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Das kicker All-Pro Team: Das sind die besten Spieler dieser Saison

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Mit drei echten Endspielen in Woche 18 dürfte man bei der NFL - und bei den TV-Verantwortlichen - mehr als zufrieden gewesen sein. Und die Niederlage der Panthers gegen die Bucs produzierte sogar ein halbes zusätzliches Endspiel, weil plötzlich Falcons gegen Saints über die NFC South entschied.

Die Art und Weise, wie Carolina dieses Spiel verlor, war ähnlich symptomatisch für die Saison der Panthers, wie es die Tatsache, dass Carolina trotz der Niederlage am Samstag dann am Sonntag dank des Falcons-Sieg von der Couch aus die Division gewann, für die NFC South war.

Carolinas inkonstantes Run Game sah überhaupt kein Land, Young verfehlte zu viele Bälle und warf eine Interception die gänzlich auf ihn ging. Aber es war auch Pech - nicht zuletzt mit einigen Ref-Entscheidungen - und ein gewisses "Pleiten, Pech und Pannen"-Element dabei. Etwa, als Rico Dowdle bei einem versuchten Flea Flicker ausrutschte und den Ball weg fumbelte.

Es war ein Spiel zwischen zwei sehr inkonstanten, sehr frustrierenden Teams. Aber: Die Panthers gewinnen die NFC South und haben das Playoff-Heimspiel, bevor hier eine kritische Offseason und dann eine kritische 2026er Saison bevorstehen, in der man herausfinden muss, ob man mittelfristig mit Bryce Young weitermacht.

In Tampa Bay muss man sich ähnlich gewichtige Fragen schon jetzt stellen. Die Bucs sind im Laufe dieser Saison komplett kollabiert, und hier muss nicht zuletzt auch Head Coach Todd Bowles massiv hinterfragt werden. Während gleichzeitig für den übrigen Kern der Tom-Brady-All-In-Ära so langsam die Zeit abläuft. Das Team steht vor einem Umbruch.

Die kritischen Fragen werden jetzt auch in Baltimore gestellt werden. John Harbaughs Ravens haben in ihrem Division-Endspiel gegen die Steelers zum 16. Mal in den letzten fünf Jahren eine Führung im vierten Viertel noch aus der Hand gegeben. Das war denkbar bitter in Form eines verschossenen Field Goals zum Schluss; und doch war es irgendwo auch ein Sinnbild für die Ravens unter Harbaugh, die zuletzt zu häufig Saisons frustrierend beendet haben. Die zu häufig in den wichtigsten Spielen nicht auf den Punkt "da" waren.

Sind die Bridge-Quarterbacks noch eine Erfolgsstory?

Aber diese Saison hatte auch eine übergreifende Storyline, die uns das ganze Jahr über begleitet hat: Die Bridge-Quarterbacks. Die einstmals hoch gepickten Veterans, die bei ihrem initialen Team früher oder später scheiterten und dann woanders, in besseren Umständen und mit mehr Erfahrung, ihr Potenzial auch tatsächlich auf den Platz brachten. Und was das vielleicht für den Umgang mit jungen Quarterbacks, aber auch für generelle Quarterback-Strategien von Teams bedeutet.

Darüber haben wir in der ersten Saisonhälfte viel gesprochen, als die Colts mit Daniel Jones eine Top-5-Offense hatten. Wir haben früh in der Saison mit Baker Mayfield und den Bucs darüber gesprochen, als Mayfield mit seiner Aggressivität Tampa Bay trotz zahlreicher Ausfälle Spiele gewann. Wir haben bei Darnold in der ersten Saisonhälfte darüber gesprochen, der seine positiven Leistungen aus der Vikings-Saison nicht nur bestätigte, sondern sogar noch einen drauf packte, indem er insbesondere Downfield phasenweise der beste Quarterback in der NFL war.

Diese Storyline hat eine interessante Entwicklung im Laufe der Saison genommen. In Indianapolis, auch ehe sich Jones schließlich verletzte, war es offensichtlich, dass die Offense erhebliche Probleme bekam, als der Schedule härter wurde und das Run Game nicht mehr auf Knopfdruck funktionierte. Bei den Bucs war Mayfields Aggressivität immer ein Ritt auf der Rasierklinge; nach dem furiosen Saisonstart schnitt er sich in der zweiten Hälfte sehr viel häufiger dabei. Und Darnold, Darnold ist der interessanteste Kandidat. Immerhin hat sich Seattle mit dem Sieg gegen die 49ers den Nummer-1-Seed gesichert! Ein Ende dieser Regular Season, das selbst optimistische Seahawks-Fans so kaum vermutet haben dürften.

