Der Cut kam überraschend, der Wechsel folgte umgehend. Nur wenige Tage nach seiner Entlassung bei den Dallas Cowboys fand Trevon Diggs ein neues Team und ein neues Umfeld mit klarer sportlicher Perspektive. Die Green Bay Packers sicherten sich den früheren Pro Bowl Cornerback via Waiver Claim und holen damit kurz vor dem Saisonfinale gezielt Verstärkung für eine angeschlagene Secondary. In einer Phase, in der andere Franchises auf Kontinuität setzen, gehen die Packers bewusst ein kalkuliertes Risiko ein - in der Hoffnung, dass Diggs sofort helfen kann und seiner Karriere in Wisconsin neuen Schwung verleiht.
"Ich fühle mich immer noch wie der Beste"
Diggs’ Selbstverständnis ist intakt. "Ich fühle mich immer noch wie der Beste", sagte der frühere Pro Bowler nach seiner ersten Einheit im Packers-Trikot. Der Anspruch ist hoch und er kommt nicht aus dem Nichts. Seit seinem NFL-Einstieg 2020 sammelte Diggs 20 Interceptions, davon elf allein in der Saison 2021, dazu 63 Pass Breakups. Kaum ein Cornerback dieser Generation steht so sehr für Big Plays.
Gleichzeitig ist der Bruch zur Gegenwart offensichtlich: In acht Spielen der laufenden Saison blieb Diggs ohne Interception und ohne Pass Breakup. Ein statistischer Einbruch, der seinen Marktwert drückte und den Neustart in Green Bay überhaupt erst möglich machte. Diggs selbst spricht nicht von Jagd nach Auszeichnungen, sondern von einem Reset: besser werden, Tag für Tag, und dem Team helfen zu gewinnen.
Ein Risiko - mit möglicher Rendite
Head Coach Matt LaFleur ließ offen, ob Diggs bereits im Finale gegen die Minnesota Vikings zum Einsatz kommt. Der Bedarf ist da: Mit Nate Hobbs und Kamal Hadden fehlen Green Bay zwei Cornerbacks. Defensive Coordinator Jeff Hafley bringt es pragmatisch auf den Punkt: Man müsse Diggs "so schnell wie möglich auf Geschwindigkeit bringen" - die Playoffs stehen vor der Tür.
Rückendeckung kommt aus der Secondary. Safety Xavier McKinney, einst Diggs’ College-Teammate, sieht genau das, was Green Bay fehlt: Ballgewinne. "Er kann uns enorm helfen. Er kann den Ball holen und genau das brauchen wir." Auch abseits des Feldes ist der Neustart spürbar. Diggs sprach von einer "sauberen Leinwand", vom Reiz, sich in einer neuen Umgebung neu zu beweisen. Unterstützung bekam er dabei auch von Micah Parsons, der ihm Green Bay als arbeitsintensiv, aber passend beschrieb.
Für die Packers ist Diggs kein Langzeitprojekt, sondern eine Wette auf sofortigen Nutzen. Die Zahlen der Vergangenheit belegen sein Ceiling, die aktuelle Saison mahnt zur Vorsicht. Ob Diggs noch in Week 18 oder erst in den Playoffs eine Rolle spielt, bleibt offen. Klar ist nur: Kaum ein verfügbarer Cornerback bringt mehr Playmaking-Potenzial mit.
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