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Belichick-Fall sorgt für Beben: Hall of Fame bezieht Stellung zur Debatte

kicker

Ob Bill Belichick in die Hall of Fame gehört, ist eigentlich keine Frage. Auch nicht, ob das schnellstmöglich geschehen sollte, schließlich geht es um den höchstdekorierten Headcoach in der langen Geschichte der NFL. Doch diejenigen, die eben das zu entscheiden haben, sehen es anders. Der 73-Jährige, sechsmal Super-Bowl-Champion mit den New England Patriots, muss auf seinen Einzug in die Ruhmeshalle warten - für viele Footballgrößen ein handfester Skandal.

Prominente Stimmen aus der NFL

"Ich verstehe es nicht. Das ist völlig lächerlich", platzte es aus Tom Brady heraus, der frühere Star-Quarterback kennt Belichick wie kaum ein anderer. Gemeinsam holten sie alle Titel mit dem Team aus Foxborough, dominierten die National Football League, nervten die Gegner. Und doch schaffte es Belichick laut Medienberichten im erstmöglichen Wahlgang (first ballot) nicht, die notwendige Zahl von 40 der 50 Stimmen zu bekommen. Der Selbstläufer war keiner.

Vor Brady hatten sich bereits andere große Namen für Belichick eingesetzt und ihr Unverständnis geäußert. "Wahnsinn ... Ich kann es nicht fassen", schrieb etwa Superstar Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs bei X. Torrey Smith, früher Wide Receiver der Philadelphia Eagles, forderte, diejenigen von der Wahl auszuschließen, die gegen Belichick gestimmt hätten.

Nach Angaben von ESPN sollen zwei Skandale ausschlaggebend für die Ablehnung bei einem Meeting am 13. Januar gewesen sein. 2007 musste Belichick eine Geldstrafe von 500.000 Dollar bezahlen, nachdem die Patriots dabei erwischt worden waren, während der Spiele die Playcalls der gegnerischen Trainer gefilmt zu haben ("Spygate"). 2015 wurde Brady gesperrt, die Patriots erhielten eine Millionenstrafe. Damals hatte das Team im Playoff-Halbfinale gegen die Indianapolis Colts Luft aus den Bällen gelassen und sich laut NFL so einen Vorteil verschafft ("Deflategate").

Für Brady (und viele andere) total egal. "Er ist unglaublich", sagte der 48-Jährige dem Radiosender Sports 710-AM aus Seattle. "Wenn er nicht direkt in die Hall of Fame aufgenommen wird, dann sollte eigentlich kein Trainer jemals direkt in die Hall of Fame aufgenommen werden."

Die Stellungnahme der Hall of Fame

Die Verantwortlichen veröffentlichten eine Reaktion. Man verstehe und respektiere "die leidenschaftliche Reaktion vieler Fans, Medienvertreter und Mitglieder der Hall of Fame", hieß es darin, es sei "genau diese Leidenschaft, die den Sport antreibt".

Besonders deutlich wurde jedoch der zweite Teil der Erklärung: Sollte festgestellt werden, dass Mitglieder des Komitees gegen die Statuten des Auswahlprozesses verstoßen haben, werde gehandelt. Diese Maßnahmen könnten bis zum Ausschluss aus dem Auswahlgremium reichen. Die Auswahl einer neuen Hall-of-Fame-Klasse sei die wichtigste Aufgabe der Organisation, hieß es weiter, und die Integrität dieses Prozesses dürfe "nicht infrage stehen".

Belichick arbeitete als Assistenztrainer für sechs NFL-Klubs und holte in dieser Zeit zwei Titel mit den New York Giants, nach seinem ersten Chefposten bei den Cleveland Browns ging es zu den Patriots (2000). Schon in seiner zweiten Saison führte der Coach das Team zum ersten Super-Bowl-Triumph der Franchise-Geschichte. Fünf weitere folgten, nach der Saison 2023/24 kam es zur Trennung.

Im Dezember 2024 übernahm Belichick das College-Team North Carolina Tar Heels und erlebte ein enttäuschendes erstes Jahr. Nun gab es den nächsten Dämpfer für den Erfolgscoach, der "verwundert" und "enttäuscht" auf die Zurückweisung reagiert haben soll.

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