Gleichzeitig ist es schwer, dagegen zu argumentieren, dass Darnold daran in der zweiten Saisonhälfte einen erheblich kleineren Anteil hatte als früh im Jahr, als die Big Plays Woche für Woche reihenweise Downfield in den Armen von Jaxon Smith-Njigba landeten.

Das wurde deutlich seltener. Stattdessen war es umso mehr ein Team, das von seiner herausragenden Defense und einem exzellenten Special Team getragen wurde. Mit dem gelegentlichen guten offensiven Drive mehr als Ergänzung. Und nochmal: Das hat für den Nummer-1-Seed in einer sehr kompetitiven NFC gereicht! Trotzdem ist es schwierig, zu prognostizieren, welche Version von Darnold wir in den Playoffs bekommen, und ob das reichen wird, um auch dort einen Run hinzulegen. Aber dass die Entscheidung für Darnold für den Moment als massiver Erfolg zu verbuchen ist, steht außer Frage.

Es gibt auch Quarterbacks dieses Kalibers, die für kommende Saison eine solche Rolle ausfüllen könnten. Ich denke da an Marcus Mariota. Vielleicht Malik Willis. Mac Jones, falls jemand für ihn tradet. Die spannendere Frage aber wird sein: Wie weit kann man mit einem solchen Quarterback kommen? Welche realen Schlüsse wird diese Saison hier zulassen?

Die Playoffs werden dieses Narrativ weiterschreiben, aber ich erwarte hier eine generell positive Antwort von Coaches mit der Transformation allen voran der Colts als positivem Beispiel, auch wenn man die Risse im Fundament im Laufe der Saison gesehen hat. Denn einen Punkt darf man dabei nie vergessen: Am Ende ist die NFL in erster Linie eine kurzfristige Liga. Und kurzfristiger Erfolg mit einem solchen Quarterback, die schiere Chance auf Postseason-Football, macht für einen Coaching Staff einen großen Unterschied.

Das kicker All-Pro Team 2025 - Offense

Quarterback: Drake Maye, New England Patriots

Wenn Offenses auf dem Level produzieren, auf dem sich die Patriots dieses Jahr bewegen, ist es in der Regel eine sehr komplette Offense. Mit vielen Top-Level-Leistungsträgern, sehr gutem Quarterback-Play und einem Top-Play-Caller. Denkt an die Buccaneers oder die Lions 2024. Die Colts in der ersten Saisonhälfte waren das dieses Jahr.

Etwas seltener gibt es das Szenario mit einem Elite-Quarterback, der auf höchstem Level spielt, der aber zumindest ein paar Stars um sich herum hat. Die Chiefs in der 2024er Saison wären ein Beispiel dafür. Ich würde die Bills in dieser Saison hier nennen, mit dem "Star" neben Josh Allen vor allem in Form der Offensive Line und des Running Backs.

Noch deutlich seltener ist die Top-5-Offense mit durchschnittlichen Umständen, die von einem Quarterback nicht nur getragen, sondern in die Top 5 befördert wird.

Genau das war dieses Jahr bei den Patriots der Fall. Mayes Downfield Passing, sein Spiel gegen Pressure, die Big Plays die er mal kreierte, mal einfach ideal traf, mal beides. Er kreierte am Boden, seine Aggressivität gepaart mit dem spektakulären Ball Placement waren die ganze Saison über spektakulär.

Und all das eben in einer Situation mit überschaubarem Support. Mit einer wackeligen - und zuletzt dezimierten - Offensive Line. Ohne einen Star-Playmaker, vielmehr mit einer durchschnittlichen Gruppe, die dank Maye deutlich besser aussah.

Ich verstehe jeden, der hier Stafford vorne hat. Auch Stafford hat eine fantastische Saison gespielt. Aber jeder, der den leichten Patriots-Schedule als Argument anbringt, muss dann auch erwähnen, dass Stafford die signifikant besseren Umstände hatte. Die bessere Line, das bessere Run Game, den besseren Play-Caller, die deutlich besseren Receiver. Und gegen die sechs Teams, mit denen es Stafford und Maye beide in dieser Saison zu tun hatten (Bucs, Saints, Falcons, Panthers, Ravens, Titans), war Maye in Summe besser.

