Statt ihren Lauf fortzusetzen und zumindest für eine Nacht die Tabellenführung vom Erzrivalen VfB Oldenburg zu übernehmen, strauchelten die favorisierten Meppener. Verloren nach ungewohnten Abwehrschwächen, ohne ihre zwei Stamm-Innenverteidiger Jonas Fedl und Luis Sprekelmeyer in der Startelf und durch einen Torwartfehler von Julius Pünt mit 3:5 beim SC Weiche Flensburg.
Zuvor hatte das Team von Coach Lucas Beniermann acht Partien in Folge nicht mehr verloren. Dabei sieben Siege und ein Unentschieden geholt und fünfmal zu null gespielt. Die bis dato mit Abstand beste Abwehr der Regionalliga Nord kassierte erstmals seit der Saison 2021/22 (0:5 in der 3. Liga bei Eintracht Braunschweig) in einer Ligabegegnung fünf Gegentore. Gleichzeitig war es in 13 Partien die zweite Punktspielniederlage. Die erste hatte es beim 0:1 gegen Oldenburg gegeben.
Erik Zenga: Vom Bankdrücker zur Stammkraft
Maßgeblichen Anteil an der bislang längsten Erfolgsserie in Beniermanns Amtszeit hatte Erik Zenga. Seitdem der ehemalige Zweitligaprofi des SV Sandhausen (zwischen 2018 und 2023 insgesamt 106 Einsätze und zwei Tore) den Platz auf der Bank mit dem auf dem Rasen tauschte und als Sechser fungiert, läuft es kontinuierlich.
In der Winterpause der Vorsaison war Zenga vom SV Meppen unter Vertrag genommen worden. Doch auf dem Platz hatte er in den 13 Rückrundenpartien lediglich eine Nebenrolle gespielt - nur einmal in der Startelf gestanden.
„Training ist schön und gut, aber das meiste kommt nur über Spielzeit.“ (Erik Zenga)
Zum Wendepunkt wurde für Zenga in dieser Spielzeit der Heimauftritt gegen Aufsteiger FSV Schöningen (5:1). Meppen spielte eine schwache erste Halbzeit. Zur Pause brachte Beniermann beim Stand von 1:1 Zenga für Ersin Zehir. Die Meppener drehten gegen den Neuling auf und gewannen noch deutlich. Seitdem gehört Zenga immer zur Anfangsformation.
Mehrere Gründe führten zu Zengas Wandlung vom Bankdrücker zur Stammkraft. Weil er sieben Monate ohne Verein gewesen sei, habe er vorher lange keine Spielpraxis gehabt, sagt der 32-Jährige. "Da braucht es ein bisschen, dass man die Wettkampfpraxis hat. Training ist schön und gut, aber das meiste kommt nur über Spielzeit." Zudem habe er die Sommerpause genutzt, um nochmal an sich zu arbeiten. "Ich habe auch eine gute Vorbereitung gespielt, wo ich die Basics trainiert habe, sodass ich körperlich in einer guten Verfassung bin."
„Klar, merkt man, wenn der Trainer auf einen steht oder weniger auf einen steht, definitiv.“ (Erik Zenga)
Daneben spürt Zenga das Vertrauen des Coaches. "Klar, merkt man, wenn der Trainer auf einen steht oder weniger auf einen steht, definitiv." Unabhängig davon wisse er ganz klar, was er draufhabe und vor allen Dingen, was er auf dem Feld zeigen könne, wenn er auch Spielpraxis habe. "Es war nicht so, dass ich mir nicht zugetraut habe, in der Phase, wo ich nicht gespielt habe, zu spielen."
"Erik tut unserem Spiel wahnsinnig gut. Mit seiner Erfahrung und seiner Ruhe am Ball", betont Beniermann. Zenga passe zu dem Fußball, den man spielen wolle. Meppen zeichnet sich in dieser Saison durch viel Ballbesitz aus. Zusätzlich sei Zenga ein wichtiger Charakter in der Gruppe, so der Coach. Die Mitspieler wählten ihn in den Mannschaftsrat. "Erik ist sehr wichtig für uns. Wir sind sehr froh, dass er da ist. Und sehr, sehr froh, dass er in der Verfassung ist."