Der amtierende Meister aus Neapel hatte am vergangenen Sonntag das Topspiel bei Inter Mailand vor der Brust - und hätte im Nachgang beinahe mit einem fortan bestehenden Sieben-Punkte-Rückstand leben müssen. Die Gäste vom Vesuv hatten sich jedoch nach Kräften gewehrt, gleich zwei Rückstände im San Siro wettgemacht und immerhin ein 2:2 als gefühlter Sieger erreicht.
Die Schlagzeilen bestimmten im Nachgang aber nicht die Moral des Teams oder Garant Scott McTominay mit seinem Doppelpack, sondern Antonio Conte nach seinem Ausraster.
An diesem Dienstag nun verhängte der italienische Fußballverband FIGC (Federazione Italiana Giuoco Calcio) Conte die Strafe. So muss der 56-Jährige sowohl beim kommenden Heimspiel gegen Parma Calcio (Mittwoch, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) als auch die direkt folgende Partie gegen Aufsteiger Sassulo Calcio - ebenfalls ausgetragen im Diego Armando Maradona (Samsag, 18 Uhr) - auf der Tribüne verbringen. Obendrein wurde der Coach auch noch zur Kasse gebeten - für stolze 15.000 Euro.
"Vergognatevi!"
Der Trainer der Neapolitaner, der auch schon für Gegner Inter erfolgreich gearbeitet hatte (2019 bis 2021), war in der 70. Minute rund um das elfmeterwürdige Foul seines Abwehrspielers Amir Rrahmani gegen Henrikh Mkhitaryan (vom VAR am Ende anerkannt) komplett ausgerastet. Der für sein Temperament an der Seitenlinie bestens bekannte Coach hatte sowohl Schiedsrichter Daniele Doveri harsch kritisiert, über den VAR-Eingriff geschimpft, einen Ball durchs Giuseppe-Meazza-Stadion gekickt, eine Flasche auf den Boden gezimmert und obendrein nach seiner Roten Karte auch noch den Vierten Offiziellen verbal angefallen.
Dabei hatte sich Conte fast schon Mund an Mund am Unparteiischen befunden und immer wieder "Vergognatevi!" lauthals gerufen - ein italienischer Begriff, der so viel wie "Schämt euch!" oder auch "Schande über euch!" bedeutet. In Contes Fall dann "Schande über euch alle!", also das gesamte eingesetzte Gespann an diesem Serie-A-Abend. Obwohl der verhängte Elfmeter eben absolut gerechtfertigt verhängt worden war.
Erst nach Eingreifen von SSC-Mitarbeitern hatte sich der Heißsporn letzten Endes ein klein wenig beruhigt auf die Tribüne platziert.