Second Team: Matt Stafford, Rams

Running Back: Bijan Robinson, Atlanta Falcons

Nach der alles überragenden Saison von Saquon Barkley im Vorjahr - sowie einer ähnlich herausragenden Saison von Derrick Henry - hat die Running-Back-Position in diesem Jahr weniger dieser einzelnen spektakulären Saisons zu bieten.

Mitte der Saison war Jonathan Taylor der Favorit hier. Doch als die Gegner stärker wurden und die Line mehr Probleme hatte, gingen auch Taylors Zahlen merklich runter. Taylor hat natürlich trotzdem eine sehr gute Saison für die Colts gespielt, genau wie James Cook in Buffalo. Und auch wie auch Christian McCaffrey in San Francisco. Wenn auch auf ganz anderem Wege: Wo Taylor und Cook als Runner glänzten, war McCaffreys Production am Boden überschaubar. Dafür brillierte er als Receiver und war hier über mehrere Wochen Dreh- und Angelpunkt der zwischenzeitlich stark dezimierten 49ers-Offense.

Bijan Robinson aber war über die Gesamtzeit der Saison der kompletteste Back in der NFL dieses Jahr. Die Falcons nutzten ihn auch immer wieder in verschiedenen Rollen im Passing Game, vor allem aber ist das Gesamtpaket, welches Robinson als Runner mitbringt, derzeit in der NFL unerreicht.

Die Contact Balance und die Vision gepaart mit der spektakulären Beschleunigung auf wenigen Schritten sind herausragend. So entstehen viele von Robinsons spektakulären Runs. Er ist der konstanteste Runner, er hat die beste Kombination aus Physis, Vision, Speed und Agilität.

Vor Woche 18 - als viele Teams Starter schonten und es für andere um nichts mehr ging - hatte Bijan Robinson bereits sieben Spiele mit über 150 Yards offensiv. Kein anderer Receiver, Running Back oder Tight End hatte mehr als vier (Puka Nacua). Achane, Gibbs, Taylor und McCaffrey standen bei jeweils drei.

Und: Robinson hatte in dieser Regular Season ligaweit die meisten Yards from Scrimmage. In einer Saison, in der Atlantas Offensive Line einen klaren Rückschritt hatte und es keine Konstanz im Passing Game oder auf Quarterback gab.

Second Team: Christian McCaffrey, 49ers

Tight End: Trey McBride, Arizona Cardinals

Gegen die Texans in Woche 15 stellte McBride gleich mehrere Rekorde auf: Als erster Tight End hat er in aufeinanderfolgenden Saisons je die 100-Catch-Marke geknackt, und er hat den neuen Tight-End-Rekord für aufeinanderfolgende Spiele mit je mindestens fünf Catches pro Spiel aufgestellt. Später sicherte er sich noch den Rekord für die meisten Catches eines Tight Ends in einer Saison.

Am Ende stehen 1.239 Receiving Yards, mit Abstand Platz 1 unter Tight Ends, sowie 11 Touchdowns. McBride beendet die Saison nicht nur mit den mit weitem Abstand meisten Targets aller Tight Ends, er hatte dabei keinen Drop und war exzellent bei Contested Catches.

All das muss man zusätzlich in den Kontext der Offense packen, in der McBride gespielt hat. Eine Offense ohne funktionales Run Game, die Mid-Season den Quarterback ausgetauscht hat, und in der er die klare Nummer-1-Waffe auch für gegnerische Defenses war.

George Kittle ist für mich immer noch das größte Komplettpaket auf der Position, seine Saison war verletzungsbedingt stark verkürzt und dadurch war er dieses Jahr auch als Receiver schlicht nicht der Faktor was die Gesamt-Stats angeht. Sonst wäre es potenziell ein enges Rennen mit McBride geworden, aber so ist McBride dieses Jahr die klare Nummer 1 auf der Position.

Second Team: Kyle Pitts, Falcons

Wide Receiver: Jaxon Smith-Njigba, Seattle Seahawks

Beim Football greift alles ineinander. Auch gute Quarterbacks brauchen ein gewisses Maß an Hilfe von der Line und den Playmakern, auch gute Running Backs sind auf vernünftiges Blocking angewiesen und gute Receiver werden schnell zum Feind der Fantasy-Community, wenn sie durch eine unberechenbare Quarterback-Situation nicht die gewohnten Zahlen auflegen. Justin Jefferson kann diese Saison ein Lied davon singen.

