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"Ancelotti hat mir sehr geholfen": Rodrygo räumt psychische Probleme ein

kicker

So recht konnte sich keiner einen Reim darauf machen, warum Rodrygo Ende der vergangenen Saison so gar keine Rolle mehr bei Real Madrid spielte. Nachdem er im Finale der Copa del Rey gegen Barcelona (2:3 n.V.) Ende April zur Pause ausgewechselt worden war, verschwand der 24-Jährige komplett von der Bildfläche.

Die Gründe blieben im Unklaren. Mal hieß es, er sei verletzt, mal war von Fieber die Rede. Im Interview mit der As räumte der Brasilianer nun ein, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Vielmehr habe seine psychische Gesundheit weitere Einsätze unmöglich gemacht. "Die Wahrheit ist, dass ich persönlich eine sehr schwierige Zeit durchgemacht habe. Ich habe lange Zeit mit niemandem gesprochen", erklärte Rodrygo. "Niemand wusste, was ich durchgemacht habe. Mir ging es weder körperlich noch psychisch gut. Das war wirklich schwer für mich."

Ancelotti machte alles richtig

Seine Probleme blieben nicht unbemerkt. Carlo Ancelotti, damals Trainer von Real Madrid und inzwischen Coach der brasilianischen Nationalmannschaft, erkannte, dass etwas nicht stimmte. "Carlo hat mir sehr geholfen, das alles durchzustehen. Er sah jeden Tag, dass es mir nicht gut ging, dass ich nicht fit genug war, um zu spielen", so Rodrygo rückblickend. "Er sah, dass ich ein Mensch bin und echte Probleme hatte. Er verstand meine Situation und meine komplizierte Lage. Er sagte mir: 'Bleib einfach ruhig, du bist momentan nicht fit genug, um zu spielen.' Ich dankte ihm und bat darum, spielen zu dürfen. Aber er wusste, dass er zuerst den Menschen und dann den Spieler wieder aufbauen musste."

Mitte Mai drängte der ungeduldige Rodrygo dann aber auf einen Wechsel. In spanischen Medien hieß es, er wolle nie mehr für Real Madrid spielen. Bei der Klub-WM im Juni wurde er unter dem neuen Coach Xabi Alonso nur sporadisch eingesetzt. Im Sommertransferfenster entwickelte sich der Angreifer dann zu einem ständigen Spekulationsobjekt, vor allem in der Premier League: Tottenham, Liverpool, Chelsea, schließlich Manchester City, alle sollen ihr Interesse signalisiert haben. Doch überraschenderweise blieb Rodrygo, der seit 2019 und bis 2028 bei den Königlichen unter Vertrag steht, in Madrid.

Für einen Stammplatz reicht es allerdings in dieser Saison nicht. Auf dem rechten Flügel hat ihm Youngster Franco Mastantuono den Rang abgelaufen, bislang stand Rodrygo nur in zwei Pflichtspielen in der Startelf. Von Xabi Alonso wurde er bislang überwiegend als Joker für Vinicius Junior auf der linken Seite eingesetzt. Auf seinen ersten Saisontreffer wartet er noch, in der Champions League stehen aber immerhin zwei Vorlagen zu Buche.

Rodrygo: "Ich bin jetzt ein anderer Mensch"

Doch die Motivation ist zurück, sagt der 33-malige Nationalspieler Brasiliens (sieben Tore): "Jetzt habe ich alles überwunden, mir geht es gut", so Rodrygo, der "glücklich und sehr motiviert" sei, eine "großartige Saison" zu spielen. "Es stimmt, dass ich jetzt ein ganz anderer Mensch bin. Ich bin mit einer anderen Einstellung, einer anderen Begeisterung und mehr Reife aus dieser Zeit hervorgegangen."

Auch Ancelotti hat offenbar Fortschritte erkannt und berief ihn für die Test-Länderspiele in Südkorea (Freitag, 13 Uhr) und in Japan (14. Oktober, 12.30 Uhr) ins Aufgebot der Selecao. "Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, nicht in der Nationalmannschaft zu sein. Es war gut, nachzudenken, meine Gedanken zu ordnen und mich zu sortieren", glaubt Rodrygo, der sich besonders über das Wiedersehen mit Ancelotti freut. "Es ist schön, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er hat mir sehr geholfen und meiner Karriere einen Schub gegeben."