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13 Spiele für die Wende: Startet St. Pauli II seine traditionelle Aufholjagd?

kicker

Es ist noch immer gutgegangen: Unter diesem Motto startet der Nachwuchs des FC St. Pauli in die Restrunde der Regionalliga Nord. Seitdem der aktuelle Norderstedter Trainer Jörn Großkopf die Braun-Weißen 2011 als Oberliga-Meister mit mehr als 100 Toren zurück in die Viertklassigkeit geführt hat, spielt St. Pauli II durchgehend in der Regionalliga. In dieser Zeit ging es häufig gegen den Abstieg - in acht der 14 Jahre sprang nur ein zweistelliger Tabellenplatz heraus.

Allerdings: Seit 2019 hat St. Pauli immer eine bessere Rück- als eine Hinrunde gespielt (Ausnahme: 2021 gab es coronabedingt keine Rückserie). Herausragend war 2022/23, als zur Halbzeit gerade mal 15 Punkte zu Buche standen - am Ende waren es 51: Platz 3 in der Rückrundentabelle mit elf Siegen.

Goguadze soll Orientierung geben

Ein ähnliches Wunder ist in der augenblicklichen Situation vonnöten, zumindest aber eine deutliche Leistungssteigerung. Mit nur 14 Punkten ist der Bundesliganachwuchs Letzter, hat die wenigsten Tore geschossen, die wenigsten Siege (zwei), das zweitschlechteste Torverhältnis und schon vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Hinzu kommt: Es bleiben nur noch 13 Spiele für die Wende.

Seit Mittwoch ist die Mannschaft wieder im Training, hat inzwischen auch das chancenlose 1:4 beim HSV zum Abschluss des Jahres 2025 verarbeitet. Zumal St. Pauli mit frischem Personal startet: Vom VfL Osnabrück kam Nikky Goguadze (27). Der Niederländer kennt die Liga, erzielte allein im Jahr 2024 für den Bremer SV 31 Treffer. "Wir haben die Erwartung, dass er unseren jüngeren Spielern Orientierung bieten kann und wir mit ihm auch wieder mehr offensive Durchschlagskraft entfalten können", kommentierte Sportchef Carsten Rothenbach.

Er verpflichtete den Torjäger direkt, da sich Osnabrück nach nur einem Saison-Einsatz kein Leihgeschäft vorstellen konnte. Das Problem: Goguadze muss nach langer Durststrecke direkt liefern. Hinzu kommt auch noch Außenverteidiger Kenan Aydin (21) vom 1. FC Magdeburg II. Dagegen verließen Erik Ahlstrand (Heracles Almelo) und Luis Jahraus (ETSV Hamburg) den Verein.

Entschlossenheit und Siegeswillen

Die wichtigste Personalie betrifft aber Karsten Neitzel (58), der nun offiziell als Cheftrainer bis zum Saisonende verantwortlich ist. Der Ex-Profi, zuvor als Chefscout tätig, übernahm bereits im September, als Coach Benny Hoose erkrankte, und stabilisierte das Team, wie acht Unentschieden untermauern. Immerhin in dieser Statistik sind die Hamburger Spitzenreiter. So können die Braun-Weißen inzwischen gegen alle Kontrahenten recht gut mithalten, hatten selbst Tabellenführer Meppen und Verfolger Oldenburg am Rande einer Niederlage - doch was am Ende zählt, sind Punkte - und davon haben die Kiezkicker nach wie vor zu wenige.

Komplimente bringen nichts mehr. Nun gilt es, bis zum Pflichtspielauftakt am 22. Februar bei Phönix Lübeck die nötige Entschlossenheit und den Siegeswillen zu entwickeln. Dazu sind fünf Testspiele geplant, wobei das erste am nächsten Samstag eine besondere Brisanz beinhaltet: Es geht gegen den Oberliga-Dritten, wo der ehemalige St.Pauli-Profi und Ex-Nationalspieler Max Kruse sein Debüt feiern könnte.

Es sind eben diese Geschichten, die nur der Fußball schreibt - aber die beste Nachricht ist, dass es Hoose inzwischen nach drei Monaten wieder so gut geht, dass er in den Trainerstab der U 17 integriert und seinen Beruf wieder aufnehmen kann.