Rodgers sieht die Seahawks siegen
Mit gleich vier Touchdown-Pässen bei seinem Steelers-Debüt samt starker Vintage Performance beim hochspannenden 34:32 bei seinem ehemaligen Team, den New York Jets, hatte sich Aaron Rodgers in dieser Kategorie direkt an die Spitze der Liga gesetzt. Und sich überhaupt für ihn fast schon ungewöhnlich zuversichtlich sowie lobend präsentiert. Weiter ging's für den 41-jährigen Oldie nun mit dem ersten Heimspiel, dem Duell mit den zuletzt knapp unterlegenen Seahawks (13:17 gegen San Francisco)
Vor den zahlreichen "Terrible Towels" im heimischen Acrisure Stadium erwischte "A-Rod" allerdings nicht seinen besten Tag, obwohl der Routinier mit seinen Kollegen zunächst sogar einen 14:7-Vorsprung mit in die Pause genommen hatte. Übrigens auch dank eines Touchdowns von Neuzugang und Ex-Seahawk D.K. Metcalf.
Im dritten und vierten Quarter schwammen Pittsburgh jedoch die Felle davon, auch weil Hawks-Kicker Jason Myers Field Goals aus 54 und 65 Yards verwandelte, Steelers-Rookie-Returner Kaleb Johnson einen kuriosen Touchdown zuließ und auf der anderen Seite Running Back Kenneth Walker (118 Total Yards, ein TD) einen Sahnetag erwischte. Den Vergleich der Quarterbacks entschied dann auch der neue Mann in Seattle, Sam Darnold, mit 295 Passing Yards und zwei Touchdowns für sich. Obwohl er wie Gegenüber Rodgers (203 Yards, ein Score) am Ende des Tages auch zwei Interceptions im Buch stehen hatte.
Bengals mit Burrow-Sorgen - Kantersieg der Ravens
Innerhalb der AFC North fielen die Steelers damit auf 1-1 zurück, parallel verbesserten sich die Baltimore Ravens nach der bitteren 40:41-Auftaktniederlage bei den Buffalo Bills auf 1-1. Das gelang dem Super-Bowl-Mitfavoriten mit einem satten 41:17 im divisionsinternen Duell mit den hoffnungslos unterlegenen Cleveland Browns um Oldie-Quarterback Joe Flacco (199 Yards, ein TD, eine Interception, ein Fumble). Star-Spielmacher Lamar Jackson warf derweil für vier Scores (225 Yards). Derrick Henry kam dagegen nur auf 24 Yards.
Das vierte AFC-North-Team, die Cincinnati Bengals, setzten sich ferner mit einer 2-0-Bilanz an die vorläufige Spitze - das dank eines knappen 31:27-Erfolgs über die Jacksonville Jaguars (1-1). Der Heimsieg wurde aber eventuell teuer erkauft, denn Star-Quarterback Joe Burrow brach Cincy schon im zweiten Viertel mit einer Zehenverletzung gänzlich weg. Genaue Diagnose und Ausfallzeit? Noch offen.
Das Positive sicherlich dabei: Nach Touchdown-Pass von Burrow zum Start hatte Backup Jake Browning das Ruder übernommen und neben gleich drei Interceptions auch stolze drei Touchdowns verbucht.
Bei Johnson-Rückkehr: Bears haben nichts zu melden
Eine besondere Heimkehr stand an diesem frühen Sonntag übrigens für Ben Johnson an. Der neue Head Coach der Chicago Bears hatte schließlich in den letzten Jahren extrem erfolgreich die furiose Offense der Lions angeleitet - und nun eben nach der bitteren Auftaktniederlage gegen die Vikings das Wiedersehen in Detroit vor der Brust.
