Im Allegiant Stadium nach der Niederlage gegen die Las Vegas Raiders war die Stimmung ungewöhnlich still. Teamkollegen suchten nacheinander die Nähe des Routiniers, umarmten ihn, bedankten sich - so, als könne es das letzte gemeinsame Spiel gewesen sein.
Kelce selbst wich klaren Aussagen aus. Stattdessen sprach er von Familie, Zeit und davon, "die Dinge auf sich zukommen zu lassen". Ein Karriereende ist möglich. Eine Rückkehr ebenso.
Zwischen Dankbarkeit, Zweifel und neuer Stärke
Travis Kelce machte nach dem Spiel deutlich, wie sehr ihn der Moment bewegt hat. "Ich liebe dieses Team. Ich bin stolz auf die Art, wie wir das beendet haben, auch wenn es so ausgegangen ist", sagte der 36-Jährige. Die kommenden Tage wolle er für Gespräche mit Familie und Organisation nutzen, bevor er eine Entscheidung trifft. Spätestens Anfang März, vor Beginn der Free Agency, soll Klarheit herrschen.
Sportlich war die Saison widersprüchlich. Die Chiefs verpassten mit einer 6-11-Bilanz erstmals seit Jahren die Playoffs - der schlechteste Record unter Head Coach Andy Reid. Kelce selbst zeigte jedoch, dass er noch immer ein zentraler Faktor sein kann. Nach einem individuell schwachen Jahr zuvor stellte er seine Offseason um, arbeitete wieder intensiver an Explosivität und Beweglichkeit. Das Ergebnis: Team-Bestwerte bei Targets (108), Receptions (76), Yards (851), Touchdowns (5) und Yards after Catch (424).
Trotzdem blieb der große Erfolg aus. "Ich hatte das Gefühl, vorbereitet zu sein", sagte Kelce. "Aber in vielen engen Spielen ist der Ball einfach nicht für uns gefallen." Sollte er zurückkehren, sei für ihn entscheidend, in den entscheidenden Momenten voll verfügbar zu sein.
Zahlen, Meilensteine und offene Fragen
Unabhängig vom Ausgang seiner Entscheidung hat Kelce seine Spuren hinterlassen. In dieser Saison stellte er den Franchise-Touchdownrekord der Chiefs auf, überschritt als erst dritter Tight End der NFL die Marke von 13.000 Receiving Yards und erreichte als zweiter Spieler überhaupt zehn Saisons in Folge mit mindestens 75 Catches. Zudem zog er in der All-Time-Receptions-Liste an Terrell Owens vorbei.
Sein Vertrag läuft aus, über finanzielle Details einer möglichen Fortsetzung wollte Kelce nicht sprechen. "Das kommt später. Erst muss ich wissen, was mir diese Entscheidung überhaupt bedeutet", sagte er.
Dass ein Abschied für viele im Team schwer vorstellbar ist, machte Defensive Star Chris Jones deutlich: "Er bringt Energie, Leidenschaft und er ist einer der besten Tight Ends, die dieses Spiel je gesehen hat. Ich glaube fest daran, dass er zurückkommt."
Ob Kelce noch einmal an der Seite von Patrick Mahomes aufläuft oder ob die Umarmungen in Las Vegas bereits Abschiedsgesten waren, bleibt offen. Sicher ist nur: Wenn Travis Kelce geht, endet nicht einfach eine Saison - sondern ein prägendes Kapitel NFL-Geschichte.
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