Das ist wichtiger Kontext für den Hinterkopf für die folgende Aussage: Wenige Receiver haben ihre Offense in dieser Saison so geprägt wie Jaxon Smith-Njigba. Und es gibt jedes Jahr eine Handvoll Receiver, die so prägend für alles sind, was ihre Offense macht, dass sie die Umstände stärker beeinflussen als umgekehrt. A.J. Brown war das in einzelnen Saisons bei den Eagles, Amon-Ra St. Brown war das bereits für die Lions.

Damit meine ich nicht nur, dass sie individuell dominieren. Sondern dass spezifisch die Art und Weise, wie sie dominieren und wie sie gewinnen, das Scheme prägt und damit die ganze Offense maßgeblich gestaltet.

Smith-Njigba war dieses Jahr ein solcher Receiver. Kein Receiver war so dominant im Downfield Passing Game. JSN gewann hier konstant als Route Runner und am Catch Point, und Sam Darnold bediente ihn mit einigen der besten tiefen Pässe, die wir in dieser Saison gesehen haben.

Diese Big Plays waren - und sind - essenziell für die Seahawks-Offense, und Smith-Njigba war der Treiber dahinter. Zusätzlich dazu aber war er auch einer der besseren Receiver in Yards nach dem Catch. Er war derjenige, der Eins-gegen-Eins gewann, wenn die Seahawks es brauchten. Und der die Shot Plays öffnete, die das Herzstück der Seahawks-Offense waren.

JSN hat dieses Jahr den Schritt zum kompletten Receiver geschafft. Er hat deutlich mehr Outside gespielt - auch wenn "Outside" in dem Fall immer noch relativ nah an der Formation war - und dort gewonnen. Er hat viel mehr vertikal gespielt und gewonnen. Als Route Runner war er schon immer gut, dieses Jahr hat er hier eine Explosivität im tieferen Route Tree gezeigt, die ich so von ihm bisher nur im College gesehen hatte. Eine fantastische Saison und ein echter Nummer-1-Receiver.

Wide Receiver: Puka Nacua, Los Angeles Rams

Viele der eingangs erwähnten Dinge bei Jaxon Smith-Njigba treffen auch auf Puka Nacua zu. Mit dem Unterschied, dass Nacua diesen prägenden Effekt auf die Offense bereits in den vergangenen Jahren hatte.

Vielleicht kein Receiver in der NFL verkörpert aktuell diese Mischung aus Toughness, Physis und gleichzeitig Gespür für Räume. Es ist diese Kombination, die Nacua so vielseitig und so essenziell für die Rams-Offense macht.

Weil er einerseits für Defenses eine echte "Bedrohung" als Blocker darstellt. Weil er vor keinem einzigen dieser schwierigen Catches über die Mitte zurückschreckt. Weil er tough nach dem Catch ist. Das für sich ist ein Teil des Motors der Offense.

Was Nacua dann instinktiv zwischen Coverage Zones macht, ist herausragend und öffnet Passfenster für Stafford. Er ist ein High-Volume-Receiver, der aber dabei auf allen Ebenen der Defense gewinnt.

Denn: Diese Saison hatte er zudem mehr Eins-gegen-Eins-Catches Downfield und war hier ein größerer Faktor. Nacua erweiterte seine Palette also sogar noch.

Wide Receiver: George Pickens, Dallas Cowboys

Um im Thema zu bleiben: Receiver, die ihre Offense nicht nur individuell, sondern auch strukturell verändern. Pickens macht das in einer anderen Rolle als Nacua bei den Rams, oder Smith-Njigba bei den Seahawks. Er macht es in einer Rolle, die immer weniger Receiver in der NFL auf diesem Level besetzen können: als klassischer X-Receiver.

Pickens war in dieser Rolle eine großartige Ergänzung zu CeeDee Lamb und gab Dak Prescott den Catch-Point-Winner, den Prescott so gut füttern konnte. Pickens war dabei wertvoll vertikal, aber auch generell als Boundary-Receiver, der verlässlich nah an der Sideline gewinnen kann. Und Dallas schaffte es auch, ihn im Underneath Passing Game konstant einzubinden, um seine Physis und seine Größe hier einzusetzen.

Pickens’ Vertrag läuft jetzt aus, und es wird sehr spannend sein, zu sehen, wie die Cowboys diesen Vertrag angehen. Er hat seine gelegentlichen Aussetzer, aber es ist unbestreitbar, wie wertvoll Pickens für die Cowboys-Offense war, und wie er die Offense öffnete. Ein dominanter X-Receiver kann auch strukturell so viele Räume und Matchups ermöglichen, und genau das hat Pickens dieses Jahr geliefert. Pickens war auf die gesamte Saison gesehen der beste Wide Receiver in Dallas.

