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"Alle sind gesund, wir haben gewonnen": Amiri hegt keinen Groll nach Becherwurf

kicker

Am 8. Dezember 2016 bestritt der 1. FSV Mainz 05 das finale Gruppenspiel in der Europa League. Am Ende gewannen die Mainzer mit 2:0 gegen FK Qäbälä, am Ausscheiden des Bundesligisten änderte das allerdings nichts mehr.

Knapp neun Jahre später kehrten die Mainzer am 2. Oktober 2025 zurück auf die internationale Bühne, mit dem Gastspiel bei Omonia Nikosia startete das Abenteuer Conference League. Für sechs Spieler aus der Startelf war es das erste Europapokalspiel ihrer Karriere.

Einer, der Europas Bühnen bereits kennt und im Laufe seiner Karriere unter anderem zu zehn Einsätzen in der Champions League kam, ist Nadiem Amiri. Der Mittelfeldspieler führte die Mainzer in Nikosia als Kapitän aufs Feld - und zum Sieg: Sein Elfmeter blieb der einzige und somit entscheidende Treffer des Spiels. "Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht", sagte der 28-Jährige nach der Partie bei RTL+. "In der ersten Halbzeit hat uns der letzte Punch gefehlt, um zu treffen. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel dominiert, nichts zugelassen, Chancen gehabt."

Amiri blickt gelassen auf Becherwürfe: "Alle sind gesund, wir haben gewonnen, das passt"

Die Highlights im zweiten Durchgang hielten sich in Grenzen, Mainz hatte alles im Griff, kam aber nur selten hinter die letzte Linie der Zyprer. Einen Tiefpunkt gab es jedoch unmittelbar nach Amiris Treffer: Die Mainzer jubelten vor den Omonia-Fans, die wiederum bewarfen die Gästespieler, unter anderem wurde Ben Bobzien mit einem Becher am Nacken getroffen. Schiedsrichter Milos Milanovic musste die Partie kurz unterbrechen.

Von einer Provokation seinerseits im Vorfeld der Ereignisse wollte Amiri nichts wissen: "Ich hab' die (gegnerischen Fans, Anm. d. Red.) nur angeguckt. Ihr wisst, wie Fußball ist: Ich stehe da allein am Punkt, das ganze Stadion pfeift, das ist dann ein bisschen Erleichterung, wenn er reingeht." Allzu übel nahm er den gegnerischen Fans die Würfe aber nicht: "Es ist okay, so ist Fußball. Hauptsache, es ist nichts passiert. Natürlich gehört sich das nicht, aber ich verstehe die Emotionen, ich verstehe die Fans. Irgendwo lieben wir das ja auch alle. Alle sind gesund, wir haben gewonnen, das passt."

Ganz ähnlich dürften das auch die rund 1500 mitgereisten Mainzer Fans sehen. Amiri sagte mit Blick auf die Anhänger: "Ich bin einfach nur stolz und dankbar für den Support. Das Wichtigste war für uns, denen etwas zurückzugeben, weil das ist nicht selbstverständlich, dass an einem Donnerstagabend so weit weg von Zuhause so viele Fans kommen."

Bell hatte "extrem viel Spaß" - enge Taktung beginnt

Für Amiri war es das erste Europapokalspiel im Mainzer Trikot - im Gegensatz zu Stefan Bell. Der 34-jährige Defensivmann stand bereits beim eingangs erwähnten EL-Spiel gegen Qäbälä auf dem Rasen - und am Donnerstagabend erneut, nur seine zehn Mitspieler hatten sich verändert. "Es kamen auch ein paar Erinnerungen an damals hoch", so Bell nach der Partie, die aus seiner Sicht "extrem viel Spaß gemacht" habe. "Der Platz war in Ordnung, solange er nass war. Die Stimmung war super von unseren Fans und auch von den Heimfans. Der Gegner war wirklich gut, hat guten Fußball gespielt. Wir mussten geduldig bleiben."

Auch nach vorne blickte der erfahrene Verteidiger: "Wir haben morgen einen langen Rückflug, am Sonntag einen Flug nach Hamburg", skizzierte er das Mainzer Programm der kommenden Tage. Drei Tage nach der Partie in Nikosia sind die 05er erneut auswärts beim Hamburger SV gefordert (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker). "Jetzt beginnt die Phase, in der wir rotieren müssen. Wir wollten das unbedingt haben, deswegen werden wir uns in keiner Weise beschweren."