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0, 99, 100: Plötzlich kann und muss Juve wieder auf Vlahovic zählen

kicker

Der aktuelle Torjubel von Dusan Vlahovic verrät direkt viel: Mit ausgebreiteten Armen schreitet der serbische Nationalspieler momentan Richtung Juve-Fanschar, stellt sich breitbeinig hin, blickt streng-lässig drein und breitet die Arme aus.

So geschehen am 1. Serie-A-Spieltag beim 2:0 über Parma Calcio, so geschehen am vergangenen Sonntag beim 1:0-Arbeitssieg beim CFC Genua.

Bei beiden Ligaspielen war Vlahovic dabei von der Bank als Joker gekommen, nur um jeweils zügig zu stechen - gegen Parma nach vier, bei den Genuesen nun nach elf Minuten. Doch nicht nur das: Der seit 2022 für die Alte Dame auflaufende Stürmer, der damals für 70 Millionen Euro von der AC Florenz gekommen war, ermöglichte den unter Trainer Igor Tudor wieder gen Meisterschaft schielenden Bianconeri damit erst den perfekten Sechs-Punkte-Start. Und das auch noch auf jeweils beeindruckende Weise ...

"Seht her, was ich euch immer noch geben kann!"

So hatte Juve am 1. Spieltag gegen Parma mit nach dem 1:0-Führungstor von Neuzugang Jonathan David, dem im praktizierten 3-4-2-1-System aktuellen Vlahovic-Vorgesetzen, zunächst eine Rote Karte kassiert (Ellenbogenschlag von Andrea Cambiaso). Der fest eingeplante Heimsieg in Gefahr? Mitnichten! Denn nur eine Minute nach der Hinausstellung war eben jener Vlahovic bereits mit dem Ball am Fuß auf dem Weg nach vorn gewesen, hatte den mitgelaufenen Kenan Yildiz mustergültig in Szene gesetzt und im Anschluss selbst nach dem Querpass des türkischen Nationalspielers vollstreckt.

Der emotional angefasste Jubel im Anschluss vor den eigenen Fans inklusive - genauso wie nun eben nach seinem 1:0-Siegtor in Genua, als der Angreifer nach einer Ecke von der linken Seite gen Ball gestürmt und hochgestiegen war sowie im Anschluss eiskalt eingenickt hatte. Dieselbe "Freude" danach.

Der Tenor dabei quasi: "Seht her, was ich euch immer noch geben kann!"

Faktor Kolo Muani

Der Hintergrund des Ganzen liegt dabei auf der Hand: Vlahovic ist momentan nicht nur zweite Wahl in Turin, er ist eigentlich ein Aussortierter. Der mit 25 Jahren immer noch sehr junge Torjäger, der in 204 Serie-A-Partien auf 89 Tore und etliche Vorlagen kommt, befindet sich in seinem letzten Vertragsjahr. Und sollte eigentlich seit Monaten verkauft werden, eben weil die Juve-Bosse so noch Geld in Form einer hoch angesiedelten Ablösesumme hätten generieren sowie zugleich das üppige Gehalt von zwölf Millionen Euro hätten einsparen können.

Bei "hätte, hätte" blieb es am Ende aber.

Einerseits wurde kein Abnehmer - gehandelt wurden immer mal Klubs wie Arsenal oder Milan - gefunden. Andererseits wanderte der in der vergangenen Saison bereits von Paris Saint-Germain an Juventus verliehene Randal Kolo Muani, mit dem sich der italienische Rekordmeister offenbar persönlich schon einig gewesen war, am Ende zu Tottenham Hotspur ab (Leihe).

"Es gibt keine Reibereien" bezüglich Vlahovic

Anders formuliert: Von einem Spieler, der zwischenzeitlich eine Zukunft von überspitzt gesagt null Prozent in Turin gehabt hatte, wurden auch durch seine wichtigen Tore zuletzt 99 Prozent beziehungsweise nach Ende des "Deadline Days" in Europas Top-Ligen 100 Prozent.

Juventus-Manager Damien Comolli hatte sich bereits kurz vor Schließung des Sommertransferfensters gegenüber italienischen Medien zu Vlahovic geäußert: "Wir haben mit ihm und David zweimal eine großartige Nummer 9." Und weiter: "Es gibt keine Reibereien, er ist Teil des Vereins und wird zu 99 Prozent bleiben. Es gab zwar Gespräche, aber nichts Ernstes. Ich denke, das ist eine andere Geschichte." Auch das viele Geld fürs Gehalt spielt laut Comolli keine Rolle: "Wir haben das Glück, eine solide Eigentümerschaft hinter uns zu haben. Bis 2027 gelten die Financial-Fair-Play-Beschränkungen, die berücksichtigt werden müssen. Und das tun wir, wir halten uns an die Regeln."

Trainer Tudor freut sich ebenfalls, dass er den alteingesessenen Juve-Stürmer behalten darf: "Dusan ist ein wirklich wichtiger Spieler für uns - und er hatte einen tollen Start in die Saison." Der Coach prophezeite zugleich: "Wir alle werden ihn auch in der Startelf sehen. Wann anders werden er und David auch zusammen spielen. Wir haben viele Optionen."

Und Vlahovic selbst? Der in der Vergangenheit immer auch mal wieder von den Juve-Fans kritisierte Stürmer zeigt sich unbeeindruckt von der jüngeren Vergangenheit mit ihm im Transferschaufenster. So sagte er gegenüber TuttoMercatoWeb: "Es ist normal, dass Leute reden. Ich will einfach nur auf dem Platz stehen und mein Bestes geben - und ich bin froh, dem Team direkt wieder geholfen zu haben. Das will ich in den nächsten Spielen auch tun."