Second Team: Amon-Ra St. Brown, Lions; Ja’Marr Chase, Bengals; Nico Collins, Texans

Left Tackle: Trent Williams, San Francisco 49ers

Es gibt für mich immer noch keine Offense in der NFL, die ihren Left Tackle so zentral zu einer tragenden Säule macht. Tristan Wirfs in Tampa Bay kommt dem noch am nächsten.

Williams braucht selbstredend keine Hilfe im Passing Game. Was es den 49ers erlaubt, ihn Eins-gegen-Eins auch gegen Elite-Edge-Rusher zu stellen, um woanders zu helfen. Das gibt der Offense erheblich mehr Flexibilität.

Und dann aber baut Kyle Shanahan auch sein Run Game bevorzugt hinter Williams auf. Williams ist nach wie vor einer der dominantesten Run-Blocker auf der Left-Tackle-Position, seine Athletik und seine Physis in dem Bereich sind ein elementarer Teil der Niners-Offense.

Wirfs wäre hier meine erste Alternative gewesen, hätte er nicht so viele Spiele verpasst.

Second Team: Garrett Bolles, Broncos

Left Guard: Quenton Nelson, Indianapolis Colts

Nelson hat nach wie vor einen guten Case dafür, der dominanteste Run-Blocking-Guard in der NFL zu sein. Das war insbesondere in der ersten Saisonhälfte regelmäßig zu bewundern. Wenige Guards haben diese Kombination aus Power und Athletik und können so verlässlich im Run Game Räume auch auf dem Second Level öffnen.

Nelson ist auch der wahrscheinlich kompletteste Left Guard in der NFL aktuell. Aber spezifisch als Run Blocker hat er Argumente für Platz 1 ligaweit.

Second Team: Joe Thuney, Bears

Center: Creed Humphrey, Kansas City Chiefs

In einer Saison, in der offensiv bei den Chiefs nicht viel so funktionierte wie gedacht, war Humphrey eine der wenigen verlässlichen Säulen.

Einer der besten Pass-Blocking-Center in der NFL, dessen Athletik aber auch im Run Game eine herausragende Qualität ist. Humphrey hat über die ersten 17 Wochen der Saison ganze acht Quarterback-Pressures zugelassen, ein sensationeller Wert.

Second Team: Drew Dalman, Bears

Right Guard: Quinn Meinerz, Denver Broncos

Die Broncos könnten hier mit mehreren Spielern vertreten sein, aber müsste man sich auf einen festlegen, dann kann es nur Quinn Meinerz sein.

In einer exzellenten Broncos-Line ist er der beste Spieler. Einer der besten Run-Blocker überhaupt ligaweit was alle Offensive Linemen angeht, aber Meinerz hat sich über die letzten beiden Jahre auch in Pass-Protection deutlich verbessert. Die Line ist ohne Frage das Herzstück dieser Broncos-Offense.

Second Team: Chris Lindstrom, Falcons

Right Tackle: Penei Sewell, Detroit Lions

Einer der dominantesten Run-Blocker in der NFL, unabhängig von der Position. Sewell ist hier nach wie vor eine Naturgewalt, insbesondere, wenn die Lions seine Athletik nutzen, um ihn auf das zweite Level - oder auch darüber hinaus - zu bringen und ihn generell in Bewegung setzen und als mobilen Vorblocker nutzen.

Detroits Offensive Line hatte einen klaren Rückschritt verglichen mit dem, was wir in den letzten Jahren von dieser Unit gewohnt waren. An Sewell lag das nicht. Jetzt geht es für Detroit in eine Offseason mit zusätzlichen Ungewissheiten in diesem Bereich: Vielleicht braucht es neben einem neuen Starting Center auch einen neuen Starting Left Tackle.

Sewell ist spätestens jetzt der unangefochtene Fixpunkt dieser Line.

Second Team: Darnell Wright, Bears

Fullback: Kyle Juszczyk, San Francisco 49ers

Viele Optionen gibt es hier zugegebenermaßen nicht. Aber Juszczyk ist trotzdem ein würdiger All-Pro auf der Fullback-Position.

Es gibt nach wie vor keinen Fullback, der so relevant für seine Offense ist. Als Run-Blocker auf der einen Seite, wo Kyle Shanahan ihn auch vergleichsweise vielseitig einsetzt. Aber er ist eben auch zumindest ein Faktor im Passing Game, was wiederum so für keinen anderen Fullback wirklich gilt und vor allem nicht für die anderen Kandidaten, die zumindest als Blocker ausgeprägte Rollen spielen.

