Aus Rotterdam berichtet Felix Buß
Frankreichs Trainer Sebastien Gardillou ist "glücklich" über die Bronzemedaille bei der Handball-WM. Nach einem schwierigen Halbfinale, das sein Team mit 23:29 deutlich gegen Deutschland verlor, glückte der Equipe Tricolore das Spiel um Rang drei. Gegen den anderen WM-Gastgeber Niederlande gab es nach 70 Spielminuten einen 33:31-Sieg.
"Dass wir umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten, macht mich besonders glücklich", wird der Nationaltrainer auf der Webseite des Verbands zitiert. "Wir haben uns an den taktischen Plan gehalten." Ein wichtiger Aspekt sei dabei gewesen, dem Gegner in Abwehr und Angriff immer wieder neue Aufgaben zu stellen.
Fatou Karamoko erhielt dabei vom Nationaltrainer für ihre Abwehrleistung ein Sonderlob, wenn auch etwas speziell formuliert. "Als ich sie in der Vorbereitung nominiert habe, haben sich die Leute vielleicht gefragt, was ich tue. Aber heute Abend ist sie eine unserer besten Abwehrspielerinnen. Es freut mich wirklich, was die Mädchen umgesetzt haben."
Frankreich hat im Turnierverlauf selten überzeugen können, dann im Viertelfinale gegen Dänemark taktisch ein Ausrufezeichen gesetzt und war schließlich im Kampf um die vordersten Plätze Deutschland klar unterlegen. Daher scheiterte das Unternehmen Titelverteidigung. Jetzt hängen dennoch Bronzemedaillen um die Hälse der Spielerinnen.
"Unsere Abwehr war überragend"
Entsprechend froh reisen auch die Spielerinnen aus Rotterdam ab. "Wir haben unsere ganze Energie investiert, alles, was wir noch hatten, und ich hatte schon heute Morgen das Gefühl, dass es gut laufen würde", meinte Spielmacherin Clarisse Mairot. Die 25-Jährige war bei der EM 2024 debütiert, bei dieser Weltmeisterschaft wuchs ihre Rolle deutlich.
"Unsere Abwehr war überragend, wir haben oft den Ball erobert und Hatadou hat einige Paraden gezeigt", freute sich Mairot. "Es hat etwas gedauert, bis wir unsere Chancen genutzt haben, aber schließlich haben wir es geschafft", meinte sie die Verlängerung, in der die Equipe nicht zu bremsen war. "Diese Medaille belohnt viele Entbehrungen und harte Arbeit."
Frankreich halfen positive Emotionen, um die Niederlande im Kampf um die Medaille auszubremsen. "Zu Beginn der Verlängerung, erinnerte ich mich an das Halbfinale der Olympischen Spiele. Wir lagen mit sechs oder sieben Toren zurück und gewannen doch noch. Ich sah Pauletta an, sie fragte mich: Weißt du noch?", erzählte Kapitänin Tamara Horacek.
Dieses Turnier endet für Frankreich besser als die letzte EM, bei der auch das Spiel um Rang drei verloren ging. "Selbst nach einem Turnier, in dem man gute Leistungen zeigt, geht man oft leer aus. Hier ist es ein unglaubliches Gefühl, mit einem Lächeln und einer Medaille um den Hals nach Hause zu fahren", betonte die 25-Jährige.
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