Fehlercode: %{errorCode}

Andrich: Die WM im Visier, den Lieblingsgegner vor der Brust

kicker

Am 19. November 2024 gegen Ungarn (1:1) stand Robert Andrich zuletzt in der Anfangsformation der Nationalmannschaft. Es folgten drei Jokereinsätze sowie fünf Partien, in denen er über die volle Spielzeit auf der Bank blieb - und im vergangenen November dann der nächste Dämpfer. Für die abschließenden beiden Spiele der WM-Qualifikation verzichtete Julian Nagelsmann auf Bayer Leverkusens Kapitän.

Und doch ist das Vorhaben des 31-Jährigen im neuen Jahr klar. "Natürlich ist mein Ziel Nummer eins, dass ich bei der WM dabei sein möchte. Unabhängig davon, dass Leverkusen an erster Stelle steht und wir die Saison erfolgreich abschließen wollen", betonte Andrich am Sonntag nach dem öffentlichen Training ehrlich.

„Es wird demnächst mit Sicherheit ein Gespräch geben, um zu hören, wie Julian Nagelsmann meine Situation sieht.“ (Robert Andrich)

Mit dem Bundestrainer tauschte er über die Feiertage Weihnachts- und Neujahrsgrüße aus. In naher Zukunft möchte Andrich mit Nagelsmann aber auch seine sportliche Situation besprechen. "Es wird demnächst mit Sicherheit ein Gespräch geben, um zu hören, wie er meine Situation sieht", kündigte der 19-malige Nationalspieler an. "Ich denke, dass ich in einem Alter bin, wo es nichts Unnormales ist, einfach mal den Coach zu fragen, wie er gerade meine Rolle einschätzt. Auch wenn es der Bundestrainer ist."

Ein möglicher Trumpf könnte Andrichs Vielseitigkeit sein. Unter Kasper Hjulmand gibt er mal den rechten oder zentralen Innenverteidiger in der Dreierkette, mal wird er rechts oder links im defensiven Mittelfeld aufgeboten. "Grundsätzlich könnte ich mir vorstellen, dass es kein Nachteil ist, wenn man verschiedene Positionen spielen kann", errechnet er sich Chancen, weiß allerdings auch: "Inwiefern das der Bundestrainer dann im Kader haben möchte, darauf habe ich leider keinen Einfluss."

Ungeschlagen und treffsicher gegen Stuttgart

Einfluss hat Andrich aber umso mehr auf seine eigenen Leistungen. So ist es vielleicht ein gutes Omen, dass das Jahr 2026 ausgerechnet mit einem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart startet (10. Januar, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Die Schwaben sind nämlich so etwas wie der Lieblingsgegner des gebürtigen Potsdamers.

Wettbewerbsübergreifend traf Andrich achtmal auf den VfB, einmal mit Union, siebenmal mit dem SVB. Seine Bilanz: Sechs Siege, zwei Remis und bislang keine Niederlage. Der Abräumer selbst steuerte dazu drei Tore bei. So viele gelangen ihm gegen keinen anderen Klub im Profifußball.

Andrich rettete die ungeschlagene Saison

Unter anderem sorgte er am 31. Spieltag 2023/24 mit seinem Tor zum 2:2 in der sechsten Minute der Nachspielzeit dafür, dass Leverkusen die Meistersaison ungeschlagen beendete. Zweieinhalb Monate zuvor hatte er schon beim 3:2 im Pokal-Viertelfinale gegen Stuttgart getroffen.

"Zwischen den Teams hat sich in den letzten Jahren eine Rivalität entwickelt, es sind besondere Spiele", erklärte Andrich und sprach trotz der großen Distanz von so etwas wie einem Derby-Gefühl. "Das liegt einfach daran, dass beide sehr gute Arbeit leisten und immer auf taktisch sowie fußballerisch hohem Niveau spielen."

Auftakt in vier englische Wochen

Und doch endeten die Spiele eben in aller Regel mit einem positiven Ausgang für Bayer 04 - was sicherlich auch die Stuttgarter auf dem Schirm haben werden. "Ich glaube, wenn du gewisse Situationen zum dritten oder vierten Mal erlebt hast, dann spielt es vielleicht schon eine Rolle. Bei Stuttgart sind noch viele Spieler aus den letzten Duellen mit dabei", erhofft sich Andrich auch mental möglicherweise einen leichten Vorteil.

Die Partie gegen den VfB ist zudem der Auftakt in vier englische Wochen am Stück. "Es geht direkt los und dir wird nichts geschenkt. Da musst du von Anfang an versuchen, da zu sein. Es ist unser Anspruch, vom ersten Spiel an zu zeigen, dass wir keine Anlaufzeit brauchen. Denn die gibt es nicht", blickte Andrich auf die eng getakteten Partien in Liga, Pokal und Champions League voraus. Spiele, die sicherlich auch der Bundestrainer im Blick haben wird, bevor Ende März die nächsten Länderspiele anstehen ...