Second Team: Reggie Gilliam, Bills

Das kicker All-Pro Team 2025 - Defense

Edge-Rusher: Myles Garrett, Cleveland Browns

Neben Smith-Njigba und Puka Nacua die einfachste Wahl in dieser Liste: Myles Garrett war nicht nur der dominanteste Pass-Rusher dieser Saison - er hat eine historische Saison gespielt und, auch wenn es nochmal eine Zitterpartie wurde, am Sonntag gegen die Bengals den All-Time Single Season Sack Rekord gebrochen!

Und nicht nur das, dazu hat er das in einer überaus schwierigen Situation geschafft. Nämlich in einem Browns-Team, das selten in Führung lag, das offensiv Spiele nie diktieren konnte, und das somit auch wenige Passing-Downs für die gegnerische Offense provozierte. Garrett hatte auch deutlich weniger Snaps für die neue Bestmarke als die vorherigen Rekordhalter.

Das macht Garretts Saison nur umso eindrucksvoller. Kein Pass-Rusher kombiniert seine Power und Physis mit dieser Agilität und Quickness, die ein Rusher mit dieser Größe und diesem Gewicht nicht haben sollte.

Es sollte schon längst kein Zweifel mehr daran bestehen, wer der beste Pass-Rusher in der NFL ist. Mit dieser Saison dürfte auch der größte Skeptiker überzeugt worden sein.

Edge-Rusher: Will Anderson Jr., Houston Texans

Ohne die Verletzung von Micah Parsons wäre das hier eine noch viel schwierigere Wahl gewesen. Doch selbst dann hätte es einen starken Case für Anderson gegeben.

Denn Anderson hat als Pass-Rusher dieses Jahr einen klaren Sprung nach vorne gemacht. Und damit gehört er in die Elite-Gruppe der komplettesten Edge-Verteidiger.

Denn eine Sache ist bei Anderson ohnehin klar: Er ist einer der besten und physischsten Run-Verteidiger unter allen Top-Edge-Verteidigern. Er ist ein Tone-Setter, der Tone-Setter für die beste Defense in der NFL.

Seit diesem Jahr ist er für mich in der Elite-Edge-Gruppe angekommen.

Second Team: Micah Parsons, Packers; Josh Hines-Allen, Jaguars

Interior Defensive Line: Cameron Heyward, Pittsburgh Steelers

Es ist bemerkenswert, was für einen Unterschied Cam Heyward mit seinen 36 Jahren immer noch macht. Und Heyward ist kein Rotationsspieler der hier und da einige Plays macht: Über 800 Snaps hat er in dieser Saison gespielt, und das auf allerhöchstem Level.

Der Routinier war auch dieses Jahr wieder der gewohnt sichere Run-Verteidiger. Als Pass-Rusher hatte er eine weitere herausragende Saison und war hier eine tragende Säule und die größte Konstante in der Steelers-Front, die im Laufe der Saison immer wieder Ausfälle verkraften musste.

Ich würde argumentieren, dass kein Defensive Tackle eine komplettere Saison gespielt hat.

Interior Defensive Line: Jeffery Simmons, Tennessee Titans

Es ist leicht, bei Teams, die fast wöchentlich deutlich unterlegen sind und die ohnehin "größere" Fragen begleiten - wie gut oder nicht gut ist Cam Ward? Wer wird der nächste Head Coach? -, den Blick für die wenigen Lichtblicke zu verlieren. Und zugegebenermaßen gab es davon bei den Titans auch nicht viele.

Simmons ist hier aber nicht nur als Lichtblick herauszustellen. Er verdient sich seinen Platz auch ligaweit im obersten Tier auf seiner Position. Simmons war häufig der Alleinunterhalter in der Titans-Front was den Pass-Rush angeht; im Liga-Vergleich beendete er die Regular Season Top-3 in Pressures - obwohl er einige Spiele verpasst hat - und ist die klare Nummer 1 in Pass-Rush Win Rate unter Defensive Tackles.

Der 28-Jährige war schon zu besten Mike-Vrabel-Zeiten der physische Leader dieser Front. Das war er auch dieses Jahr, als um ihn herum nicht viel funktionierte. Man kann sogar dafür argumentieren, dass Simmons individuell die bis dato beste Saison seiner Karriere gespielt hat.

