Shedeur Sanders war ohne Zweifel der große Verlierer im diesjährigen NFL Draft. Statt in der ersten Runde oder sogar als Top-10-Pick gewählt zu werden, stürzte der Quarterback bis in die fünfte Runde ab. Erst mit dem 144. Pick erlösten ihn die Cleveland Browns - eine Schmach für ihn und seinen Vater, NFL-Legende Deion Sanders.
Der beispiellose Absturz von Sanders bestimmte über Tage die Schlagzeilen rund um die beste Football-Liga der Welt, inzwischen aber ist etwas Ruhe eingekehrt. Bei den Browns konkurriert Sanders derzeit mit gleich drei anderen Spielmachern um Trainingsanteile, zudem steht auch der verletzte Deshaun Watson unter Vertrag.
Vor allem ein Duell ist dabei interessant. Denn die Browns wählten im Draft gleich zwei Quarterbacks, schon mehrere Runden vor Sanders angelte sich Cleveland Dillon Gabriel. Angesichts der Neuzugänge Joe Flacco und Kenny Pickett erscheint es eher unwahrscheinlich, dass Gabriel und Sanders am Ende beide einen Platz im endgültigen Kader erhalten.
Somit sind Sanders und Gabriel womöglich direkte Konkurrenten, einer könnte am Ende auf der Strecke bleiben. Zwischenmenschlich aber gibt es zwischen den beiden Spielmachern wohl keine Probleme. "Bisher war alles cool", sagte Sanders bei "SportsCasting".
Gabriel sei "ein cooler Typ. Ich mag, wie er mit Situationen umgeht – vor allem mit der negativen Berichterstattung, die gerade auf ihn einprasselt. Ich bin einfach froh, dass er positiv bleibt und mit allem gut umgehen kann. Wir verstehen uns wirklich gut", betonte Sanders.
Umgekehrt erklärte Gabriel, beide Quarterbacks würden "voneinander lernen". Der 24 Jahre alte Gabriel führte die Oregon Ducks in der abgelaufenen College-Saison mit einer starken 13-1-Bilanz in die Playoffs, Sanders wiederum verpasste mit den Colorado Buffaloes die Finalrunde. Als individuelles Prospect aber hat Sanders klare Vorteile.
Wie aber geht es für die beiden weiter? In den kommenden Wochen und Monaten geht es darum, sich im Training zu empfehlen. In der Preseason im August dürften beide ihre Spielanteile bekommen. Danach fällt die Entscheidung, wer es in den 53er-Kader der Browns schafft. Ein Scheitern wäre der nächste Rückschlag für Sanders.