Der Videobeweis erhitzt in der Handball-Bundesliga derzeit viele Gemüter. Kiels Manager Viktor Szilagyi stellte sich dem späten 29:29-Remis gegen die TSV Hannover-Burgdorf grundsätzliche Fragen, zuvor hatten schon andere Klubs teils deutliche Kritik geübt.
Was sie alle stört ist die aus ihrer Sicht unterschiedliche Regelauslegung. "Grundsätzlich sollte man sich darüber Gedanken machen, dass Woche für Woche, Spiel für Spiel der Videobeweis unterschiedlich aufgefasst wird", sagte Szilagyi bei Dyn.
Für Aufsehen hatte schon zuvor gesorgt, dass Gummersbachs Sportchef Christoph Schindler nach dem Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen wutentbrannt auf die Schiedsrichter zugestürmt war, weil nach einer umstrittenen Szene kurz vor Schluss nicht die Videobilder angeschaut worden waren.
Liga hält Videobeweis für sinnvolles Hilfsmittel
Szenen, die natürlich auch von der Bundesliga wahrgenommen werden. "Es gibt immer Verbesserungsbedarf", gibt HBL-Chef Frank Bohmann gegenüber handball-world zu. "Aber man wird durch den Videobeweis ja auch nicht eine uneinheitliche Regelauslegung von 20 verschiedenen Schiedsrichter-Paaren ändern können."
Aus Sicht der Liga ist also weniger der Videobeweis an sich, sondern die unterschiedliche Auslegung durch die Unparteiischen das Problem. "Das gab es vor dem Videobeweis, und das gibt es auch mit ihm", sagt er. "Aber für mich ist unzweifelhaft, dass sich die Qualität der Entscheidungen mit dem Videobeweis verbessert hat."
Um den Ärger unter den Klub-Verantwortlichen künftig zu verringern, setzt Bohmann auf gezielte Arbeit mit den Schiedsrichtern. "Wenn wir sagen, dass wir eine einheitliche Auslegung der Regeln brauchen, dann müssen wir das den Schiedsrichtern mit auf den Weg geben. Aber damit befassen sie sich auch regelmäßig und arbeiten daran", sagt er.