Second Team: Leonard Williams, Seahawks; Vita Vea, Buccaneers

Linebacker: Zack Baun, Philadelphia Eagles

Die Linebacker-Position ist dieses Jahr gar nicht so einfach - weil es keine dieser ausnahmslos dominanten Saisons gab. Die Verletzung von Fred Warner war der letzte Dominostein, der das verhinderte.

Auch Zack Baun konnte nicht ganz an seine überraschend herausragende Vorsaison in Philadelphia anknüpfen. Aber er war auch dieses Jahr einer der Besten auf seiner Position, und das in einer Defense, die ihren Linebackern vergleichsweise wenig hilft. Oder, andersherum formuliert: In einer Defense, die mit die meisten Light Boxes spielt. Die viele Räume Underneath anbietet - Räume, welche die Linebacker covern müssen. Und die zusätzlich dazu in dieser Saison auffällig viel Man Coverage spielt.

Baun ist auch in dieser Saison ein Spieler, der es der Eagles-Defense erlaubt, so zu spielen. Er und Rookie Jihaad Campbell waren das beste Linebacker-Duo dieser Saison.

Linebacker: Devin Lloyd, Jacksonville Jaguars

Nach den ersten fünf Spielen stand Lloyd nicht nur sinnbildlich für die ganze Jaguars-Defense: Er war der Star und das Gesicht dieser Unit. Vier Interceptions und eine Fumble Recovery gelangen Lloyd über die ersten fünf Spiele, Jacksonvilles Defense lebte früh in der Saison maßgeblich von Turnovern und Lloyd war das Herzstück davon.

Wenig überraschend konnte er diese Pace nicht aufrechterhalten. Dennoch blieb er ein wichtiger Part einer Jaguars-Defense, die im letzten Saisondrittel wieder einen Turnaround hin zum Positiven geschafft hat.

Lloyd wird nach der Saison Free Agent und ich bin sehr auf seinen nächsten Vertrag - den er mutmaßlich von den Jaguars bekommen wird - gespannt. Denn man kann argumentieren, dass er sich jedes Jahr gesteigert hat und dass er gerade seine mit Abstand beste Saison spielt.

Nicht nur durch die Turnover. Sondern weil er ein sehr guter Coverage-Linebacker ist, der gleichzeitig überdurchschnittlich bis gut gegen den Run spielt. Diese Kombination ist selten geworden, und gleichzeitig ist es genau das, was viele modernen Defenses händeringend suchen.

Linebacker: Jack Campbell, Detroit Lions

Einer der besten Downhill-Linebacker in dieser Saison. Gemeint ist: Wenn Campbell vertikal Richtung Line of Scrimmage agieren kann, wenn er insbesondere gegen den Run nach vorne attackieren kann, gibt es wenige Linebacker, die aktuell besser sind.

Und das ist auch immer eine Frage der defensiven Strategie. Campbell wäre in einer Aufgabe, wie sie Zach Baun oder auch Devin Lloyd erfüllen müssen, vermutlich eher nicht hier vertreten. In Detroit aber ist er ein idealer Fit: Hier kann er in einer Defense, die viele Stacked Boxes spielt, die aggressiv mit ihrer Front sein will, seine Physis und Power ideal aufs Feld bringen. Und das hat er dieses Jahr auf einem Level geschafft, das Anerkennung verdient.

Second Team: Demario Davis, Saints; Roquan Smith, Ravens; Edgerrin Cooper, Packers

Cornerback: Devon Witherspoon, Seattle Seahawks

Vielleicht der kompletteste Cornerback in der NFL aktuell, was die Flexibilität seiner möglichen Rollen angeht.

Witherspoon kann innen spielen. Er kann außen spielen. Er ist einer der besten - vielleicht sogar der beste - Run-Defender auf der Cornerback-Position. Er ist ein gefährlicher Blitzer, was Mike Macdonald auch gut einsetzt. Er ist ein guter Tackler und limitiert so Yards nach dem Catch.

Dieses Gesamtpaket macht ihn zu einem Schlüsselspieler für eine Defense. Ganz abgesehen davon, dass Witherspoon ein physischer Cover-Corner ist, der regelmäßig Plays am Catch Point macht.

Witherspoon ist in Coverage gut, wenn auch nicht so dominant wie einige der Top-Nummer-1-Cornerbacks. Seine größte Qualität ist die Vielseitigkeit - und all das, was er einer Defense gerade nah an der Line of Scrimmage gibt, damit die Defense in leichten Boxes spielen kann.

