Österreich und Slowenien trugen beim Vier-Nationen-Turnier in Paris das Spiel um den dritten Platz aus. Beide gingen temporeich in das Spiel, sodass nach acht Minuten schon 13 Treffer gefallen waren. Die Slowenen gingen dabei mit einem Konter früh in Vorlage. Stas Slatinek Jovicic und Domen Novak nutzten dann eine Überzahl mit Kontern zum 9:6 (10.).
Trotz der schnellen Torfolge gab es einige rustikale Abwehr-Szenen. ÖHB-Rückraumspieler Michael Miskovec knallte nach einem Wurf auf den Rücken und trug eine Blessur davon. Nach seiner nächsten Abwehr-Aktion musste er sich behandeln lassen. Eine Überzahl brachte Team Austria zwar den Anschlusstreffer, doch Slowenien blieb mit großer Ruhe vorn, während Österreich über 60 Minuten einige Male zu häufig überhastet abschloss.
"Ruhe" mahnte dann auch ÖHB-Trainer Iker Romero in seiner ersten Auszeit an - und "kompakt und aggressiv" zu spielen. Der Rückzug war bisher ähnlich schlecht wie im ersten Testspiel gegen Tschechien, der Auftritt insgesamt bisher kein Vergleich zum starken Auftritt gegen Frankreich. Slowenien war bisher individuell und als Team klar überlegen.
Sloweniens Klasse im Rückraum
Janko Bozovic sollte mit seiner Einwechslung mehr Druck aus dem Rückraum entfachen, der 40-Jährige fand den Schlüssel jedoch ebenso wenig. Österreich leistete sich weiterhin Ballverluste und die Abwehr blieb recht passiv. Slowenien erhöhte die Führung daher scheinbar mühelos auf 12:17 (26.), Damböck vergab zwischenzeitlich einen Siebenmeter.
Bis zum 15:20-Halbzeitstand blieb es bei dem Fünf-Tore-Unterschied zugunsten der Slowenen, die am Freitag gegen Island mit 26:32 den Kürzeren gezogen hatten. Nach dem Seitenwechsel erhöhten beide Teams das Tempo wieder, wobei die Slowenen ihre Vorlage, zeitweise mit einer 3:3-Abwehrformation, alsbald erstmals auf sechs Tore erhöhten.
Beide Teams zeigten in der gut besuchten Paris La Defense Arena im zweiten Durchgang sehenswerte Ballstafetten. Routinier Lukas Hutecek und der junge Nicolas Paulnsteiner, der auf 21:24 (39.) verkürzte, setzten bei Österreich die Akzente. Der nächste Angriff endete aber erneut in einem Ballverlust, den Domen Novak zum Kontern nutzte.
Österreich im Endspurt präsent
Nach 44 Minuten hatte Iker Romero beim 22:27 erneut Korrektur-Bedarf. Einige Angriffe seiner Schützlinge waren im Sand verlaufen, während Slowenien wieder besser abschloss. Nemanja Belos trug sich anschließend erstmals in der Torschützenliste ein, doch der Gegner brauchte erneut nur Sekunden, um über Außen zum nächsten Torerfolg zu gelangen.
Lukas Herburger und Lukas Hutecek brachten nochmals Esprit in die Abwehrarbeit der Österreicher. Die Makuc-Brüder und Blaz Janc agierten jedoch bei Slowenien stark und hielten den Vorsprung beim 26:31 (50.) solide. Team Austria vergab indessen schon den dritten Siebenmeter. EM-Debütant Nils Moser brachte immerhin einen Gegenstoß unter.
Österreich zeigte gegen den EM-Sechsten von 2022 eine gute Schlussphase: Moser besorgte das 30:33 (57.), Hutecek verkürzte auf 31:33. Eine Bergmann-Parade und ein von Damböck erkämpfter Siebenmeter brachten durch den Gefoulten aber nicht den Anschlusstreffer, Damböck verwarf. Grmsek und Grbic brachten den 36:31-Sieg Sloweniens ins Ziel.
Österreich - Slowenien 31:36 (15:20)