"Sicherheit, die sie verdienen"
"Dieser Schritt ist für uns alle folgerichtig, denn in den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Profi-Fußballerinnen während ihrer aktiven Karriere für die Gründung einer Familie entschieden", erklärt Ralf Zwanziger in einer Mitteilung der TSG Hoffenheim die Entscheidung des Klubs, seinen Spielerinnen bei einer Schwangerschaft eine Vertragsverlängerung zu garantieren. Die TSG garantiert demnach ihren Akteurinnen ab der Saison 2025/26 im Falle einer Schwangerschaft in der letzten Saison ihres Vertrages eine Vertragsverlängerung um ein Jahr zu den gleichen wirtschaftlichen Bedingungen.
"Auch bei uns wird das sicherlich in Zukunft an Relevanz gewinnen", begründet der Leiter für den Frauen- und Mädchenfußball die Entscheidung. "Schon seit vielen Jahren ist es unsere Philosophie, unsere Spielerinnen nicht nur sportlich bestmöglich auszubilden, sondern ihnen auch berufliche Perspektiven aufzuzeigen, Lebenswege mitzugestalten und ihnen in einem familiären Umfeld den Rahmen zur persönlichen Entfaltung zu bieten."
Vorreiter aus Italien und Norwegen
Die Kraichgauer sind der erste Klub im deutschen Profifußball, der diesen Schritt geht. Kürzlich hatte bereits der norwegische Verband eine ligaübergreifende Entscheidung getroffen, die Spielerinnen mit einer Vertragsverlängerung abzusichern, sofern sich diese vor Ablauf ihres Vertrages in der zwölften Schwangerschaftswoche befinden. Auch die AC Mailand ist in Italien seit August 2024 Vorreiter in diesem Bereich.
"Die Option zur Verlängerung des Vertrages gibt unseren Spielerinnen die Möglichkeit, sich auf ihre Familie zu konzentrieren, ohne ihre berufliche Zukunft zu gefährden", so TSG-Geschäftsführer Dr. Markus Schütz, der anfügt: "Wir als TSG schließen mit dieser Regelung die Lücke, die es aktuell noch zwischen FIFA-Vorgaben, DFB-Umsetzungen und der Arbeitsrealität von Fußballerinnen gibt." Der TSG gehe es "nicht nur um den sportlichen Erfolg, sondern auch um das Wohl unserer Spielerinnen. Wir möchten ihnen die Sicherheit und Unterstützung bieten, die sie verdienen."
Lob von Ex-Nationaltorhüterin Schult
Lobende Worte erhält die TSG auch von der Initiative "Fußball kann mehr", mit der die Hoffenheimer seit 2023 kooperieren. Mit der TSG wage "nun auch endlich ein deutscher Verein diesen Vorstoß", freut sich Ex-Nationaltorhüterin und Beiratsmitglied Almuth Schult "ungemein" über die Entscheidung. "Als Mutter kann ich sagen, dass dies Spielerinnen Sicherheit und Unterstützung gibt, die man sich wünscht. Des Weiteren unterstreicht der Verein die Wichtigkeit des Themas von Müttern im Sport und dass es Veränderungen braucht", so Schult weiter. "Ich wünsche mir, dass viele Vereine der TSG folgen."