Dort in der "Motor City" war aber nichts zu holen. Schon früh hatte nach Catch von Amon-Ra St. Brown der vergangene Woche noch von den Green Bay Packers abgemeldete Jahmyr Gibbs den Touchdown zur Führung erzielt. In diesem Duktus ging es quasi trotz zwischenzeitlichem Comeback der Bären weiter, sodass am Ende des Tages ein 52:21-Blowout zu Buche stand. Detroits Quarterback Jared Goff kam hierbei auf 334 Yards und gleich fünf (!) Touchdown-Pässe, Amon-Ra St. Brown verbuchte bärenstarke 115 Yards plus drei Scores. So viele TDs hatte der Deutsch-Amerikaner bis dato noch nie in einem NFL-Spiel eingestrichen.
Mac Jones leitet die Niners zum Erfolg
Mit einer Wagenladung voll personeller Offense-Probleme - Quarterback Brock Purdy fehlte wie auch Top-Tight-End George Kittel oder auch Brandon Aiyuk - waren derweil die San Francisco 49ers zum Gastspiel bei den in dieser Saison nicht sehr hoch eingeschätzten New Orleans Saints gekommen. Und siehe da: Die Niners strichen ein verdientes 26:21 ein.
Ersatzspielmacher Mac Jones avancierte hierbei zum gefeierten Spieler mit seinen 279 Passing Yards und gleich drei Touchdown-Pässen (Karrierebestwert). Allgemein so gut hatte der frühere Patriots-Profi schon lang nicht mehr abgeliefert - letztmals in Week 1 2023. Einen Score tütete Jones übrigens mit einem Wurf auf Allzweckwaffe Christian McCaffrey ein.
Was zudem Hoffnung macht: Ihre beiden Auftaktsiege haben die 49ers in der Fremde erreicht und stehen überhaupt zum bereits vierten Mal seit 2019 bei einem 2-0-Start. Das war in dieser Konstellation sowohl 2019 als auch 2023 geglückt - und hier jeweils der Super Bowl unter Head Coach Kyle Shanahan erreicht worden.
Was war sonst noch los? Allen trotzt blutiger Nase
Im divisionsinternen AFC-East-Duell mit den New York Jets (0-2) ließen die bei 2-0 stehenden Buffalo Bills nichts anbrennen. Der amtierende MVP Josh Allen, der zwischenzeitlich mit blutender Nase behandelt worden war und im vierten Quarter aus Schonungsgründen vom Feld genommen wurde, musste beim 30:10 gar nicht sonderlich viel machen. Die meiste Arbeit verrichtete Running Back James Cook in der Offensive mit 132 Yards und zwei Touchdowns.
Deutlich verrückter ging es da schon in Miami beim 27:33 der Dolphins gegen die New England Patriots, ein weiterer AFC-East-Vergleich, zu Werke. Pats-Quarterback Drake Maye zeichnete dabei für drei TDs verantwortlich, während Running Back Antonio Gibson einen Kickoff über 90 Yards bis in die Endzone trug. Kurios: Erst kurz zuvor hatte Miamis Receiver Malik Washington einen Punt über 74 zum Touchdown getragen. Trotz klarer Leistungssteigerung im Vergleich zum desaströsen 8:33 vor einer Woche bei den Colts reichte es bei den Dolphins aber nicht zum Sieg - auch weil Quarterback Tua Tagovailoa (315 Yards, zwei TDs, eine Int.) das angedachte Comeback nicht mehr auf die Kette brachte.
Ansonsten schlugen noch die Los Angeles Rams (2-0) mit einem zwischenzeitlich spannenden und am Ende doch klaren 33:19 bei den Tennessee Titans (0-2) zu, während die Dallas Cowboys eine turbulente Angelegenheit mit 40:37 in der Overtime beim Duell mit den New York Giants für sich entschieden. Die beiden Quarterbacks Dak Prescott (361 Yards, zwei TDs, eine Int.) und Russell Wilson (450 Yards, drei TDs, eine Int.) schenkten sich dabei gar nichts - am Ende machte Cowboys-Kicker Brandon Aubrey den Unterschied. Dieser hatte erst aus 64 Yards eiskalt fürs Erreichen der Overtime und dort aus 46 Yards zum Sieg verwandelt.