Cornerback: Pat Surtain, Denver Broncos

Der amtierende Defensive Player of the Year konnte nicht ganz an seine dominante Vorsaison anknüpfen. Aber er ist für mich immer noch der beste Nummer-1-Corner in der NFL, ein Dreh- und Angelpunkt-Spieler, wie es kaum noch welche auf der Cornerback-Position gibt.

Das macht Surtain so besonders. Er erlaubt es Denver, Man-lastig zu spielen. Weil er regelmäßig den besten gegnerischen Outside-Receiver in Eins-gegen-Eins-Coverage nehmen kann. Und das war auch dieses Jahr wieder der Fall.

Surtains Skillset als Outside-Corner ist dabei herausragend. Seine Physis, ohne an Mobilität einzubüßen. Seine Größe, ohne an Agilität einzubüßen. All das, plus die Spielintelligenz haben Surtain auch in dieser Saison zu einem prägenden Spieler gemacht.

Second Team: Quinyon Mitchell, Eagles; Kamari Lassiter, Texans

Safety: Kyle Hamilton, Baltimore Ravens

Vielleicht der kompletteste Verteidiger in der NFL aktuell. Ein Beispiel dafür ist die Art und Weise, wie Hamilton über die letzten Jahre die Ravens-Defense in unterschiedlichen Rollen repariert hat.

Als Baltimore vor einem Jahr regelmäßig Downfield verbrannt wurde und mehr tiefe Absicherung brauchte, wurde Hamilton kurzerhand nach hinten gezogen und war dort direkt das dringend benötigte stabilisierende Element.

Dieses Jahr brauchten die Ravens mehr Hilfe in der Box, mehr Physis gegen den Run, mehr Range in der Box-Coverage und im Slot - und Hamilton primär als Box-Verteidiger war ihre Antwort darauf.

Ich mochte auch die hochgedrehte Aggressivität phasenweise in dieser Saison, als die Ravens Hamilton häufiger als Rusher und Blitzer brachten. Wenige Verteidiger haben individuell einen so vielseitigen Impact auf ihre Defense, und Hamilton war dieses Jahr auch qualitativ der beste Safety in der NFL.

Safety: Xavier McKinney, Green Bay Packers

Im Vergleich zu Hamilton ist McKinney mehr ein "klassischer" Safety. In der Rolle aber brillierte er auch dieses Jahr wieder für die Packers.

McKinney ist ein toller Ballhawk-Safety aus seiner tiefen Rolle heraus, aber er ist viel mehr als das für Green Bay. Derjenige, der die Coverage zusammenhält, der als Single High Safety brillieren kann, aber auch gut in der Box ist.

Als Run-Defender funktioniert er, wenn er aus der Tiefe kommt oder wenn er näher an der Line of Scrimmage startet. Und er ist einer der sichersten Tackler auf der Position, gerade bei einem Safety eine nicht zu unterschätzende Qualität.

Derwin James ist hier allerdings nah dran. Am Ende ist das eine schwierige Entscheidung zwischen unterschiedlichen Spielertypen: James’ Vielseitigkeit ist essenziell für die Chargers-Defense, während McKinney der Packers-Defense in einer spezifischen Rolle einen enormen Floor-Boost in puncto Stabilität gibt.

Second Team: Derwin James, Chargers; Antoine Winfield Jr., Buccaneers

Slot-Cornerback: Cooper DeJean, Philadelphia Eagles

Bei wenigen Positionen ist der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Wahl so groß. DeJean hat sich zum dominantesten Slot-Verteidiger in der NFL entwickelt, und das gleich in zweierlei Hinsicht.

In Coverage ist er herausragend. Kein anderer Slot-Corner fällt Woche für Woche so häufig mit tollen Plays in Coverage auf. Seine Größe verhindert, dass er hier in Matchup-Nachteile gerät, während er gleichzeitig bewiesen hat, dass er in puncto Quickness und Agilität hier nicht die Probleme bekommt, die man anhand seines College-Tapes hätte befürchten können.

Und dann ist seine Physis eine echte Waffe gegen den Run. Das hat die Eagles-Defense schon während DeJeans Rookie-Saison maßgeblich verändert: Einen 210-Pfund-Slot-Corner zu haben, erlaubt es den Eagles, den Run aus leichten Boxes zu verteidigen, wo andere Teams mit ihrem Slot-Corner an Grenzen stoßen.

DeJean ist der ideale Slot-Corner für eine moderne NFL-Defense, und der Abstand zum Rest auf der Position scheint dieses Jahr eher noch größer geworden zu sein.

Second Team: Taron Johnson, Bills