Das AP All-Pro Team gilt als die prestigeträchtigste individuelle Auszeichnung der Liga außerhalb der MVP-Wahl. Es besitzt einen deutlich höheren Stellenwert als der Pro Bowl, da die Wahl von einem Panel aus 50 nationalen Medienvertretern durchgeführt wird und keinerlei Fan-Voting enthält. Ausgezeichnet werden im First Team die jeweils besten Spieler der Liga auf ihrer Position, ergänzt durch ein Second Team.
Das All-Pro Team würdigt jene Spieler, die ihre Position über die gesamte Saison hinweg auf höchstem Niveau geprägt haben. Die Wahl 2025 vereint dabei erwartete Dominanz, historische Premieren und spannende Dynamiken an der Spitze der Liga.
Stafford schlägt Maye: All-Pro-Quarterback mit Signalwirkung
Im Fokus steht vor allem die Quarterback-Position. Matthew Stafford setzte sich im Voting gegen Drake Maye durch und wurde erstmals in seiner 17-jährigen NFL-Karriere ins First Team gewählt. Gleichzeitig sorgten drei Spieler für ein seltenes Novum: Myles Garrett, Puka Nacua und Jaxon Smith-Njigba wurden einstimmig gewählt.
Die Entscheidung auf der Quarterback-Position gehört zu den spannendsten Aspekten der All-Pro-Wahl. Stafford erhielt 31 First-Team-Stimmen, Maye kam auf 18, eine weitere Stimme ging an Josh Allen. Für Stafford ist es eine Premiere - und zugleich eine historische. Mit 37 Jahren und in seiner 17. NFL-Saison wird er erst der zweite Spieler überhaupt, der so spät erstmals ins First Team All-Pro gewählt wird. Zuvor gelang dies nur Kicker Gary Anderson im Jahr 1998.
Auch statistisch liefert Stafford ein starkes Argument. Mit 4707 Passing Yards führte er die Liga an, dazu kamen 46 Passing Touchdowns und ein Passer Rating von 109,2 - nur knapp hinter Mayes 113,5. Maye selbst beendete die Saison mit 4394 Passing Yards und 31 Passing Touchdowns. Dass Stafford die All-Pro-Wahl gewinnt, während Maye weiterhin als MVP-Kandidat gilt, verleiht der Entscheidung zusätzliche Brisanz.
Historisch gilt der First Team-All-Pro-Quarterback häufig auch als Favorit auf den MVP - auch wenn diese Regel im Vorjahr durchbrochen wurde. Letztes Jahr wurde Ravens-Quarterback Lamar Jackson ins First Team gewählt, anschließend gewann aber Josh Allen den MVP-Award.
Stafford selbst zeigte sich gegenüber der Associated Press sichtlich bewegt: "Das ist unglaublich. Ich hätte damit nicht gerechnet", sagte er. "Ich habe so viele Jahre gespielt, so viel Respekt für dieses Spiel und für die Jungs, die meine Position spielen. Das ist nicht einfach. Das bedeutet mir sehr viel."
Einstimmige Dominanz: Garrett, Nacua und Smith-Njigba
Noch eindeutiger fiel die Wahl bei drei weiteren Stars aus. Myles Garrett wurde einstimmig als Edge Rusher ins First Team gewählt - der logische Abschluss einer historischen Saison, in der er den All-Time-Single-Season-Sack-Rekord brach. Neben ihm komplettieren Will Anderson Jr. und Micah Parsons die Edge-Rusher-Gruppe.
Auch offensiv gab es keinerlei Diskussion. Puka Nacua und Jaxon Smith-Njigba wurden einstimmig als Wide Receiver gewählt, ergänzt durch Ja'Marr Chase. Nacua bestätigt damit endgültig seinen Status als Elite-Receiver, während Smith-Njigba seinen Durchbruch auf absolutem Top-Niveau feiert.
Im Backfield wurde Bijan Robinson als Running Back ausgezeichnet, während Christian McCaffrey den All-Purpose-Spot erhielt. Tight End Trey McBride verpasste die Einstimmigkeit nur knapp und erhielt 49 von 50 möglichen First-Team-Stimmen.
Broncos setzen ein Ausrufezeichen
Als bestes Team der AFC stellten die Denver Broncos gleich vier First Team All-Pros. Neben stabiler Line-Arbeit und Konstanz im Zentrum der Offense wurden auch Leistungen in den Special Teams honoriert. Zusätzlich schafften es Patrick Surtain II und Talanoa Hufanga ins Second Team.
Insgesamt wurden 18 Spieler zum ersten Mal ins All-Pro Team gewählt, darunter mehrere Akteure aus den Special Teams. Bemerkenswert ist dabei die Auszeichnung für Rookie Chimere Dike, der sich direkt in seiner ersten NFL-Saison einen Platz unter der Elite sichern konnte.
So wird gewählt: Das All-Pro-System erklärt
Zum vierten Mal kam das neue AP-Wahlsystem zum Einsatz. Die 50 Wähler vergeben sowohl First- als auch Second-Team-Stimmen. Eine First-Team-Stimme zählt drei Punkte, eine Second-Team-Stimme einen Punkt. Die Spieler mit den meisten Punkten werden ins First Team gewählt, die nächstplatzierten rücken ins Second Team nach. Dieses System sorgt für mehr Transparenz und macht knappe Entscheidungen - wie auf der Quarterback-Position - besonders aussagekräftig.
Einordnung
Das All-Pro Team 2025 erzählt mehr als nur die Geschichte individueller Exzellenz. Es spiegelt Machtverschiebungen, neue Stars und bewährte Konstanten wider. Stafford krönt eine außergewöhnliche Spätphase seiner Karriere, Garrett zementiert seinen Platz in der Defense-Geschichte der Liga, und eine neue Generation von Skill-Playern übernimmt endgültig die Bühne.
Gleichzeitig wirft die Wahl ein Schlaglicht auf das MVP-Rennen - und zeigt einmal mehr: Wer All-Pro ist, hat die NFL-Saison nicht nur geprägt, sondern definiert.
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