Nach verlorenem CL-Finale
Das verlorene Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain war sein letztes Spiel für Inter Mailand: Simone Inzaghi verlässt den italienischen Spitzenklub und wird wohl Trainer des saudi-arabischen Klubs Al-Hilal. Was italienische Medien zunächst berichtet hatten, machte der Verein in einem Statement am frühen Dienstagabend offiziell. Man werde von nun an getrennte Wege gehen, heißt es. Die Entscheidung war bei einem Treffen am Dienstagnachmittag gefallen.
"Nach vier Jahren, in denen ich alles gegeben habe, ist für mich die Zeit gekommen, mich von diesem Verein zu verabschieden", wird Inzaghi zitiert. "Jeden Tag war mein erster und letzter Gedanke immer an Inter gerichtet." Dass er Trainer bei Al-Hilal wird, ist noch nicht offiziell, gilt aber als offenes Geheimnis.
Inzaghi winken 26 Millionen Euro Jahresgehalt
Inzaghi hatte bereits im Vorfeld des Champions-League-Finals bestätigt, dass ihm mehrere Angebote vorliegen - "aus Italien, dem Ausland und aus Saudi-Arabien". Al-Hilal hatte offen um die Dienste des 49 Jahre alten Trainers geworben. Inzaghi hatte aber angekündigt, seine Entscheidung erst nach dem Champions-League-Finale treffen zu wollen. Die Inter-Bosse hätten Inzaghis Vertrag, der noch bis 2026 gelaufen wäre, dem Vernehmen nach gerne verlängert.
In Saudi-Arabien winkt Inzaghi jetzt ein fürstliches Jahresgehalt von Berichten zufolge 26 Millionen Euro - deutlich mehr als Inter ihm hätte bieten können.
Am kommenden Wochenende soll Inzaghi Medienberichten zufolge nach Miami reisen, um dort seinen Vertrag zu unterschreiben - und dann direkt einzusteigen: Bereits bei der Klub-WM, an der Al-Hilal teilnimmt, soll er die Geschicke der Mannschaft um Ex-Bayern-Star Joao Cancelo oder Torhüter Bono leiten. Am 18. Juni startet der frühere Klub von Neymar gegen Real Madrid in das Turnier - dann wohl schon mit Inzaghi.
Als Grund für den Abschied - neben den offensichtlichen finanziellen Möglichkeiten bei Al-Hilal - führt die italienische Sportzeitung Gazzetta dello Sport die große Enttäuschung Inzaghis nach der Final-Abreibung gegen PSG an. Außerdem soll er nach vier Jahren bei Inter eine gewisse Müdigkeit verspürt haben.
Als Top-Favorit auf Inzaghis Nachfolge gilt der Zeitung zufolge Cesc Fabregas von Serie-A-Konkurrent Como 1907, der auch beim deutschen Vizemeister Bayer 04 Leverkusen als Kandidat gehandelt wurde, dem Verein aber abgesagt hatte. Roberto De Zerbi, aktuell bei Olympique Marseille unter Vertrag, wäre die B-Lösung, sollte es mit Fabregas nicht klappen. Die Nachfolge soll zeitnah geregelt werden, da Inter bereits Mitte kommender Woche zur Klub-WM aufbricht.