsten arbeiten wir sehr hart und versuchen, uns mit jedem Training und jedem Spiel immer noch ein Stück weiterzuentwickeln.
Was bedeutet Eure starke Hinrunde für die Rückrunde?
Kehrmann: Erstmal gar nichts. Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass es im Februar nach dem Turnier wieder neu losgeht. Bei uns ist die halbe Mannschaft bei der Europameisterschaft. Ich weiß nicht, wie sie wiederkommen. Die Karten werden neu gemischt zum Rückrundenstart - das ist keine bloße Phrase, das ist wirklich so.
Weiter demütig und hart arbeiten
Nach 19 Ligaspielen steht Ihr aber - das ist auch keine bloße Phrase - auf Platz drei und im Final4. Welche Ziele löst das aus?
Kehrmann: Wir werden jetzt ganz sicher nicht Europa als Ziel ausrufen. Das machen wir nicht, das passt nicht zu uns. Wir werden weiter demütig und hart arbeiten. In der Bundesliga kann es schnell auch wieder in die andere Richtung gehen, Beispiel: Hannover. Die sind vergangene Saison auch auf einer Euphoriewelle gesurft - und stehen aktuell wieder im Mittelfeld.
Das nächste geografische Ziel zumindest ist Magdeburg …
Kehrmann: Ja, stimmt. Wir haben direkt das Auswärtsspiel beim SC Magdeburg zum Rückrundenauftakt vor der Brust. Das ist unser logisches nächstes Ziel, da bestmöglich abzuliefern. Und eins ist ja auch klar: Sollten wir am Ende tatsächlich auf einem Platz stehen, der uns europäisch spielen lässt, wäre das natürlich riesig.